(Gu, alerts)
Tante Emma ist sozial, ökologisch und weltoffen. Der Moosburger Verein will Menschen zusammenbringen. Und im Tante-Emma-Laden klappt das ganz wundervoll. Jetzt bekommt Tante Emma Zuwachs: Onkel Anton heißt das neue Projekt einer Untergruppe. Wer das ist, dieser Onkel Anton? Ein Gemeinschaftsgarten, der eine ökologische Begegnungsstätte sein soll. Und zwar für alle. Die Macher und Ideengeber haben das Projekt jetzt vorgestellt.
Rund 720 Quadratmeter groß ist das bisher ungenutzte Grundstück westlich der Bahngleise auf Höhe des Bahnhofs. 720 Quadratmeter, die der Tante Emma e.V. von der Stadt für 311 Euro pro Jahr pachten darf. 720 Quadratmeter, die, so die Idee hinter dem Projekt, zwei Grundsätze vereinen sollen: Obst und Gemüse ökologisch da anbauen, wo es auch konsumiert wird; und ein Garten für Groß und Klein zum Verweilen und zum Mitmachen sein.
Denn, so Verena Kuch, eine der beiden Leiterinnen des künftigen Gartens: „Viele Menschen haben heute keine Zeit mehr für den eigenen Garten, viele haben auch gar keinen Garten.“ Für sie wird nun Onkel Anton da sein, mit dessen Einzäunung und Bepflanzung ein bisher 18-köpfiges Team so schnell wie möglich beginnen wird.Eingezäunt, aber nie abgesperrtDie Gartengestaltung stellen sich Kuch und ihre Kollegin Carolin Tischer so vor: Onkel Anton soll ein Gemüse- und Obstgarten mit Beeten und Hochbeeten sein. Er soll aber auch ein Gemeinschaftsgarten sein, in dem jeder willkommen ist und helfen darf. Man muss nicht einmal Mitglied sein oder werden. Denn eingezäunt wird das Areal zwar sein (zum Schutz vor den Bahngleisen), aber nie abgesperrt. Dann soll es ein Fest- und Spielgarten sein – bitte aber für ruhige und gemütliche Feste, beispielsweise Erntedank. Außerdem: ein Lerngarten, in dem der Nachwuchs erfährt, wo die Lebensmittel herkommen. Und schließlich soll Onkel Anton ein Naturgarten sein – Blumenwiese für Insekten und Bienen, ohne künstlichen Düngemittel.
Die Sache mit den Finanzen erklärt Andreas Mayerthaler: Der Tante Emma e.V. übernehme die Finanzierung (schließlich macht man guten Überschuss, wie das Vorsitzenden-Duo Johannes Becher und Klaus Reichel sagt), die Grundstückspacht soll über neue Mitglieder der „Gartengruppe“ hereinkommen, Sach- und Geldspenden werden gerne angenommen. Beispielsweise kann man für 100 Euro Pate einer Sitzbank und für 25 Euro Pate für einen Baum werden. Die Mitglieder wollen freilich, schließlich ist das ja auch Sinn der Sache, möglichst viel selbst machen, um die Kosten für das Anlegen und die Pflanzungen niedrig zu halten.
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Unterstützt wird es auch von den Moosburger Solarfreunden, die den Ertrag ihrer Fotovoltaikanlage spenden. Weitere Hilfe kommt vom Naturgarten Schönegge, der Gemüsepflänzchen zur Verfügung stellt und sein Knowhow bei der Beetplanung einbringt. Die Firma Scheidl hat fünf Paletten für den Bau von Hochbeeten gespendet, Unterstützung bekommt „Onkel Anton“ zudem von der SeGa Gbr Garten und Landschaftsbau.