(Antrag)
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Antrag auf Förderung des Projektes „Gemeinsam gärtnern ::
Zusammen wachsen“ durch die „Stiftungsgemeinschaft anstiftung &
ertomis“
Ein Projekt des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. | Januar 2019 bis Dezember 2019
Kontakt:
Christiane Heinichen | Telefon: 0341 3065 114 | E-Mail: christiane.heinichen@oekoloewe.de
Zur Organisation:
Der „Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.“ ist ein anerkannter Umwelt- und Naturschutzverein
und die regionale Plattform für umweltfreundliche Ideen, Projekte und Aktionen. Seit der
politischen Wende 1989 engagiert dieser sich für eine nachhaltige Stadt- und
Regionalentwicklung, gibt Impulse in der Umweltpolitik und setzt Natur- und
Artenschutzprojekte um. Als Verein mit rund 1.500 Mitgliedern kooperiert er mit kommunalen
und überregionalen Initiativen und Netzwerken. Der Verein betreibt die Leipziger
Umweltbibliothek mit 20.000 Medien, organisiert die Ökofete und die Leipziger Umwelttage
und bietet Bildungsangebote für jährlich 5.000 Menschen. Konkrete Projekte des
durchführenden Fachbereiches „Grüne Stadtgestaltung“ sind der Stadtgarten Connewitz, die
Fassadenbegrünungskampagne „Kletterfix – Grüne Wände für Leipzig“, die Kampagne „Leipzig
soll blühen“.
Projektbeschreibung:
Die 4.300 m² große „grüne Oase“ wurde 1993 vom Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. von
der Stadt Leipzig gepachtet und genutzt und 2011 durch den Kauf vor einer möglichen
Bebauung gerettet. Mit dem Projekt „Gemeinsam gärtnern :: Zusammen wachsen“ wird der
„Stadtgarten Connewitz“ zu einem sozialen und integrativen Ort entwickelt. Der
Gemeinschaftsgarten bindet verschiedene NutzerInnengruppen ein. Es etabliert sich eine
partizipative Ehrenamtsstruktur. Der Garten bietet optimale Voraussetzungen, ökologisches
Gärtnern in der Stadt zu erfahren. Mit seinem Altbestand an Obst- und Laubbäumen und der
langjährigen konsequenten ökologischen und naturnahen Bewirtschaftung ist er ein
einzigartiges Ökosystem und fördert die Biodiversität und das Mikroklima vor Ort.
Ziele und Maßnahmen für 2019:
Im Jahr 2018 lag der Schwerpunkt unserer gemeinsamen Aktivitäten auf der Umsetzung von
längst überfälligen Infrastrukturmaßnahmen. Diese teils sehr umfänglichen Arbeiten haben viele
Ressourcen und Kapazitäten gebunden. In diesem Jahr soll mit dem Bau eines
Grundwasserbrunnens eine weitere wichtige bauliche Maßnahme realisiert werden. Der heiße
Sommer im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die Nutzung des Regenwassers über eine
Zisterne nicht ausreicht. Mit einem Brunnen ist der Garten für zukünftige Hitzeperioden
gewappnet.
An offenen Gartentagen werden 2019 weitere Interessierte eingeladen, den Garten und die
Gemeinschaft kennenzulernen. Es gilt weitere GemeinschaftsgärtnerInnen zu gewinnen, die
sich verlässlich, engagiert und mit eigenen Ideen im Projekt einbringen.
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Eine intensive Ansprache bestimmter Zielgruppen (Nachbarschaft, Geflüchtete, Menschen
mit Beeinträchtigung) lässt den Kreis der aktiv beteiligten GemeinschaftsgärtnerInnen ebenfalls
weiter wachsen. In Erfahrung gebracht werden soll, ob es mit einer nahegelegenen
Gemeinschaftsunterkunft gelingen kann, gemeinsame Anknüpfungspunkte zu finden. Kontakte
gibt es ebenfalls zu einem in der Nachbarschaft gelegenen integrativen Wohnprojekt. Hier leben
acht junge Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen selbstbestimmt in
einem Wohnprojekt gemeinsam mit einem Betreuerteam.
Je mehr Engagierte das Projekt tragen und Aufgaben übernehmen, umso näher kommt das
Projekt dem Ziel, selbstragende Strukturen zu schaffen und den Garten zu einem Ort der
Vielfalt, des Miteinanders und der Begegnung zu entwickeln.
Mit der Erstellung und Pflege von Informationsmaterialien werden das Projekt und die
Veranstaltungen in die Öffentlichkeit getragen. Selbstverständlich gibt es auf der Homepage des
Ökolöwen und über den vereinseigenen Emailnewsletter regelmäßige Informationen zum
Projektfortschritt sowie Presse- und Medienarbeit zur Teilnahme an thematischen
Veranstaltungen.
Ebenfalls intensiviert werden soll in diesem Jahr der Austausch mit anderen
Gemeinschaftsgarten-Initiativen in Leipzig. Nach einem ersten Auftakttreffen im Februar ist
die Motivation gemeinsame Ideen voranzubringen und den Austausch fortzusetzen, groß.
Die Neuanlage und Aufwertung der 300 qm großen Kräuterbeetfläche wird in diesem
Jahr ein Schwerpunkt des gemeinschaftlichen Schaffens sein. Mit großem Interesse haben die
GemeinschaftsgärtnerInnen bereits begonnen, sich Wissen über die Anlage einer solchen Fläche
anzueignen.
Die Sanierung des Naturteichs muss in diesem Jahr noch vollendet werden. Hier haben die
GemeinschaftsgärtnerInnen viel Vorarbeit geleistet, die nun noch mit der passenden
Uferbefestigung und mit Teichpflanzen abgeschlossen werden soll. Das Biotop ist Lebensraum
diverser Amphibien. Beide Maßnahmen sind gute Beispiele dafür, wie
GemeinschaftsgärtnerInnen Ideen selbstbestimmt umsetzen und Selbstwirksamkeit erleben. Es
ist uns ein großes Anliegen, diese Bemühungen nach Kräften zu unterstützen.
Der Ökolöwe fungiert weiterhin als Rahmengeber und Moderator (manchmal auch Mediator) in
diesem Prozess und berücksichtigt die Verbindlichkeit eines Aktionsplanes für den Garten.
Erwartete Wirkung:
Als Gemeinschaftsgartenprojekt leistet „Gemeinsam gärtnern :: Zusammen wachsen“ einen
wichtigen Beitrag zur sozialen Integration, zur Stärkung des Bürgersinns und der Zivilgesellschaft
in Leipzig. Die Ausrichtung des Stadtgartens als Gemeinschaftsgarten ist langfristig angelegt.
Der Ort gilt dabei als Veranstaltungs-, Begegnungs- und Erholungsstätte und als Treffpunkt für
die Nachbarschaft. Er ist aufgrund der naturnahen Gartenelemente, seiner Artenvielfalt und
seinem wertvollen Altbaumbestand ein einzigartiger lokaler Beitrag zu Klimaschutz und zum
Erhalt der Biodiversität. Er erfüllt damit auch eine wichtige ökologische Funktion. Das
ökologische Gärtnern sensibilisiert für Belange des Umwelt- und Naturschutzes und forciert ein
bürgerliches Engagement zugunsten gemeinnütziger Zwecke. Die gemeinsame Gestaltung und
die Entwicklung einer Nutzungsstruktur fördert das Bewusstsein für natürliche
Lebensgrundlagen und Kreisläufe. Gerade in einer Stadt, die in den letzten Jahren eine
Nachverdichtung der Bebauung erlebt, sind naturnahe geschützte Orte und Begegnungsstätten
– außerhalb von Konsumangeboten – eher Ausnahmen, die besonders im Gemeinschaftsgarten
einen Raum finden. Das erzeugt ein Gefühl der Zugehörigkeit und stärkt den sozialen
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Zusammenhalt. Die unmittelbare Nachbarschaft hat die Möglichkeit sich neu kennen zu lernen,
womit die lokale Anbindung gestärkt wird. Zusätzlich soll der Kontakt und Austausch mit
anderen Gemeinschaftsgärten in Leipzig gepflegt werden, um auf Erfahrungen und Konzepte
zurückzugreifen und sich zu vernetzen.
Gefördert werden soll die Anschaffung von Saatgut, Kräuter- und Teichpflanzen. Die
GemeinschaftsgärtnerInnen planen für dieses Jahr die Neustrukturierung des Kräuterbeets, dafür
werden unter anderem neue Pflanzen benötigt. Außerdem haben sie schon im letzten Jahr
damit begonnen den Teich zu sanieren