Waldgarten Wiehre auf gutem Weg

(Aus Bericht)

[…] Die langen, zermürbenden Verhandlungen haben auch dazu geführt, dass einige unserer Leute abgesprungen sind.

2017 haben wir dann dadurch Aufwind bekommen, dass sich eine Studentengruppe unserem Projekt angeschlossen hat. So ist es uns 2017 gelungen viele Dinge in Angriff zu nehmen und wir sind beständig dabei unsere Gartenträume zu verwirklichen.

Hier im Überblick der Stand der Dinge:

Was alles gemacht wurde:

         Durch gezielte Pflanzungen (z.B. Steinklee) haben wir die Qualität des Bodens verbessern können, der ursprünglich sehr verdichtet und zum Teil aus Bauschutt bestand.

         Beerensaumen angelegt (Johannisbeeren, Jostabeeren, Stachelbeeren, Himbeeren)

         Hochstämmige Bäume gepflanzt (zum Teil mit Unterstützung von Freiburg packt an)

         Pflanzstreifen angelegt und mit niederstämmigen Apfelbaumunterlagen bepflanzt

         3 kleine, umrandete Beete geschaffen (z.B. für Vermehrung)

         Wurmtürme eingesetzt (mussten wegen Auflagen der Stadt wieder abgebaut werden)

         3 Hochbeete gebaut

         3 Kompostmieten angelegt, von denen wir einen bereits für unsere Hochbeete verwerten konnten.

         Werkzeugkiste gebaut und zum Teil mit Werkzeug bestückt

         Reichlich Ernte (insbesondere Josta- und Johannisbeeren, sowie Himbeeren, aber auch Gemüse (Tomaten, Mangold, Zucchini, Kürbis, Chilies, Bohnen)

         Fläche gepflegt und mit der Sense gemäht (regelmäßig jeweils kleine Stücke, statt die ganze Wiese auf einmal, um Ruckzugsgebiete für die Amphibien zu erhalten und den Komposthaufen nicht zu überdimensional aufzuhäufen.

         Sehr bunt gemischte Gruppe von Menschen zusammen gebracht, die zwar nicht geflüchtet, dennoch aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen und sehr unterschiedliche persönliche Hintergründe haben. (Alter/Beruf/Hintergrund/Nationen wir sprechen Englisch)

Was lief gut?

Reichliche Ernte von Früchten/Beeren trotz relativ geringen Aufwands (1x wöchentlich Gärtnern, trotz Widrigkeiten in Waldnähe und trotz vieler Spaziergänger, die auch mit Hund jederzeit am Garten vorbeikommen und sich ebenfalls bedienen. (Zaun ist seitens der Stadt nicht gestattet)

         Viele Nachbarn des Gartens/Spaziergänger nutzen die neu geschaffene Fläche sowohl für die Ernte als auch zum Entspannen und Ausruhen (im Schatten der Bäume)

         Es ist eine gute Mischung zwischen Nutzung und Rückzugsfläche für Natur entstanden (den Waldnahem Teil des Gartens bearbeiten wir sehr spärlich und mähen ihn auch nicht regelmäßig. Die Fläche hat insgesamt einen sehr naturbelassen Character der einen positiven Einfluss auf Biodiversität hat.

         Da wir keine ‘normalen’ Baumaterialien nutzen dürfen ist alles von Hand und mit natürlichen Materialien (Baumschnitt/Stämme) aus der unmittelbaren Umgebung gebaut, ohne Nägel oder Schrauben.

         Lerneffekt: Wissen wird in der Gruppe vermittelt, z.B. zum Thema Kompost, Sorten, Samen, Pflanzungen, Obstanbau

         Zusammenarbeit mit anderen urbanen Gärten (Beschaffung von Saatgut etc.)

Was kann noch besser werden?

         Viel Volatilität bei den teilnehmen Personen (auch hinsichtlich deren Engagement)

         Orga-Aufwand ist einfach sehr hoch und frisst wertvolle Zeit vom Gärtnern

         Zusammenarbeit mit GuT könnte besser sein. (z.B. werden wir praktisch nie informiert wenn an oder auf der Fläche irgendetwas seitens der Stadt gemacht wird.

         Ertrag könnte gesteigert werden hätte auch positive Auswirkungen auf die Motivation

         Möglichst arbeitsarme/kostengünstige/low-tech Lösungen müssen her um diverse praktische Probleme wie Wässern und Schnecken in den Griff zu kriegen

         Bewässerung, da die Fläche sehr groß ist, ist es sehr mühselig das Wasser mittels Gießkannen auf der Fläche zu verteilen (insbesondere in sehr heißen Sommern, so wie 2018 und 2015. Wegen Auflagen der Stadt dürfen wir keine Regentonnen aufstellen. 

         Garten könnte noch “einladender” werden zum Verweilen (Sitz- und Liegemöglichkeiten, Schattenspender – was durch Auflagen der Stadt nur begrenzt möglich ist)

         Garten könnte noch informativer werden (Beschilderung über Sorten, Anbau, Zubereitung etc. – was jedoch durch Auflagen nur sehr eingeschränkt möglich ist)  

         PR/Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation nach außen um noch mehr Leute zu erreichen und aufmerksam zu machen (Events z.B. aber wer hat Energie/Zeit dafür?)