Duisburg: Kants Garten vergrößert sich weiter

(ANtrag, Antworten)

In 2022 möchten wir Gemüse und Kartoffeln säen und setzen, weitere Stachel- Heidel- und Johannisbeers- und Schlehensträucher pflanzen. Wir haben „neuen“ Platz, weil einem Baum durch Sturmbruch Äste entfernt werden mussten. Zur Pflege des so entstehenden großen Beeren-Naschgartens benötigen wir einen Freischneider. Gemüse möchten wir erstmalig in biologisch abbaubaren Anzuchttöpfen ziehen. Diese, und torffreie Anzuchterde möchten wir gerne kaufen. Die in 2020 erworbenen Samen haben auch für 2021 gereicht sind aber nun aufgebraucht. Gerne möchten wir Kartoffeln und Zwiebeln setzen, Palmkohl und Kürbisse ziehen, Salat, Möhren, Erbsen, Bohnen und anderes Gemüse aussäen. Wir möchten zudem regelmäßig Gemüsesetzlinge auf dem Markt kaufen.

Auch im zweiten Jahr der Pandemie haben wir uns regelmäßig zum Gärtnern getroffen, unser temporäres „Gartencafé“ eingerichtet, gemeinsam gegärtnert und geerntet. Nachwievor verzichten wir auf öffentliche Einladungen, da wir keine Kapazitäten haben, dass uns wichtige G2 zu überprüfen. Aber wir stellen fest: in der Nachbarschaft wohnende Koreanerinnen haben ein Hochbeet „gekapert“ für den Anbau von heimischem Gemüse, unsere NachbarInnen achten weiterhin darauf, dass bei Trockenheit gegossen wird und stimmen sich dazu ab (sie haben einen Schlüssel für die blaue Laube). Viele Menschen kommen in Kants Garten um dort einen Nachmittag, ihre Pause zu verbringen, die Kinder holen sich die an den Gemüsebeeten verwahrten Gießkannen, um mit Wasser vom Spielplatz Salat und Co zu gießen. Das „gemeinsame“ gärtnern findet „einfach so“ weiterhin statt, wir sehr beglückend ist das. Auch wenn ab und an ein bisschen mehr von der Gemüseernte für uns selbst übrigbleiben dürfte … 😉 aber Schnittlauch und Salat scheinen allen zu schmecken …

Wir möchten auch in diesem Jahr Gemüse anbauen, den Beerensträucher-Bestand erweitern und würden uns sehr freuen, wenn wir durch eine erneute Förderung durch anstiftung wieder Unterstützung fänden.

  • Gibt es eine vertragliche Nutzung für die Fläche, die ihr nutzt und wie lange läuft diese?Ja, wir haben eine Patenschaft (das ist ein seit langen Jahren bestehendes Programm, im allgemeinen sind das Baumscheibnpatenschaften aber das gibt es für alle Möglichen Flächen). Die Kants Gartenfläche ist zudem eine offizielle Adresse (siehe auch //www.google.com/maps/place/Kants+Garten/@51.429501,6.765658,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47b8bf0ffabdf1a7:0x1d2f038cb1ee0!8m2!3d51.429501!4d6.7678467″>google oder Stadtplanungsunterlagen) und das Kants Garten-Projekt ist auch auf der Webseite der Stadt verankert.
  • Wie unterstützt euch das Amt für Umwelt und  Wirtschaftsbetriebe? Unterstützen euch auch andere kommunale Ämter oder wäre das möglich?
  • Das Amt für Umweltist für uns AnsprechpartnerIn, wenn wir Planungen haben, organisiert und bezahlt bestimmte Aktionen, erlaubt Pflanzaktionen im Kantpark (die werden grundsätzlich mit denen abgestimmt). Durchgeführt werden vorbereitende oder begleitende Arbeiten dann von den Wirtschaftsbetrieben, die aber auch als eigene Institution mit und für uns tätig werden. Dies sind z.B. die Vorbereitung unseres allerersten Beetes in 2013,  Vorbereitung/Anlage aller anderen Beete, die Anlage des Totoholzbiotops und des Sumpfbiotops, Pflasterung des Platz für unsere blaue Gartenlaube (siehe unten), unsere Hochbeete wurden uns von der Stadt angeboten und nach unseren Wünschen aufgebaut, ebenso die drei Hochstamm-Apfelbäume und die Bepflanzung mit Kleingehölze, die wurden von dem Amt für Umwelt bezahlt aber von uns geplant und gepflanzt. Sie berücksichtigen unsere Wünsche bei der Pflege (also seltenere Mahd der Wiese z.B.) und holen den Schnitt ab, da wir ja nicht kompostieren dürfen. Sie fragen uns an für Veranstaltungen und planen unsere Beiträge ggfls. ein. Zudem haben wir bei den Wirtschaftsbetrieben eine Lagerbucht für unseren Humus, der uns nach Bedarf mit einem Pickup gebracht wird. Der erste Sattelschlepper Humus war von der Stadt bezahlt, der zweite von uns. Der Humus wird aufgetragen, bevor wir in die neuen Beete pflanzen, bzw. wird in diesem Winter auf die alten Beete gegeben: Bodenverbesserung, Schutz vor Hitze, nimmt Starkregen besser auf, Beikräuter können deutlich einfacher entfernt werden … Leider dürfen wir ja nicht selbst kompostieren … (aber solche Mengen bekämen wir eh nicht zusammen). 

  • Wir sind zudem Partner im Netwerk Duisburg summt und arbeiten eng mit demArtenschutzbeauftragtemzusammen, bzw. der Biologischen Station westliches Ruhrgebiet. Hier gibt es Unterstützung bei der jährlichen Reinigung und Evaluierung unserer Vogelnistkästen (ca. 45 Stück) und Fledermausschutzkästen (5 Kolonien mit je 3 – 4 verschiedenen Kästen). Wenn wir fachlichen Rat benötigen, sind sie sofort da. Das Amt für Umwelt baut Wiederrum nach unserem Vorbild und nach unserer Beratung ein weiteres großes Insektenhotel in einem anderen Stadtteil. 
  • DieDuisburger Modellbauwerkstatthat uns aktuell etwa 120 Wildbienenhäuscheni gebaut und die von mir bei einem Schreiner gesammelten Hartholzreststücke mit Nisthöhlen versehen, Geld für Holz kam vom Artenschutzbeauftragtem, der übrigens auch die letzte Fuhre von Fledermausschutzkästen finanzierte. 
  • Kooperationen gab es mit derGfB(Gesellschaft für Beschäftigung) und derGEBAG(städtische Wohnungsbaugesellschaft, siehe Heimatgarten), das Presseamt der Stadt gibt, wenn wir möchten, Pressemitteilungen für uns raus.
  • Die Bezirksverwaltung Mittefördert uns regelmässig.
  • DasAmt für Kommunikation & Kooperationendes OBs vermittelte uns mehrfach „Social Days“ ….
  • Zu früheren Zeiten hatten wir regelmässige Kontakte ins Netzwerk des Suchtverbundes, zum Ordnungsamt, mit den PolizistInnen hier im Quartier, mit dem Spezialisten für den angrenzenden Kinderspielplatz, mit dem Lehmbruck Museum, wir kooperieren mit dem Steinbart Gymnasium (geben Stauden durch Teilen im Winter ab, auch an Kitas z.B., und haben Fledermauskästen und Wildbienenhäuschen dorthin gegeben), sowie mit der Cubus Kunsthalle. 

  • Gibt es ein Schild an der Fläche mit Informationen, wie man mitmachen kann?Aktuell muss das wieder einmal ersetzt werden, auch das zweite Schild ist „verrottet“ wir wollen jetzt eines aus Aluminiumverbund anfertigen lassen. Auf Facebook oder auf unserer Webseite ist das jederzeit deutlich. Zudem laden wir ggfls über die Presse ein. Wie z.B. bei den Social Day Aktionen im Herbst, das ist bei Facebook „viral“ gegangen, z.B: mit über 32.000 „Leuten“ zu der Pflanzaktion für die 22.000 Geophyten (vorher hatten wir bereits 8.000 Hasenglöckchen gepflanzt, eingeladen zusammen mit Lehmbruck Museum) und danach nochmal 3.000 bei der (Junkie)Szene, da haben die MitarbeiterInnen vom Amt für Umwelt mitgemacht (bei der ersten Aktion reichten die Zwiebeln dafür nicht und es hat mich sehr gefuchst, dass die Leute denken könnten, die Szene bekäme absichtlich nix ab …. Wir haben also nochmal nachgekauft).

  • Gärtnern mache aus der Gruppe auch mal jenseits von euren Treffen?Ja, regelmässig, alle haben einen Schlüssel für die blaue Laube, nach der Arbeit oder einfach wegen des schönen Sommernachmittags, Eltern mit Kindern aus der Gruppe haben da die Fußballtore liegen, feiern Kindergeburtstage dort …. Ist ja alles jederzeit zugänglich …

  • Was macht ihr als Gruppe im Winter? Wie beleibt die Gemeinschaft bestehen?Wir verabreden uns über Signal und treffen uns zum Gärtnern, Samstag waren wir zu zweit und haben ein bisschen Stauden-Rückschnitt betrieben und die Reiser am Zaun aufgehängt (potentielle Niststängel für Insekten), die Woche davor waren wir zu viert.

  • Sind trotz Corona neue Leute zu euch „gestoßen“, die nun zur Kerngruppe gehören? JA

  • Wie macht ihr das nochmal mit dem Wasser, wo sind eure Gartengeräte untergebracht und was passiert mit der Ernte?Wir haben 2018 einen eigenen, im Boden liegenden Wasseranschluß bekommen, der jeweils aktiviert wird. Schlauch etc. ist in der blauen Laube. Das ist ein blauer Baucontainer, den uns eine befreundete Baufirma im Emsland geliefert hat. Dazu gibt es einen Vertrag, der der Stadt vorliegt. Alle Kants GärtnerInnen haben einen Schlüssel und somit jederzeit Zugang zu unseren Gartengeräten und unseren Gartenmöbeln (die wurden mit einer Förderung von anstiftung erworben) Wir haben sogar eine kleine mit Gaskocher betriebene Espressomaschine ;-). Wir ernten jeweils wenn wir da sind oder fahren manchmal schnell vorbei. Die Apfel- und Beerensträucher boten bislang noch keine große Ernte aber das Gemüse wird sehr genossen. Selten haben wir damit mal vor Ort gepicknickt (Salat & Tomaten). Für die Kinder jedenfalls ist klar: für die Pizza wird erstmal Zucchini geerntet. Die Zuckererbsen sind für den Sofortverzehr. Toll war unsere erste Kartoffelernte im vergangenen Sommer, die wir unter uns aufgeteilt haben, das waren jeweils Mehrre leckere Mahlzeiten. Eine Weinstock wurde vor Jahren von Ghassan angepflanzt, kommt aus seinem syrischen Dorf, pflegt er und erntet er alles für sieben Familie. Also, im allgemeinen können wir im Sommer alle mit einer Mahlzeit für zwei nachhause gehen … Kräuter werden natürlich auch gerne geerntet, wir haben auch große Minzetöpfe, davon trocknen wir oder geben es frisch ins kalte Wasser bzw. bringen heißes Wasser mit. 

  • Habt ihr Ideen, wie ihr euer Saatgut und die Pflänzchen sukzessive selber vermehren könnt?Ja, das machen wir schon, teils durch Direktsaat aber auch auf Fensterbänken, bislang im Gewächshaus einer befreundeten Gärtnerei und seit vergangenem Winter in meinem eigenen Gewächshaus (wir wohnen direkt am Park). Aber das klappt nur im Frühjahr, im späteren Frühjahr kriegen wir das nicht mehr hin, da ist es besser, wenn wir dann auf dem Markt z.B. Setzlinge kaufen, damit wir bis in den Herbst, Winter ernten können (aktuell immer noch Palmkohl). Wir benötigen recht viele Salatsetzlinge z.B., weil dauernd andere miternten und das u.U. leider auch viel zu früh tun. Daher pflanzen wir keine Tomaten mehr an. Aber ganz, ganz vieles funktioniert so, dass auch wir ernten können. Deshalb nehmen wir nur schwarze Johannisbeeren und keine roten, die ja attratkiver sind für andere …. Zudem haben sich ja Nachbarinnen für ihre koreanischen Pflanzen ein Stück Beet genommen.