Alfreds Garten (Köpenick)
Auf einem ehemaligen (umzäunten) Bolzplatz, umgeben von hohen Plattenbauten ist Alfreds Garten entstanden. Es ist ein Gemeinschaftsgartenprojekt für die Mieter*innen dieser DeGeWo (Wohnungsbaugesellschaft)-Häuser. Der Garten wurde im April 2017 eröffnet und Himmelbeet wurde beauftragt, den Garten zu begleiten und Workshops zu machen. (https://www.degewo.de/presse/pressemitteilungen/presse/urban-gardening-jetzt-auch-in-koepenick/)
Die Gruppe ist inzwischen recht eigenständig und gärtnert in individuellen Beeten. Wer mitmachen möchte, muss sich bei der Quartiersmanagerin melden (die DeGeWO hat eigene Quarteiersmanager*innen). Die DeGeWo hat einige Gartenprojekte in ihren Mietanlagen. Diese zählen zu den „Handlungsfeldern“: Wohnraumbegrünung/verschönerung, Angstraumbeseitigung, sozialer Treffpunkt. Ziel ist es, dass die Mieter*innen sich so wohl fühlen, dass sie lange dort wohnen bleiben. Einige der Gartenprojekte der DeGeWo sind klassische Mieter*innengärten, bei denen es abgetrennte Parzellen für interessierte Mieter*innen gibt, andere sind Gemeinschaftsgartenflächen. Die QM-Frau ist u.a. dafür zuständig, die Regeln der DeGeWo für die Gärten zu erläutern und auf deren Einhaltung zu achten, aber auch ansperchbar hinsichtlich Finanzierung von kleineren Vorhaben/Infrastruktur wie z.B. ein Frühbeet o.ä.
Als ich da war, hat eine Gärtnerin die QM-Frau, die mir den Garten zeigte, hinsichtlich der Regeln angesprochen. Diese scheinen nicht passend für die einzelnen Gartenprojekte und ddie Gärtnerin schlug vor, dass die Regeln auf die Belange und Erfahrungen der einzelnen Gärten angepasst werden sollten. Geht wohl eher nicht, aber die Gruppe können sich ja eigene Regeln (zusätzlich) geben.
Bölschegarten (Köpenick)
Im Hinterhof einer Kirchengemeiden der Berliner Stadtmission hat die Gruppe, die sich 2020 formierte, eine Fläche gefunden. Die Gruppe entstand aus einer Veranstaltung/Initiative zu „Nachhaltigkeit in Friedrichshagen“, die Fläche haben sie durch persönliche Kontakte gefunden. Sie sind hauptsächlich junge Familien, die hier gärtnern, sie wollen zunächst auch nicht aktiv wachsen, sondern erstmal in dieser Konstellation den Garten weiter aufbauen. Bisher haben sie ein paar wenige Hochbeete gebaut, die sie gemeinsam begärtnern. Sie haben zudem geplant, wie sie die Fläche weiter gestalten wollen (Kompost, Kräuterspirale, weitere Beete etc.).
Sie hatten sich bei der Kiezkasse, die wohl explizit neue Projekte fördern möchte, für eine Finanzierung beworben, jedoch weit weniger Geld bekommen, als sie dort beantragt haben. (https://mein.berlin.de/kiezkasse/2021-11339/) Meine Gesprächspartnerin meinte, dass in der Sitzung, bei der sie das Projekt vorstellte, nicht verstanden wurde, was din Gemeinschaftsgarten für einen Sinn habe.
MaxPflanzen (Mitte)
„Max Pflanzen ist ein Schul- und Gemeinschaftsgarten in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. Er wurde im April 2015 von einer internationalen Gruppe junger Menschen ins Leben gerufen. Das Max-Planck-Gymnasium Berlin stellte dafür seinen alten, brach liegenden Schulgarten zur Verfügung. Von Anfang an war es die Idee, den Garten den Schülern und auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun bauen wir dort gemeinsam mit Kiezbewohnern auf ökologische Weise Gemüse und Blumen an.“ (von ihrer Website).
Eine kleine Kerngruppe (3-4 Leute) bestimmt hier das Geschehen, in den letzen Monaten sind einige junge Familien dazu gekommen. Hier wird hauptsächlich gemeinschaftlich gegärtnert, manche haben sich aber eigne kleine Reiche geschaffen. Die Schule hat auch einen eigenen Bereich, doch könnte der Garten laut meiner Gesprächspartnerin noch sehr viel mehr von der Schule genutzt werden. Das Engagement der Lehrer*innen ist wohl nicht so groß. Der Garten hat einige Besonderheiten neben der Nutzung auch durch die Schule. Es gibt einen Teich, einen Wald und einen extra Bereich für „Insektenpflanzen“.
Wer viel da ist, entscheidet, wo was gepflanzt wird und erntet auch am meisten. Es werden Feste gefeiert, die Gärtner*innen können auch privat hier feiern. Ein Namensschild des Gartens gibt es zwar, das ist aber abgefallen und somit gibt es außen keinerlei Information zu dem Projekt. Saatgut und Pflanzen finanzieren sie selber, Wasser bekommen sie von der Schule, für die Nutzung der Fläche müssen sie nichts bezahlen. Der Garten ist ereichbar, ohne dass man durch die Schule/den Schulhof muss, es gibt aber auch einen Zugang direkt von der Schule aus.
Nachbarschaftsgarten im Brunnenviertel (Mitte)
Am ehemaligen Diesterweggymnasium bzw. direkt davor gibt es nun einen Gemeinschaftsgarten. Im Mai diesen Jahres ging es los. Entstanden ist die Idee für einen Garten an dieser Stelle, da sich hier Müll sammelte und die Anwohner*innen sich beschwerten. Ein Garten schien die Lösung für eine sinnvolle Nutzung der Fläche zu sein. Vor ein paar Jahren hatte die Initiative PS Wedding schon einmal versucht, an einem etwas anderen Ort am Diesterweg Gymnasium, einen Garten aufzubauen, dann aber doch nicht die Genehmigung bekommen. Dieses Mal war gleich der Stadtteilverein Brunnenviertel e.V. involviert, der gut vernetzt ist und auch „in Sachen Gärten“ schon aktiv. So haben sie das Projekt „Brunnengärten 2.0.“, mit dem sie Gartenprojekte verschiedenster Coulor sichtbar machen und vernetzen. Der Nachbarschaftsgarten besteht aus Hochbeeten, die teilweise fertig geliefert wurden und teilweise vor Ort zusammen gebaut wurden. Erde für die ersten Beete kam vom Bezirk (https://brunnenviertel.de/tag/gemeinschaftsgarten)
Beworben wurde der Garten mit Plakaten und Flyern – die ersten Interessierten meldeten sich und beim Befüllen der ersten Beete und auch beim Bau der weiteren meldeten noch mehr Leute. Jetzt gibt es eine Warteliste. Die Beete stehen recht in Reihen nebeneinander auf dem Pflaster und außer den Beeten gibt es nix: kein Gartenhäuschen, Kisten o.ä. Die Leute bringen sich derzeit sogar die Gießkannen von zu Hause mit. Wasser ist die Hauptsorge der Gruppe: sie müssen 300 Meter laufen und die Kannen schleppen. Ein Standrohr ist im Gespräch, doch noch ist unklar, was das dann füllen könnte und wer sich darum kümmern würde. Regenwasserernte ist wohl schwierig (trotz vieler Häuser und Dächer), da die Tonnen als potenzielle Gefahrenstellen gesehen werden (Kinder/Tiere könnten ertrinken).
Der Garten ist nicht umzäunt, er liegt an einer Rad/Fußgängerstraße (Autos fahren hier nicht). Gegenüber ist eine Wiese, auf der es wohl mal eine Boulebahn gab. Die Gärtner*innen würden hier gerne ein regelmäßiges, selbstorganisiertes Kaffeetrinkenhappening organisieren: jede* bringt sich einen Stuhl, Kaffee und Kuchen mit. So könnte der Ort (und der Garten) mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Man kann sich zwar auf die Stufen des Schuleingang setzen, doch gemütlich ist das nicht.
Wilde 17 (Mitte)
Die Kerngruppe der Wilden17 ist so um die 20 Leute groß, dazu kommen viele ab und an oder zu Veranstaltungen. Als ich da war, kamen immer mehr junge Familien in den Garten. Es gibt im Garten eine hohe Affinität zum Bauen. Sie haben eine Bühne, ein Gewächshaus, einen Lehmofen, verschiedene Sitzelemente etc. gebaut.
Einer aus der Kerngruppe ist Mitglied im Quartiersrat (Badstraße). Mehr zum QR: https://www.badstrasse-quartier.de/65-home/top-news/515-quartiersrat-werden In dieser Funktion hat er bei einer Sitzung der BVV, bei der die QRs ab und an dabei sein können, daran mitgewirkt, dass wohl die Verwaltung beauftragt wurde, zu prüfen, ob und wie die Gemeinschaftsgärten in Mitte mit Wasser und Strom ausgestattet werden könnten. Es liegt noch keine Antwort vor, er will nachhaken. Es gibt inzwischen auch einen Ansprechpartner für GGs im Bezirk, Name war aber unbekannt (und ich habe nix im Netz gefunden).
Am 15.06.2019 zum Tag der offenen Gesellschaft war Steinmeier zu Gast im Wedding. Aktive der Wilden 17 waren auch da und haben Herrn Steinmeier eine Pflanze überreicht, die in einem mit Wilde17 gebrandeten Topf wächst. Sie baten ihn, sich dafür einzusetzen, dass der Garten dauerhaft erhalten bleibt.
Im Mai 2021 drehte das ZDF (Hallo Berlin) in der Wilden17 und stellte das Projekt vor: https://www.facebook.com/diewilde17/videos/853295491923976/
Gemeinschaftsgarten Rot-Weiß Viktoria Berlin (Mitte)
Der Sportverein „Rot-Weiß Viktoria Mitte“ hat einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. (https://www.viktoriamitte.de/content2020/nachhaltig/). Sie nennen das „rot-weiß = grün“. Sie haben eine große Außenfläche (Sportplatz), mit Hecken, Bäumen, Sträuchern etc. Das Gartenprojekt ist Teil ihres Nachhaltigkeitsschwerpunkts und verteilt sich über die Außenbereiche der Fläche (ein kleiner Teil ist auf dem Dach). Sie nutzen Holzkisten einer befreundeten Firma als Hochbeete, die sie in einer Art langen Reihe auf der einen Seite der Fläche aufgestellt haben und sie haben Flachbeete, hier wachsen verschiedene Pflanzen direkt in der Erde, die nach ihrer Kenntnis dafür geeignet ist. Um das Projekt kümmern sich hauptsächlich vier Leute aus dem hauptamtlichen Team, es machen eher punktuell Vereinsmitglieder mit. Kinder machen gerne bei Aktionen mit. Auch Nachbar*innen können mitmachen – es gibt aber kein Schild, das auf den Garten hinweist. Einiges vom Gemüse wurde schon geklaut, sie haben Sorge, dass ein Schild zu mehr Diebstahl führen würde. Für den Sportverein ist es ein Bildungsprojekt und es geht ihnen um die Förderung von Biodiv und zeigen, was wie wächst.
KunstGemüse (Pankow)
Im Blankensteinpark (Grenze zwischen Pankow und Friedrichshain) entsteht seit diesem Frühjahr der Gemeinschaftsgarten KunstGemüse. Das Bezirksamt sieht das Projekt als Experiment und die Gruppe hat zunächst eine zweijährige Nutzungszusage bekommen, dann wird ausgewertet. Wenn es gut läuft, könnten auch andere öffentliche Flächen in Pankow an (Garten)Gruppen gegeben werden.
Die Idee zu dem Garten entstand, da die Initiator*innen ein Projekt machen wollen, bei dem die Menschen aus der Nachbarschaft sich treffen, in Kontakt kommen, weniger einsam sind. In dem Kiez ist viel Bewegung: viele sind weggezogen, neue dazu gekommen, gerade die älteren Leute sind eher alleine. Ein Garten schien von allen überlegten Projekten am niedrigschwelligsten für viele.
Sie haben einen Verein gegründet und sind schon jetzt 100 Leute. Wer mitmachen möchte, baut sich ein Beet und bringt das Material dafür selber mit. Organisiert haben sie die Beete in „Beetinseln“. Jede Person kann 1m² zum individuellen Gärtnern nutzen, man dockt sich, wenn man neu ist, an eine bestehende Beetinsel an (als ich da war, enstand eine neue Insel, da hier 6 Leute gleichzeitig anfangen wollen). Damit die Gärtner*innen sich nicht ganz hauptsächlich auf das eigene Beet zurück ziehen, ist die Regel, dass Sitzgelegenheiten pro Beetinseln gemeinsam gebaut werden, nicht pro Beet.
Die Macher*innen haben im Vorfeld einige Gärten besucht und festgestellt, dass, sobald die Beete fertig bepflanzt sind, bei Gärten mit individuellen Parzellen, dann nicht mehr viel zu tun ist – und die Leute dann unregelmäßig kommen oder auch weg blieben, obwohl sie was zahlen: ist langweilig, da nix zu tun war die Antwort auf das warum. So machen sie in Pankow immer wieder Gemeinschaftsaktionen, Workshops und planen Veranstaltungen.
Sie dürfen die beiden kleinen Gebäude auf der Fläche mitnutzen. In einem ist ihr Werkzeug, in dem anderen gibt es eine Toilette.
Wer eine Idee für den Garten hat, muss das absprechen und braucht das ok vom Vorstand.Sie wollen Kitas und andere Gruppen einbeziehen. Eine Integrationswerkstatt in der Nachbarschaft hat angeklopft, ob sie bei denen Hochbeete bauen könnten.
Tomate sucht Gießkanne (Friedrichshain)
Seit 2015 nutzt die Grüne Liga eine 2000m2 große Fläche auf einem (ausgedienten) Friedhof, hier gibt es einen Gemeinschafsgarten und die Grüne Liga macht Umweltbildungsangebote. Auch eine Kita hat ein Teilstück, das sie als ihre Außenfläche nutzen. Die Fläche ist recht schattig, so dass nur an bestimmten Stellen Gemüsebeete Sinn machen. Montags ist immer jemand von der Grünen Liga da und die Gruppe des Gemeinschaftsgartens trifft sich. Die Grüne Liga muss ich um die Verkehssicherheit der Fläche kümmern, das bedeutet in diesem Fall: Bäume prüfen. Morsches entfernen (lassen), Grabsteinfestigkeit prüfen (es gibt noch ein paar davon auf der Fläche) etc.
So richtig einen Überblick wer alles beim Gemeinschaftsgarten mitmacht, haben sie wohl nicht, nur im Groben, denn mache kommen auch nur selten oder zu Zeiten, zu denen keine*r von der Grünen Liga da ist.