Tübingen: Grüner Tilsiter – Gruppe ist sehr aktiv

(Antrag/Antworten)

Rückblick 2021
Beetumrandungen
Aus alten Holzlatten und Stäben (lagernde Reste) wurden Beetumrandungen für Erdbeeren und Rhabarber
gebaut.
 
Bodenverbesserung
Etwas über 3 Tonnen Kompost wurden uns angeliefert. Von mittags bis zum Sonnenuntergang waren zahl-
reiche Helfer (Gartenleute und Ehemalige) damit beschäftigt den Komposthaufen vom öffentlichen Grund
in den Garten zu verfrachten. Jeder half so gut er konnte. WIr liehen uns Schubkarren und große Ei-
mer/Wannen vom Nachbarn und sind dankbar über die freundliche Unterstützung aus unserem Umfeld.
Bisher haben wir aus unseren Komposten (wurden von uns erstmals neu strukturiert) und vom Nachbarn
Kompost bezogen. Dies reichte bei Weitem nicht aus, um die Anbauflächen zu speisen. Unser Boden ist im-
mer noch in einem ungenügendem  Zustand und wir arbeiten weiter daran (siehe vorgesehenes Mulchen
mit Hackschnitzeln und Einbringen von Pflanzboden). Weiter haben wir mit Rasenschnitt, Laub und Stroh
gemulcht und Blütenmischungen (Gründünger) auf den freien Beetflächen zur Bodenverbesserung ausge-
sät.
 
Hochbeet
Zum rückenschonenden Gärtnern und um das Schneckenproblem für Setzlinge etc. zu lösen, hat sich die
Gartengemeinschaft darauf geeinigt ein Paletten-Hochbeet zu bauen. In einer gemeinsamen Samstags-Ak-
tion wurde das Gartenstück begradigt und für das Hochbeet vorbereitet. Das ca. 3m² große Hochbeet
wurde an dem Tag zusammengeschraubt, am Boden mit einem Drahtgitter als Nagetierschutz und anschlie-
ßend ringsum mit Noppenfolie ausgekleidet.  
Im Anschluss erfolgte die Befüllung. Beginnend mit Astwerk und Grünschnitt und anschließend randhoch
mit der frisch gelieferten Komposterde. Im laufenden Gartenjahr wurden Zucchini, Kräuter, Rote Beete und
Kohlarten gepflanzt. Im Vergleich zu den Pflanzen in den Bodenbeeten war der Ertrag an Zucchini deutlich
höher. Über das gesamte Jahr sank das Beet deutlich um fast die Hälfte des Füllvolumens ab und muss für
die kommende Saison aufgefüllt werden.
 
Reparatur des Tomatendachs und erweitere Regenwassergewinnung
Im Gemeinschaftsgarten steht seit einigen Jahren ein Tomatendach, welches über die Zeit unter den Wet-
terbedingungen gelitten hat. Während der vorherigen Gartensaison ist den GärtnerInnen aufgefallen, dass
die bisherige Dachkonstruktion ihren Zweck nur bedingt erfüllt, da auf der Wetterseite nicht genügend
Dachvorsprung vorhanden war, um die Pflanzen vor Wasser, und somit der Kraut- und Braunfäule zu schüt-
zen. Zudem bestand der Wunsch in der Gruppe, die Regenwassergewinnung zu erhöhen. Aus diesen Grün-
den wurde in einem ersten Schritt die Balkenkonstruktion repariert, begradigt und um die Dacherweiterung
ergänzt. Im Anschluss wurde das Dach mit Kunststoff-Wellplatten gedeckt und eine Regenrinnenkonstruk-
tion ergänzt. Leider musste das Dach nach einem starken Unwetter mit Hagel bereits im Juni repariert wer-
den. Eine Mitgärtnerin spendete dem Garten ein Regenfass mit deutlich mehr Volumen als unsere Regen-
tonnen haben. Durch die Aktion musste über das gesamte Gartenjahr deutlich weniger Wasser über einen
Schlauch in den Garten geschafft werden.
 
Öffentlichkeitsarbeit
Auf der Website des Werkstadthauses wird der Grüne Tilsiter kurz vorgestellt und seit der Saison 21 unsere
offenen Gartentermine angekündigt. Ebenso finden PassantInnen einen Aushang am Gartentor. An Tagen
des offenen Gartens können Interessierte unverbindlich dazustoßen und uns kennenlernen:
https://www.werkstadthaus.de/fr/handwerk/gemeinschaftsgaerten
 
Eine große Hecke schützte den Garten bisher vor neugierigen Blicken, schirmte uns aber natürlich auch vor
potentiellen Mitgärtner:innen ab. Daher haben wir in einer größeren Aktion, die Hecke gestutzt und im glei-
chen Zug die Mirabellenbäume von zwei zudringlichen Thujen befreit. Durch die Ausforstung gewannen wir
neuen Raum, über dessen Nutzung wir derzeit noch debattieren. Die Säge- und Schneideaktion verlief rich-
tig super. Viele Gartenmitglieder waren zum Helfen dabei und wir hatten richtige Profis am schweren Ge-
rät. Weiter wollen wir uns bei Baumkundigen informieren, was wir den Mirabellen zukommen lassen dür-
fen, damit sie bessere Wachstumsbedingungen erfahren. Die Früchte sind sehr schmackhaft.
 
Pflanzentauschbörse extended: Die diesjährige Pflanzentauschbörse wurde durch das Werkstadthaus auch
auf sämtlichen digitalen Kanälen angekündigt und erfreute sich eines regen Austauschs. So wurden die da-
für angesetzten zwei Wochen um viele weitere Wochen überzogen.
 
Gemeinschaftsaktionen
Leider hinkt unsere Kommunikation und Organisation immer wieder und wir brauchten und benötigen wei-
terhin viel Zeit zur Aussprache. Ebenso ist es immer wieder eine Herausforderung alle Ansichten und Ge-
schmäcker unter einen Hut zu bekommen. Uns liegt aber daran, dass sich jeder gehört fühlt. Als Abstim-
mungsmethode führten wir im Sommer ‘21 das Systemische Konsensieren ein, damit unsere Diskussionen
nicht weiterhin ausufern und wir handlungsfähig bleiben. Der Wunsch nach einer Art Leitbild kam auf. Hier-
für arbeitete eine Mitgärtnerin mit systemischem Hintergrund Fragen zur Gruppenidentität aus, die nun in
Bearbeitung sind und uns als Wegweiser dienen sollen.
 
Was haben wir 2021 gelernt?
●  Taglilien sind (fast) unsterblich.
●  Auf das Wetter haben wir keinen Einfluss: am 23.06.2021 wurde unsere Region von einem
enormen Unwetter überrascht. Insbesondere der Hagel machte unserem Gemeinschaftsgarten
schwer zu schaffen. Alles bisher Gewachsene (Stangenbohnen, Gurken, Zucchini,…), die Erdbeeren
(dieses Jahr von den Schnecken verschont und zahlreich mit geschmackvollen Früchten bestückt),
Blüten, Johannisbeeren + Stachelbeeren (dieses Jahr dank Mulchen und Düngen (?) auch mit
zahlreichen Früchten besetzt) wurden komplett zerstört. Das frisch sanierte Tomatendach wurde
auch komplett zerlöchert und musste somit nach kürzester Zeit erneut provisorisch repariert
werden.
●  Schnecken kommen und gehen, wir haben aber weiter ein Argusauge darauf.
●  Vieles kann gebraucht und umsonst erworben werden. Durch unsere Bekanntenkreise, das Suchen
im Nachbarschaftsportal und in digitalen Kleinanzeigen konnten wir einiges für geschenkt ergattern
(Gartenmöbel, Pflastersteine, Sonnenschirme, Weinreben, Pflanzen, Regenfass,…). Ebenso gaben wir wieder zurück, was uns mittlerweile nicht mehr dienlich ist.  Diese Haltung wollen wir auch im
Jahr 2022 weiterverfolgen. Bislang bekommen wir für 2022 Stroh, Brombeeren, Himbeeren und
Trittplatten geschenkt.
 
Projekte 2022 (wahrscheinlich Ausweitung auf 2023 nötig, da sehr umfangreich!)
1.  Einfassung der Beete auf der rechten Seite, zur Absicherung und Kennzeichnung der
Abbruchkanten und besserer Wegeführung. Aufschütten der Beete mit Erde und Hackschnitzeln
zwischen dem Hochbeet und der Grillstelle, um über das Niveau des MIttelweges zu kommen und
ein großes Beet mit Trittsteinen zu schaffen. Hierauf in verschiedenen Zonen unterschiedliche
Bienenfreunde und Gemüse pflanzen.
2.  Tomatendach reparieren und zu Gewächshaus-ähnlichem Objekt erweitern
3.  Spalier und Rankhilfe bauen. Am Zaun zum Nachbarn entlang Spalier zum Naschen von
Brombeeren und Weintrauben.
4.  Kartoffelturm bauen
5.  Holzmöbel witterungsfest machen
6.  Palettenbank aus Restbestand bauen
7.  Umsetzen Komposte und Regentonnen
8.   
Projekte, die wir noch nicht im Kostenplan kalkuliert haben und uns noch nicht im Klaren darüber sind, ob
wir Kapazität dafür haben, oder diese 2023 umsetzen:
9.  Umgestaltung Sitzecke (“Pergola”)
10. Nistkästen und Insektenhotel bauen (gegebenenfalls Workshop in Kooperation mit Werkstadthaus
und zur Öffentlichkeitsarbeit machen)
11. Renovierung Hütte

Bisher gab es ja keine Umlage zur Finanzierung des Gartens, ist das inzwischen geplant? Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten für die Pflanzen und das Saatgut? Einiges sollte ja auch selber vermehrt werden und es gab die Tauschbörse: wie erfolgreich ist die Eigenvermehrung/anzucht? Was passiert mit der Ernte?

Bei der diesjährigen Tauschbörse waren so gut wie keine Gemüsepflanzen dabei. Mehr Blumiges. Und wir haben viel Melisse und Erdbeerpflanzen hergegeben. Zum Anbau hat die Tauschbörse also keinen Mehrwert für uns gebracht. Die Eigenvermehrung ist bislang alles andere als erfolgreich. Hauptfaktor ist wohl, dass wir überhaupt mal froh sind, wenn irgendetwas bis zur Ernte gedeiht. 2020 haben die Schnecken das meiste gegessen, 2021 hat der Hagel das meiste zerstört. 2020 haben wir versucht Spinat zu vermehren. Der wuchs 2021 nicht an, sodass wir wieder Samen kauften, die ebenso nicht ausschossen. Wo keine Pflanze, da keine Vermehrung. Das einzige, was rege wuchs, waren die Stangenbohnen. Hier haben wir schlichtweg vergessen von der ersten Ernte Bohnen für Saatgut zu behalten. Ansonsten hat noch genau eine Zucchinipflanze wirklich getragen. Und ein paar Gürkchen kamen. Wahrscheinlich waren wir über diese heilige Ausbeute so froh, dass wir gar nicht an Vermehrung gedacht haben. Ansonsten haben wir Himbeerpflanzen mittels Stecklingen vermehrt. Durch das Nachfragen rückt das Thema nun wieder mehr ins Bewusstsein und wir werden versuchen es besser umzusetzen.


Es ist eine erwachsene Gärtnerin weniger als beim letzten Antrag, es ist eine eher kleiner Gruppe – doch gibt es einige Ideen und Maßnahmen, um sichtbarer zu werden, toll! Hat es schon zu mehr Interesse geführt, dass ihr nun einen eigenen Bereich für die Gärten bei eurer Werkstatthaus-ÖA/Site habt? Soll es auch Veranstaltungen für die Nachbarschaft geben, werden ggf. Flyer/Zettel in nahe Bioläden o.ä. aufgehängt?
Unsere Gruppe ist nicht riesig, aber im Verhältnis zur Grundstücksgröße doch relativ passend. Außerdem gärtnert bei uns ja auch das Kinderhaus Janusz Korczak mit. Zudem muss man sagen, dass ein reger Wechsel besteht. Jährlich kommen neue dazu, andere müssen (häufig aufgrund veränderter Lebensumstände) gehen. Derzeit gibt es zwei neue Interessentinnen, die diese Saison einsteigen möchten. Hier müssen wir uns noch absprechen, wie wir das gut begleiten können. Wahrscheinlich ist derzeit aber ein guter Moment, weil wir uns ja auch gruppenintern neu formieren möchten (Leitbild, Gemeinschaftssinn, Mitgliedschaft Werkstadthaus, etc.). Vielleicht trägt das auch zu weniger Fluktuationen und einer verbindlicheren und eindeutigeren Teilnahme bei. Ein erster Schritt war mit dem Werkstadthaus im Februar 2022 in Austausch zu kommen und erst mal eine gemeinsame Basis für die Gartengruppe zu schaffen. Die Idee mit dem verstärkter in der Nachbarschaft publik machen, nehmen wir gerne zum Überdenken an. Es gibt ein Nachbarschaftsportal auf dem das Werkstadthaus unsere Termine zum offenen Treff gepostet hat.