Emmendingen: Gemeinschaftsgarten im Park gestartet

(ANtrag, Antworten)

In Emmendingen hat sich letzten Herbst eine Gartengruppe gegründet, die im Juni in einer Ecke eines öffentlichen Parks damit angefangen hat, einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen. Initiiert u.a. von Gemeiderätinnen. Die Vision ist „essbares Emmendingen“, der Gemeinschaftsgarten ist der Beginn.

Die Kerngruppe besteht bisher aus 10 – 12 Aktiven, mit dabei sind zwei Geflüchtete aus der nahen Unterkunft. Die Fläche haben sie kostenfrei und unbefristet von der Stadt bekommen, Vertrag ist bisher mündlich. „Die Stadt“ hat nach Wünschen der Gruppe Platz für Beete gefräst.

     • Haben Sie einen Vertrag mit der Stadt, ist der Vertrag (und die

Nutzung) unbefristet und zahlen Sie eine Pacht, wenn ja, wie hoch ist diese?

Ja, wir haben einen Vertrag mit der Stadt (die uns voll unterstützt); die Vereinbarung war erstmal nur mündlich, der Vertrag wird diese Tage unterschrieben nachdem er jetzt endlich mit allen Akteuren abgetimmt ist. Die Vereinbarung ist unentgeltlich und unbefristet. Der Vertrag läuft über den Treffpunkt Freiburg.

     • Ist das Grundstück umzäunt und wenn ja, wie kommen die Gärtner*innen jederzeit auf das Grundstück?

Das Grundstück ist nicht umzäunt; alle haben jederzeit Zugang, auch Passant*innen. Zur Abgrenzung im Hinblick auf Hunde etc. gibt es eine Blumenrabatte/Insektenweide und ein Obstspalier in Richtung Straße.

     • Was bedeutet, dass die Fläche provisorisch mit Blumen und Gemüse bepflanzt ist? Wer kümmert sich darum und soll die Bepflanzung auf diesen drei Beeten verstetigt werden?

Mit provisorisch meinten wir, dass noch nicht überall die langfristig vorgesehene Bepflanzung angelegt ist; so ist z.B. das Beet, in welchem wir ein Spalier mit Obstgehölzen und permanenten Pfählen sowie mehrjährigen Insektenfreundlichen Stauden anlegen wollen, bisher nur mit einjährigen Blumen und Gemüse bepflanzt, Haselstecken sollen durch ein permanentes Rankgerüst ersetzt werden und statt Feuerbohnen z.B. Wein und Beerekiwis dort ranken. Corona hatte den Start sehr hinaus gezögert, sodass an vielen Stellen nur „provisorisch“ gepflanzt und gesät wurde was im Juni noch funktioniert hat. Die Bepflanzung soll in allen drei Beeten verstetigt und durch weitere Beete ergänzt werden.

     • Wurde die Erde untersucht?

Nein, es gibt keine bekannte Vorbelastung, daher haben wir bisher auf eine professionelle Untersuchung verzichtet.

     • Gibt es ein Schild an der Fläche, die auf den (geplanten) Gemeinschaftsgarten hinweist? Wie erfahren potentielle Interessierte von dem Projekt?

Es gibt mittlerweile ein schönes Schild am Eingang zum Garten mit Name und Kontaktadresse sowie ein Schild mit unseren Gärtnerzeiten und der Einladung mitzumachen. Außerdem sind wir auf Instagram vertreten, und es wurde in der lokalen Presse bereits auf unseren Garten hingewiesen und wir haben uns bereits im Sommer beim regionalen Klimagespräch Emmendingen vorgestellt.

     • Wie kann man bei der Planung, Umsetzung und dann beim Gärtnern mitmachen?

Siehe oben…

Leider ist im Frühjahr keine so große Öffentlichkeitsbeteiligung gelungen, wie wir es gerne gemacht hätten (mit Workshops etc.), aufgrund von Corona. Alle, die von unseren Treffen erfahren sind herzlich eingeladen, und werden auch immer in die weitere Planung einbezogen. Wir sind weiterhin mit der Presse im Kontakt und stellen uns z.B. bei einem Stadtteilfest im Bürkle Bleiche nächste Woche vor.

     • Wie viele Beete sind geplant? (Flachbeete und Hochbeete) Derzeit bestehen 3 Flachbeete, je 1,5m-1,70m Breite, mit einer Gesamtlänge von ca. 30m. Ein Mulchbeet wurde über den Sommer angelegt, weitere Beete sind für die nächste Saison geplant (2 Hochbeete sowie eine Kräuterspirale, eventuell kommt ein Lasagnebeet und ein Hügelbeete dazu – die genaue Größen und Anzahl noch nicht festgelegt und auch abhängig von der weiteren Gruppengröße).

     • Wie unterstützen die Geflüchteten das Projekt? Hat jemand aus der Gruppe den Garten in der Unterkunft schon einmal vorgestellt?

Wir haben zu Beginn auf eine offizielle Vorstellung des Projekts in der Unterkunft bewusst verzichtet, um den Garten sich erstmal entwickeln zu lassen. Die Zusammenarbeit und der Austausch entstehen dadurch aktuell organisch, aus dem natürlichen Interesse der vorbeikommenden. 2 Geflüchtete kommen regelmäßig zu unseren wöchentlichen Treffen und sind damit Teil der Gruppe, andere kommen unregelmäßig spontan dazu. Wir sind also bereits dabei, wie Anfangs auch erträumt, ganz von alleine ein interkultureller Garten zu werden. Ein Aushang in anderen Sprachen ist zusätzlich geplant.

     • Das Wasser bekommen Sie aus dem Bach? Wie weit entfernt ist dieser? Mussten Sie Schöpfrechte dafür beantragen? Gibt es darüber hinaus Wasser auf dem Grundstück oder wie ist die Bewässerung geplant?

Wir haben eine mündliche Absprache mit der Stadt, dass wir Wasser entnehmen dürfen; Schöpfrechte müssen wir wohl nicht beantragen, solange die Entnahme von Hand erfolgt. Die Entfernung ist ca. 10 Meter und bis auf einen etwas rutschigen Zugang (daher die Steine zur Befestigung im

Antrag) ist das Bachwasser sehr gut zu erreichen, und soll als Gießwasser dienen. Durch konsequentes Mulchen verringern wir zusätzlich unseren Wasserbedarf, sodass wir mit wenig Gießen auskommen.

     • Das Werkzeug soll in die Aufbewahrungskiste?

Ja. Bisher haben wir Werkzeug in einer von der Stadt geliehenen Kiste, die wir voraussichtlich im Frühling zurückgeben müssen. Das neu beantragte Werkzeug kann erstmal darin gelagert werden, und falls wir diese zurückgeben müssen, werden wir in ähnlichem Format eine eigene Kiste bauen.

     • Wie sind Ernte und Verarbeitung geplant?

Die Ernte erfolgt gemeinsam an den offenen Gartentagen. Mitgärtner*innen wie auch Besucher*innen/Passant*innen dürfen dann ernten und auch Kinder aus der Nachbarschaft nehmen das Gemüse gerne mit nach Hause. Bisher ist darüber hinaus keine Verarbeitung nötig oder geplant. Sollte die Ernte zu viel werden für die Mitgärtnernden werden wir über Schilder darauf hinweisen und auch außerhalb der Gartenzeiten vorbeikommende zur Ernte einladen.

     • Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten?

Bisher sind kaum Kosten entstanden. Die Gärtner*innen beteiligen sich immer wieder durch Pflanzen und Materialspenden, und es besteht aus der Gruppe auch die Bereitschaft sich an anstehenden, kleinen Ausgaben zu beteiligen (bisher z.B. beim Posteo Konto oder gelegentlich Saatgut etc.

geschehen).