(gu aus Antrag)
Freiburg:
Das Flüchtlingswohnheim IDA in der Ingeborg-Drewitz-Allee ist aus Mangel an guten alternativen Standorten als Containersiedlung auf einem Park&Ride-Parkplatz gebaut worden. Derzeit leben dort 130 Personen, die kaum Aufenthaltsflächen auf dem engen Wohnheimgelände finden. In den Geschosswohnungsbauten der näheren Umgebung leben neben Deutschen ebenso Menschen aus unterschiedlichen Nationen wie Italien, Bulgarien, Kosovo und auch viele Russlanddeutsche.
Direkt neben dem Flüchtlingswohnheim IDA gibt es eine etwa 300 qm große Restfläche, die bisher als Lagerfläche genutzt wurde. Sie ist im Besitz des Siedlungswerkes, das Eigentümer des nahegelegenen Geschosswohnungsbaus ist. In Freiburg sind – wie in vielen anderen Städten – in letzter Zeit viele Gärten entstanden, die mit Erfolg unter anderem einen interkulturellen Ansatz verfolgen. Die naheliegende Idee ist nun, auf der Fläche einen bunten vielfältigen Garten anzulegen, bei dem jeder aus der Nachbarschaft mitgärtnern kann. Als Koordinator konnte der Gartenbaulehrer der angrenzenden Waldorfschule gewonnen werden. Die Waldorfschule unterrichtet in verschiedenen Klassenstufen das Fach Gartenbau. Da eine Fläche für einen klassischen Schulgarten direkt beim Schulgebäude nicht vorhanden ist, muss die Schule mit verschiedenen Gartenflächen auskommen, die zum Teil in größerer Entfernung liegen. Daher ist sie an diesem nahen Stück Land sehr interessiert. Den Aspekt interkulturelle Nutzung will der Gartenbaulehrer bewusst in den Unterricht bzw. Garten-AGs integrieren. Bei einem ersten Infotermin am 4. Juli 2017 fand sich eine bunte Mischung aus Nachbar*innen des Wohnheims und der Geschosswohnungsbauten ein; erste Aktionstage wurden mit großer Begeisterung und geliehenem Werkzeug angenommen.
Derzeit kommen die Nachbar*innen zu den organisierten Aktionstagen, um gemeinschaftlich „das Feld zu bestellen“ sprich, die Fläche unkrautfrei zu bekommen, die Umfriedung zu bauen, das Wasserfass zu installieren, den Kompost anzulegen. Zukünftig ist geplant, dass sich die Aktiven jederzeit vor Ort treffen können, es soll aber auch weiterhin Aktionstage geben, wo auch gemeinsam Regeln vereinbart werden – zum Beispiel wie die Nutzung der Werkzeuge erfolgen und was auf der Gemeinschaftsfläche angebaut werden soll. Neue Nachbar*innen dürfen jederzeit dazukommen. Der Eigentümer der Fläche und die Waldorfschule sind an einer längerfristigen Nutzung interessiert. Der Garten soll auf Dauer angelegt werden. Selbst wenn das Flüchtlingswohnheim aufgelöst wird, wovon derzeit leider niemand ausgehen kann, soll in einer bunten Mischung weitergegärtnert werden.