(Gu aus Antrag und Antworten)
(Gu aus Antrag und Antworten)
Ziel der Gartenwerkstatt ist es, Gemüse und Obst
biologisch bzw. permakulturell anzubauen und einen Ertrag zu erwirtschaften, um auf Dauer keinen
Verlust zu machen. Das Gartenhaus auf der Parzelle soll ggf. auch für Gemeinschafts- und
Vereinsveranstaltungen genutzt werden.
Inhalte
Im Garten werden gärtnerische Kenntnisse, Praktiken und Fertigkeiten vermittelt und angewandt,
um eigene gärtnerische und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Die aktiven MitGärtner*Innen
beteiligen sich an der Pacht und bringen ihre Ideen in die Gartenplanung ein. Die zzt. 8 Aktiven der
Gartengruppe entscheiden per Konsent, was, wie und wann im Garten getan und veranstaltet wird
und welche Garten-Projekte durchgeführt werden. Sie kommen aktuell aus Chile, Peru, Mexiko,
England und Deutschland. Ausgangspunkt ist der Wunsch, Obst, Kräuter und Gemüse nachhaltig mit
Gleichgesinnten zu erzeugen – vor dem Hintergrund von Klimawandel, Peak Oil, genmanipulierten
Lebensmitteln und Verlust von Sortenvielfalt und Gartenflächen in der Stadt.
Maßnahmen und Zeitplan
Erhaltung der vorhandenen Bauten:
Vom Vorpächter wurden das Gartenhaus, ein Gerätehaus mit angebauter Toilette und 3
Gewächshäuser übernommen. Alle Bauwerke müssen dringend überarbeitet werden. Zugang zum GG bisher nur über einen verschlossenen Weg, sie wollen ein eigenes Tor einsetzen, was dann mittels Zahlenschloss für alle zugänglich wird
– Wie viele Leute könnten noch mitgärtnern? Und wie wollt ihr das Gartenprojekt bekannt machen und für ein Mitmachen werben?
Die GartenWerkstatt soll ein Open Space sein, mit der Möglichkeit sofort etwas gärtnerisch auszuprobieren, mitzuhelfen, teilzunehmen. Gerne auch langfristig.
Bewerben wollen wir die GartenWerkstatt über unsere Website, die noch entsteht, Flyer, Presseartikel. Durch eine Fahrradtour, die zu unterschiedlichen NutzGartenEntwürfen in Bielefeld führt und über den von uns besuchten/mitgestalteten „Runden Tisch Urban Gardening“ der Stadt Bielefeld. Und last not least über das Netzwerk der anstiftung.
– Gab es schon eine Informationsveranstaltung in der Nachbarschaft des Grabelandes?
Die Einladung der GartenNachbarschaft ist eine gute Idee, mit den anderen 100 Pächtern in Gespräch zu kommen. Da werden wir unsere ersten Flugblätter unterbringen.
– Wird es ein Schild geben/gibt es ein Schild, was auf den Garten und Mitmachmöglichkeiten hinweist?
Definitiv werden wir ein oder mehrere Schilder am Hauptwegzaun anbringen, auch das GartenManifest werden wir wetterfest einlaminieren.
– Ist der Verein der Pächter der Parzelle? Wie hoch ist denn die Pacht und wie lange läuft der Vertrag? Wie groß ist die Fläche, auf der ihr gärtnern könnt? oder beziehen sich die 340m² auf die gärtnerisch nutzbare Fläche?
Die Pachthöhe ist 40 ct/m²*a also 136 Euro/Jahr. Die Pacht wird in der Regel am 1. April für ein Jahr gezahlt. Der Vertag verlängert sich dann jeweils um ein Jahr. Zzt. bin ich persönlich als Pächter eingetragen, da der Eigentümer unbedingt einen direkten Ansprechpartner/Pächter wollte.
– Könnt ihr „einfach so“ noch ein Tor bauen oder habt ihr das beantragt und bewilligt bekommen?
Da haben wir freie Hand. Der Verpächter/Eigentümer sagte mir konkret zu dieser Frage, dass die Zäune/Tore in der Pflicht der Pächter liegen, d.h. ihm ist es egal wer auf seiner Parzelle welche Zäune baut. Es werden auch gerne zusätzliche Tore eingebaut und Zäune wieder entfernt, um sich gegenseitig zu helfen.
– Wie lang ist der Weg, der dann zu dem Garten führt und was ist da zur Zeit? Wer würde die essbaren Sträucher beernten?
Bisher müssen wir durch ein abgeschlossenes Tor über ein Nachbargrundstück ca. 25 m auf einem sehr engen Pfad, der noch zu einer weiteren Parzelle führt. Mit Schubkarre oder Baumaterial schon schwierig. Aber für Interessenten eines Gemeinschaftsgartens ist die bisherige Zuwegung schwierig zu finden, zu beschreiben, zu organisieren, zu erreichen. Das geplante Tor wäre direkt am Hauptweg. Per Zahlenschloss können wir es allen MitGärtnern/Innen zugänglich machen.
Das geplante Tor ist am Hauptweg, der an allen Parzellen vorbeiführt (manche liegen hintereinander). Unsere Parzelle ist zum Hauptweg begrenzt durch einen Maschendrahtzaun 100 cm hoch mit Stacheldraht oben noch 20 cm verlängert. Dort wollen wir mittig das Tor setzen, den Stacheldraht entsorgen und die essbare Hecke anlegen, die auch von außen von Nachbarn oder Spaziergängern beerntet werden darf und einladend wirken soll.
– Ist die KochWerkstatt ein anderes Projekt von euch? Ist die räumlich in der Nähe des Gartens? Wäre perspektivisch denkbar, die Ernte auch im Gartenhaus gemeinsam zu verarbeiten?
Die KochWerkstatt hat bisher keinen festen Sitz, kann quasi dort stattfinden, wo ausreichend Platz und Gerät für die Teilnehmer vorhanden ist. Die Anzahl der Teilnehmer ist durch die Anzahl der Menügänge begrenzt (8). Ziel dabei ist es, die saisonalen Produkte in verschiedenen Rezepten zu verwerten, die eigene Variationsbreite zu vergrößern und die saisonalen Gartenprodukte noch attraktiver zu machen als sie durch Preis, Verfügbarkeit und Qualität schon sind. Und während der Saison ist Bio-Gemüse auch für NichtGärtner erschwinglich. Der Standort Garten ist deshalb attraktiv, da einiges improvisiert werden muss und andere Lösungsansätze zum Tragen kommen – da darf auch mal was schief gehen. Im Garten ist jetzt schon das Kochen auf Gas möglich, ein Gasherd müsste noch von Stadtgas (Methan) auf Propangas umgerüstet werden und nächstes Jahr werden wir einen Lehmbackofen bauen, so dass wir auch mit Holz feuern können. Einfache Eintöpfe mit Kürbis, Bohnen, Kartoffeln, Zucchini, Tomaten und Kräutern können jetzt schon jederzeit auf einer Feuerschale, Schwenkgrill o.ä. zubereitet werden. In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder feststellen können: wer zusammen is(s)t, bleibt auch zusammenJ. Denn für die Gemeinschaft (besonders interkulturell) ist das gemeinsame Gespräch beim Essen und Trinken im Garten sehr wichtig, wenn das Gartenthema für manchen zu sehr im Vordergrund steht. Und schließlich ist ein GemeinschaftsGarten auch immer ein soziales Experiment.
– Was ist das Programm Nachhaltige Nachbarschaft und welche Gruppen sind dort und wie könnten die an dem Gartenprojekt teilnehmen?
Das Programm Nachhaltige Nachbarschaft habe ich 2014 aus dem Englischen „Transition Together“ oder „Transition Streets“ als Creative Commons übersetzt. (Tom Hansing müsste ein vollständiges Exemplar des Ringbuchordners haben) Es ist ein 140-seitiges Handbuch zur Anleitung eines Nachbarschaftskurses geworden. Mit über 35 Aktionsplänen zu den Themen Energie, Wasser, Ernährung, nachhaltiger Konsum und Mobilität. Ziel ist es, durch die Aktionen im eigenen Haushalt gemeinsam mit den Nachbarn als ersten Schritt die CO2 Emission um 10% zu senken, in dem einfach die Verschwendung von Energie/Wasser/Rohstoffen… vermieden wird. Verschwendung vermeiden heißt, dass man nicht auf etwas verzichten muss, dass man sich nicht einschränken muss. Durch das gemeinsame Handeln lernt man die Nachbarn besser kennen, ihnen zu vertrauen, Probleme gemeinsam zu meistern, andere Lösungen zu finden. Letztendlich kann man in etwa ausrechnen, wie viel Tonnen CO2 man einsparen konnte – von den 12 to/person*a die wir jährlich zum Klimawandel beisteuern. Das Gute: pro Tonne CO2 spart man auch noch ca. 800 Euro an Ausgaben pro Jahr. Kostprobe im Anhang.
Die Schnittstelle zum Garten ist das Kapitel saisonale/regionale Ernährung. Die 7 Teilnehmer einer Gruppe treffen sich eigentlich reihum, es könnte aber auch ein Termin im Garten angeboten werden, dort werden die saisonalen Produkte gleich geerntet und verarbeitet. Schwerpunkt wäre die Verarbeitung der Produkte und die Kompostierung der Reste.