Ofenbau im SoLaWi Gemeinschaftsgarten Trier

(Mails, Tele, Antrag)

Mit Hilfe dieses Workshops soll auf der Fläche des an den Verein Transition Trier e.V. angebundenen Solawi-Gemeinschaftsgartens Trier ein Lehmofen mit begrünter Dachfläche entstehen. Auf praktischer Ebene soll der Ofen ermöglichen, direkt im Garten unter freiem Himmel Brote und Ernteerzeugnisse zu verarbeiten und zu backen. Darüber hinaus soll der Workshop des Ofenbaus wichtige handwerkliche Fähigkeiten vermitteln und zeigen, dass es möglich ist, als Gemeinschaft in Handarbeit mit natürlichen und regionalen Rohstoffen einen Gebrauchsgegenstand zu bauen, der nicht nur nachhaltig, sondern auch funktional und schlicht schön ist. Damit wollen wir dazu inspirieren, Alternativen zu einem Konsumverhalten zu schaffen, das oft weder ökologisch noch sozial ist.
Die Leitung des Workshops übernimmt der Recycling-Künstler Aaron Scheuer, der mit den Mitgliedern des Gemeinschaftsgartens den Ofen planen und den gemeinschaftlichen Bau anschließend über eine Projektwoche hinweg anleiten und betreuen wird. Auch die für den Ofenbetrieb notwendige Sauerteigwanne wird gemeinsam aus einem Halbstamm geschnitzt. Den Bau des Daches wird nach der Trocknung des Ofens der Schreiner Matthias Kronenberg anleiten, während die Begrünung im Anschluss des Baus durch die Gemeinschaftsgärtner*innen selbst übernommen wird. Im Laufe der Woche werden mit Hilfe von Modellierton Brotbackgefäße getöpfert, die dann nach der Trocknung im Erdbrandverfahren gebrannt werden sollen.
Recyclete Naturstoffe aus der Region
Die Materialien werden zu großen Teilen von Aaron Scheuer gestellt und aus Naturwerkstoffen wie Sand, Stroh, Ton und Holz bestehen, die alle aus Rheinland-Pfalz stammen und/oder zu großen Teilen recycelt sind, wie u.a. Schamott-Steine für die Innenverkleidung des Ofens, das Ofenrohr und Steine zum Mauern des Ofenpodests. Auch das Dach wird aus Naturstämmen sowie aus gesammeltem Schiefer bestehen. Befeuert wird der Ofen hauptsächlich durch Vollholzabschnitte aus Schreinerei und Zimmerei von Mitgliedern der Gemeinschaft. Die Dachbegrünung wird durch Gemeinschaftsgarten-eigene Erde und Pflanzen mit Wärme- und Trockenheitsertragenden Kräutern und Wildpflanzen durchgeführt.

Zum Garten:

und ich wollte Ihnen noch kurz beschreiben, inwieweit wir als Gemeinschaftsgarten auch Solawi-Prinzipien integrieren. Wir sind kein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern eine Gruppe von inzwischen über 120 Erwachsenen und 25 Kindern und gehören zum Verein “Transition Trier e.V.”. Wir haben uns zum Ziel gesetzt hat, im urbanen Raum auf kleinster Fläche solidarische und ökologische Gemeinschaftsgärten mit hoher Biodiversität, großer Erholungsfunktion und gleichzeitig hohem Ertrag zu schaffen. In den letzten drei Jahren seit der Gründung kamen wir diesem Ziel sehr nah: Was als Brachfläche begann, ist nun ein vielfältiger und strukturreicher Gemeinschaftsgarten mit hohem Ertrag und diverser Erholungsinfrastruktur.Um den großen organisatorischen Aufwand des Gemeinschaftsgartens auch mit wechselnden Mitgliedern zu stemmen und gleichzeitig vertieftes ökologisches und gärtnerisches Wissen vermittelt zu bekommen, hat sich die Gruppe nach ihrer Gründung dafür entschieden, eine freie Umweltbildungsfachkraft auf Rechnungsbasis zu integrieren. 2020 ist aufgrund der gewachsenen Mitgliederzahl noch eine weitere Fachkraft hinzugekommen. Ihr Lohn und die weiteren anfallenden Kosten werden durch die Gemeinschaftsgärtner*innen getragen, die jeweils ihren monatlichen Anteil zahlen, der in einer jährlichen anonymen Bieterrunde festgelegt wird. Durch die Bieterrunde und die dabei  entstehenden, einkommensabhängigen Beiträge entsteht innerhalb der Gruppe, aber auch in Bezug auf die Fachkräfte ein hoher Grad an  Solidarität. Auch wenn wir uns damit in diesem Punkt an Konzepten der solidarischen Landwirtschaft orientieren und wir zu dieser ideellen Selbstverortung den Namen Solawi integrieren, sind wir dennoch zu 100% ein Gemeinschaftsgarten eines gemeinnützigen Vereins. Bei uns stehen die Gemeinschaft, die gemeinschaftlichen Aktivitäten, das Voneinander- und Miteinander-Lernen und die gemeinsame Erholung in unserem Garten deutlich im Vordergrund, was uns auch von landwirtschaftlichen Betrieben unterscheidet. Uns ist eine erfolgreiche Gemüseproduktion wichtig – diese darf aber auf keinen Fall zu Lasten der anderen Garten-Vorzüge (v.a. Erholung und Ökologie) gehen. Unser Ziel ist es, nicht nur produktiv zu sein, sondern auch eine gemeinschaftliche Gartenkultur aufzubauen und zu pflegen.