(ANtrag/Antworten)
Das Projekt Gemeinschaftsgarten „Buntes Land“ ist eine Initiative verschiedener Bürger, die es sich zur
Aufgabe machen, ökologisches naturnahes Lernen für verschiedene Beteiligungsgruppen in einer offenen
Gemeinschaft zu ermöglichen. Der Ort soll ein Treffpunkt für Alteingesessene und NeubürgerInnen
werden und gemeinsames Engagement ermöglichen. Siehe Projektskizze im Anhang.
Auf dem gepachteten Grundstück in der Lehmkuhle mit einer Gesamtfläche von 1800 qm sollen sowohl
der gemeinschaftliche ökologische Obst- und Gemüseanbau (im ersten Jahr auf ca. 200 qm) möglich sein,
wie Aktionen rund um das Thema Naturschutz und Nachhaltigkeit und regelmäßige Angebote an
verschiedene Interessensgruppen.
Nach den ersten Informationsveranstaltungen im Februar konnte im März ein Workshop zur
gemeinsamen Planung des Gartens mit 15 Personen im Familienzentrum Nieheim durchgeführt werden.
An einzelnen Werkeltagen wurden bereits einige vorbereitende Arbeiten durch eine wechselnde
Teilnehmerschaft durchgeführt. (wir berichten darüber im Moment hauptsächlich auf Facebook)
Wir fördern offene Gemeinschaftsgärten, die sich nicht nur an bestimmte Zielgruppen richten.
Buntes Land ist so angelegt, oder? In der Antragskizze geht es ja hauptsächlich um Kinder
und Jugendliche, aber auch andere Altersgruppen werden erwähnt. Pädagogische Arbeit und
auch Umweltpädagogik ist bei uns nicht förderfähig, bei uns geht es ja ums Selbermachen.
Unser Buntes Land ist ein offenes Projekt. Die Intention der Gründung kam aus dem
Gedanken einiger junger Eltern, durch das eigene gemeinschaftliche Anbauen ökologischen
Obst und Gemüses, den (eigenen) Kindern wieder einen Zugang dazu zu ermöglichen.
Wie setzt sich die Gruppe zusammen? Sind das hauptsächlich Verwandte der Kinder und
Jugendlichen?
Bei den Kindern handelt es sich vorrangig um die Kinder der aktiven Nutzer. Es gibt aber auch
kinderlose Erwachsene, die Großelterngeneration und Jugendliche, die ohne Ihre Eltern zur
Gruppe gefunden haben. Dennoch wollen wir das 1800 qm große Gelände auch jenen
Personen nutzbar machen, die sich nicht am Gemüsebau beteiligen wollen/können. Daher
wird es insgesamt im Projekt auch andere Angebote geben.
Die aktuelle Gruppe ist komplett alters- und herkunftsgemischt. Von alteingesessenen,
zugezogenen Mitbürger*innen mit oder ohne Migrationshintergrund. Ein Querschnitt der
Bevölkerung und eine Mischung, die wir mit dem Bunten Land erreichen wollten. Jeder ist uns
herzlich willkommen und mit zunehmender Aktivität auf dem Gelände erreichen wir die/den
ein*e oder andere*n Interessierte*n mehr.
Wem gehört die Fläche, für wie lange haben Sie diese und wie hoch ist die Pacht?
Das Grundstück ist im Eigentum eines durch seinen Beruf ins Ruhrgebiet gezogenen
gebürtigen Nieheimers, der sich in den letzten Jahren nicht mehr um das Grundstück
kümmern konnte. Ein Pachtvertrag ist in Vorbereitung, die mündlichen Absprachen belaufen
sich auf mindestens 10 Jahre. Die Höhe der Pacht sollen wir selbst bestimmen. Ähnlich große
Gartengrundstücke sind für 100-200 EUR jährlich zu erhalten.
200m² von 1800m² fürs Gärtnern: wie kam es zu dieser Entscheidung zunächst einen recht
kleinen Teil der Fläche für das gemeinsame Gärtnern zu nutzen?
Die Angabe der 200 qm beruhte auf eine Schätzung meinerseits. Bei der konkreteren
Vermessung über das Geodatenportal komme ich bereits auf eine Fläche von ca. 300 qm ohne
die Fläche für die Hochbeete.
Da wir noch keinerlei Erfahrungen mit der Führung eines Gemeinschaftsgartens haben und die
Resonanz für das erste Jahr mit ca. 20 Personen überschaubar ist, würden wir zunächst mit
dieser Fläche Erfahrungen sammeln wollen, um im nächsten Jahr die Fläche ggf. anzupassen.
Ein Teil der Fläche steht durch Baum- und Strauchbewuchs nicht als Nutzfläche zur
Verfügung, es sind aber noch Kapazitäten vorhanden.
Wie viele Beete sollen entstehen und sollen das nur Hochbeete werden?
Im ersten Jahr werden wir ein großes Gemeinschaftsbeet anlegen und uns gemeinsam um die
Pflanzung und Pflege kümmern. Eine Parzellierung wurde auf dem Planungstag im März
angesprochen, der Gruppe geht es aber vorrangig um das Gemeinschaftsgefühl und nicht
darum, dass jeder seine eigene Parzelle bewirtschaftet.
Was passiert mit der Ernte?
Die Ernte soll ebenso wie es gemeinschaftlich gepflanzt und gepflegt wurde, fair und für alle
Nutzer*innen annehmbar verteilt werden, bzw. für gemeinschaftliche Kochaktionen im Garten
verbraucht werden. Eine Feuerstelle mit Kochmöglichkeit ist über die Bürgerstiftung Nieheim
beantragt worden.
Beteiligen sich die Nutzer*innen an den Kosten für das Gartenprojekt?
Bisher ist noch keine Kostenbeteiligung verbindlich besprochen. Es gibt die Möglichkeit, in den
Trägerverein als Mitglied mit einem in der Höhe selbstgewählten Mitgliedsbeitrag einzutreten.
Die Mitgliedbeiträge stehen dann als Finanzvolumen dem Gartenprojekt zu 100 % zur
Verfügung. Wobei eine Vereinsmitgliedschaft auch keine Voraussetzung zur Beteiligung sein
soll, um keine unnötigen Hürden des Zugangs aufzubauen.