Garten der Hoffnung in Otterndorf und Corona

(aus dem Sachbericht)

Im Frühjahr haben wir noch gemeinsam mit zwei Flüchtlingsfamilien die Beete vorbereitet und das Gemüse eingesät, und ein Fest zum internationalen Frauentag (von den Frauen aus dem Garten initiiert, in der Otterndorfer „Stadtscheune“ veranstaltet) konnte gerade noch im letzten Moment stattfinden. Doch dann kam der Lockdown, und es ging erstmal gar nichts mehr. Wir haben die Zeit überbrückt, indem wir uns versetzt um den Garten gekümmert haben. Es gab zum Beispiel einen Gießplan, in den auch einige der Geflüchteten regelmäßige Verantwortung übernommen haben. So ist das Gemüse und das Obst gut gewachsen. Zum Ernten kamen die Familien und Einzelpersonen versetzt, das klappte gut, ohne dass wir etwas organisieren mussten. […]
Als es im Sommer wieder erlaubt war, haben wir mit den Aktiven unseres Gemeinschaft­s­garten-Projekts ein Picknick im Garten veranstaltet, um den Zusammenhalt der Gruppe zu wahren. Wir haben kleine Sitzgruppen mit festen Sitzplätzen vorbereitet, so dass wir uns nicht zu nahe kamen. Alle aus der Kerngruppe sind gekommen und haben sich etwas zu essen mitgebracht, so dass es ein angeregter Nachmittag mit ca. 20 Personen (plus Kinder) wurde. Zu diesem Ereignis hatten wir auch ein Paar aus Zimbabwe und ein Paar aus Kolumbien eingeladen, die gerade aus einem Camp nach Otterndorf gekommen waren.

Mit den „Neuen“ haben wir in den Sommermonaten abwechselnd wöchentlich samstags im Garten Deutsch-Übungsstunden durchgeführt.

Es gab noch zwei weitere Veranstaltungen in diesem Jahr:

Im August haben wir den afghanischen Schriftsteller, der in diesem Jahr Stadtschreiber in Otterndorf war, zu einem Austausch eingeladen, an dem natürlich hauptsächlich afghanische Familien und interessierte Deutsche teilgenommen haben.

Im Oktober gab es dann ein großes Treffen, um unsere Äpfel (dieses Jahr eine reichhaltige Apfel- und Birnenernte) zu Saft zu verarbeiten. Vorher gab es kleinere gemeinsame Aktionen, um die Früchte zu pflücken und in Kisten zu packen. Wegen besserer Hygiene­bedingungen und mehr Platz bei unsicherem Wetter haben wir die Apfelsaftproduktion in Haus und Garten von mir und meinem Mann verlegt. Alle ca. 25 Erwachsene und Kinder haben beim Waschen, Schneiden, Zermahlen, Pressen und Abfüllen geholfen, und jede Familie konnte einige Flaschen Apfelsaft mit nach Hause nehmen.

Spontane Nutzung des Gartens als Treffpunkt, zur Ernte und zur Erholung

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Corona-Einschränkungen wurde der Garten zu verschiedenen Anlässen und von verschiedenen Gruppen genutzt: die hiesige Bauchtanz­gruppe hat wegen der besseren Abstandsmöglichkeiten einige ihrer Treffen in den Garten verlegt; die Teilnehmer*innen des B2-Kurses haben ihr Abschluss-Essen dort veranstaltet; zwei afghanische Familien haben den Garten für ein privates Fest genutzt; die BUND-Gruppe hat Brunnen-Wasser-Untersuchungen angeboten, die Organisationstreffen für das Hadler Forum fanden meist dort statt, wie auch Treffen von anderen Umweltgruppen. Und im Sommer sind viele unabhängig voneinander einfach mal so im Garten vorbeigekommen.

Erweiterung der Möglichkeiten
Es wurde ein neuer Verein gegründet, dieser ist Mieter des „Hadler Forums“, einem Initiativentreffpunkt in Otterndorf, den wir gemeinsam mit hiesigen Umweltgruppen (NABU, BUND) geschaffen haben. Die Räume werden seit Mai 2020 für Beratung, Deutschkurse und als Informations-Raum der beteiligten Gruppen genutzt, es gab hier den Sommer über feste Zeiten, an denen Interessierte im Hadler Forum Ansprech­partner*innen antreffen konnten. Seit dem November-Lockdown lässt sich das nicht mehr oder nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung umsetzen. Die Idee, dass wir uns als Gartengruppe in den kälteren Monaten im Hadler Forum weiter treffen und z.B. gemeinsam mit den Umweltgruppen kleine Diskussionsnachmittage veranstalten, konnte coronabedingt in diesem Winter nicht umgesetzt werden.