Leipzig: Moorbeet und Grauwassertum um Stadtgarten H17

(Bericht)

Bei der Wahl des Standorts für das Moorbeet haben wir, bzw. damalige Vereinsmitglieder, uns
leider falsch informiert. Ausgiebige Recherchen haben ergeben, dass ein Moorbeet an einem
möglichst sonnigen Standort aufgestellt werden sollte. Heimische Karnivoren sowie
Heidelbeeren gedeihen besonders gut in der Sonne. Da wir die alte Grundkonstruktion am
schattigen Standort nicht weiterverwenden konnten, haben wir uns entschieden das Moorbeet
komplett neu zu planen. Der Standort wird an den zentralen und sonnigen Garteneingang
verlegt, wodurch es Besucher*innen gleich ins Auge fallen und auch für Bildungszwecke
besser nutzbar sein wird. Auch haben wir uns für die Variante mit Teichfolie und
Wasserspeicher entschieden. Der Wasserspeicher soll aus drei neben einander
angebrachten, umgekehrten Bottichen gebaut werden und sorgt dafür, dass das Moor ständig
feucht bleibt und nur gelegentlich gegossen werden muss. Unser neues Vorhaben hat den
Bau etwas hinausgezögert und die Kosten (vor allem für das Bauholz) drastisch erhöht. Die
Mühe hat sich jedoch gelohnt: Es entsteht ein wertvolles seltenes Biotop, das
Kohlenstoffdioxid bindet. In den Folgejahren wollen wir einheimische Moorbeetpflanzen u.a.
verschiedene Torfmoosarten, die durch ihr Absterben neuen Torf bilden, einsetzen.  

Unsere Bibliothek über Umweltthemen hat mit dem Sachbuch Die Humusrevolution und
Bildungsmaterial der Heinrich Böll-Stiftung (Versandkosten für kostenloses Bildungsmaterial:
Insektenatlas, Plastikatlas, Meeresatlas, Mobilitätsatlas) an Zuwachs gewonnen. In nächster
Zeit planen wir für unsere Literatur ein geeignetes Regal zur Aufbewahrung zu bauen. Dieses
soll in der Hütte aufgestellt werden und von außen erreichbar sein. So kann die Bibliothek zu
den Öffnungszeiten leicht geöffnet werden und die Literatur ist vor der Witterung geschützt.  

Die Arbeiten am Tomatenunterstand haben sich unter anderem durch die Coronasituation
leider über einen längeren Zeitraum hingezogen. Aber: was lange währt wird endlich gut! Im
Frühjahr 2021 konnten wir den Unterstand, inklusive neuer Regenrinne, fertigstellen und
freuen uns schon bald wieder verschiedene Tomatensorten anzupflanzen.
Die Anschaffung der neuen Regentonne ermöglicht es in den nächsten Jahren, mehr
Regenwasser aufzufangen und erspart uns Trinkwasser zum Gießen zu verwenden. Die
Regentonne wurde im Eingangsbereich des Gartens aufgestellt und fängt das Regenwasser
des Küchendachs auf.  

Gleich neben der Küche steht der Grauwasserturm, der mit Hilfe der Fördergelder fertig gestellt
werden konnte. Da wir uns nach ausführlicher Beratung mit dem Kollektiv für angepasste
Technik (KanTe) für eine spezielle Bauform mit fester Tonne, Belüftungssystem und einem
Unterbau als Erhöhung zum Auffangen des gefilterten Wassers entschieden haben, waren die
Materialkosten deutlich höher und die Förderung durch die Anstiftung eine große Hilfe. In Ihm
können täglich bis zu 40 Liter leicht verschmutztes Grauwasser (bei Abwasser vom Abspülen
und Hände waschen, bzw. 20 Liter stärker verschmutztes Küchenabwasser) zu Gießwasser
geklärt werden. In den Folgejahren wollen wir durch Bepflanzung die Klärwirkung weiter
verbessern.