(Antrag, Antworten)
Partner*in „Women in exile“
Sie haben zudem einen Antrag auf Förderung von Honorarkosten bei
der Stiftung Umverteilen gestellt, der bewilligt wurde.
Mit dem Aufbau des interkulturellen Gartens „“Midjui Wanawake Garden“ verfolgen wir diese
Ziele:
Geflüchtete Frauen und Mädchen bzw. Frauen und Mädchen mit Migrationsgeschich-
te erhalten einen Ort, wo sie sich treffen und vernetzen können, wo sie ihren Alltag
selbstbestimmt gestalten können.
Grundidee ist es, an diesem Ort gemeinsam einen Garten anzulegen, nach den eige-
nen Bedürfnissen und kulturellen Erfahrungen.
Dieser Gartenort bietet dann unterschiedliche Möglichkeiten. Dazu gehört natürlich
der Gartenbau mit Konzepten der Selbstversorgung, von selbsterfüllten praktischen
Tätigkeiten. Die beteiligten Frauen erhalten damit aber auch einen Schutzraum, den
sie selbst betreiben und einen Ort für den kulturellen Austausch – auch und gerade
entlang unterschiedlicher Erfahrungen mit dem Anbau und der Pflege von Gärten und
Pflanzen.
Da an dem geplanten Projekt unterschiedliche Gruppen beteiligt sind schaffen wir da-
mit auch einen Ort des Austauschs und Lernens aus verschiedenen Erfahrungen von
Frauen und Mädchen.
Nach bisherigem Planungsstand wollen wir mit drei Gruppen zusammenarbeiten.
Hauptpartner*in ist die Initiative Women in exile, die auf dem Gelände des Projekthauses ihr
Büro hat und mit der wir schon lange zusammenarbeiten. Die meisten Frauen kommen aus
verschiedenen afrikanischen Ländern. Zwei Frauen aus dieses Community werden das Auf-
bauprojekt auch koordinieren.
Außerdem wollen wir eine Frauengruppe aus dem eigenen Geflüchtetenprojekt einbinden.
Dies sind vor allem Frauen aus dem arabischen Kultur – und Sprachraum, unter anderem
aus Syrien und dem Irak. Mit ihnen arbeiten wir schon lange mit verschiedenen Integrations
– und Bildungsprojekten und haben die Seite http://www.womentowomen.de entwickelt.
Und zuletzt wollen wir auch versuchen, Frauen und Mädchen aus der Ukraine für den neuen
Garten zu interessieren, die wir seit einigen Wochen betreuen und die aus Partner*innen-
gruppen zu uns gekommen sind, mit denen wir seit einigen Jahren zusammen Begegnungs
– und Bildungsprojekte machen.
Inhalte
Diese Ziele wollen wir auf den hier dargestellten Wegen, verbunden mit diesen inhaltlichen
Schwerpunkten umsetzen.
Wichtig ist, dass wir zeitnah anfangen, um jetzt im Frühjahr noch die Pflanzen in die Erde zu
bringen, die dann im Sommer und Herbst eine erste und hoffentlich motivierende Ernte er-
möglichen. Dazu ist es wichtig, dass sich die interessierten Frauen erstmals treffen und erste
Formen der Kommunikation und Entscheidung fest zu legen.
Dazu gehören zum Beispiel die Fragen, wie das Verhältnis zwischen Beeten und Aufent-
haltsorten sein soll und vor allem, ob die Beete durch alle bewirtschaftet werden sollen oder
jede interessierte Frau ein Beet für sich bekommt, was sie bewirtschaftet. Dies ist im Grunde
eine erste wichtige inhaltliche Frage der gemeinsamen Verantwortung für das Projekt inter-
kultureller Garten.
Ein zweiter Schwerpunkt ist dann deshalb sicherlich der Bau der gemeinschaftlich genutzten
Orte. Hierzu können eine Sitzecke, ein Sichtschutz zum Parkplatz, Aufbewahrungsorte für
Geräte, persönliche Gegenstände, Geschirr und ähnliches gehören. Dabei wird es sicher in-
teressant, wo stark die Frauen sich auch sichtbar abgrenzen wollen oder wie offen und zu-
gänglich der Garten auch für andere Menschen werden soll. Das wollen wir tatsächlich nicht
vorgeben, sondern offen mit den Menschen diskutieren.
Im Herbst 2022 wollen wir eine Art „Erntedankfest“ durchführen. Das kann gleichzeitig der
Tag sein, an dem die Frauen und Mädchen nicht nur die erste Ernte, sondern auch ihr ge-
samtes Projekt einer – selbst gewählten – Öffentlichkeit präsentieren. Damit verbinden wir
auch hier wieder die Einbeziehung ganz unterschiedlicher kultureller Traditionen. Wie feiert
mensch solch einen Tag oder die Ernte in den verschiedenen Herkunftsländern und auch
Religionen?
Zum Ende des Jahres und auch des Projektes gilt es, den interkulturellen Garten zukunftsfä-
hig zu machen. Das ist wichtig für uns, um kein einmaliges Projekt aufzubauen. Wir wollen
deshalb natürlich das Projekt und das Jahr mit den Frauen auswerten, die Kommunikations
– und Nutzungsstruktur anschauen und vor allem die Verantwortungen für das nächste Jahr
festlegen und überlegen. Auch deshalb wäre eine überjährige Förderung wichtig.
– ist die Nutzung der Fläche befristet?
> Nein, wir haben eine dauerhafte Nutzung der Fläche auf dem Grundstück vereinbart.
>
> – was für andere Gärten befinden sich auf der Fläche des Projekthauses und auf dem Grundstück für den Frauengarten? Gemeinschaftsgärten oder Projekt-Gärten?
> Auf dem Gesamtgelände befinden sich weitere Gartenanlagen, die meist von den Bewohner*innen betrieben werden. In unmittelbarer Nachbarschaft ein Hochbeet der Menschen aus dem Haus, auf dem Grundstück des Projekthauses gibt es weitere, vor allem mobile Beete in Kisten, ein Hochbeet, was mal im Rahmen eines Deutsch – Französischen Jugendprojektes gebaut wurde (hier vor allem mit Kräutern und Erdbeeren) und drei neu bei einem Kinderferienprojekt angelegte Beete in großen Kisten direkt vor dem Werkhaus.
>
> – könnt ihr direkt in der Erde gärtnern oder werden Hochbeete gebaut?
> Besser Hochbeete bzw. Beete in großen Kisten oder Holzrahmen. Der Boden hier ist nicht gut, oft mit Bauschutt versetzt, weil da auch mal eine Baufirma und die örtliche Wohnungsgesellschaft war.
>
> – wer baut die Sitzecke und den Sichtschutz?
> Das wollen wir in Zusammenarbeit mit der Holzwerkstatt machen. Da haben wir die Maschinen und Expert*innen. Am Besten sollen die Frauen aber beteiligt werden.
>
> – wo werden die Gartengeräte untergebracht? Im Antrag steht, ihr wollt auch dafür einen Ort bauen? Wo sind die Geräte derzeit und wie sind diese zugänglich für die Gartengruppe?
> Dazu wollen wir einen kleinen Unterstand unmittelbar an den Beeten des Projektes bauen. Aktuell nutzen die Frauen die frei zugänglichen Gartengeräte des Projekthauses und des Vereins.
>
> – für was braucht ihr pädagogisches Material, bzw. habt ihr das nicht schon im Projekthaus?
> Immer mal wieder benötigt: Planungsmaterial wie Papaier, Stifte, Moderationsmaterial – da kaufen wir quasi monatlich nach. Außerdem Broschüren und Bücher in den Sprachen der Frauen, also auch mal arabisch oder auf Englisch.