In Hamburg Wilhelmsburg soll ein Zentrum für Selbstversorgung entstehen. Ein GG ist ein erster Schritt

(Gu aus Antrag und Antworten)

Das Gesamtkonzept ist bei den Anträge abgelegt (unter Hamburg_Alternation_Versorgt – Miniutopia zum Anfassen)
Zum Garten:

Ja es ist ein Gemeinschaftsgarten, es haben sich aktuell 37 Leute (z.T. in Teams) angemeldet, die ein eigenes Hochbeet bearbeiten möchten, wir haben dieses Wochenende gemeinsam einen Permakultur-Einführungskurs, danach wissen wir, wieviele es tatsächlich sind. Derzeit kommen ca. 6-8 Leute fast täglich, um mit uns ehrenamtlich den Garten vorzubereiten (Brombeerhecken und altes Holz beseitigen, Reifen/Steine schichten etc.), es war ja eine ziemlich verwilderte Fläche und Gärtnern kann man hier derzeit noch nicht, wir sind auch erst seit Anfang März hier auf dem Grundstück.

Wir haben insgesamt fast 600 m² Außenfläche zur Verfügung; wir sind mal vorsichtig mit 120 m² Beete nur für Gemüse, Kräuter etc.; wollen aber letztlich jeden Quadratmeter gemeinsam bepflanzen mit Kräuterspirale, Kartoffeltürmen, Salatbäumen, Spalierobst etc. Es wird also auch außerhalb der „Musterbeete“ viele Möglichkeiten für gemeinsame Gartenaktionen geben.

Mit „Musterbeeten“ ist gemeint, dass wir hier versuchen wollen, Hochbeete nach den Prinzipien der Permakultur zu gestalten. Die GärtnerInnen werden die ganze Saison über vom Permakultur-Campus Hamburg begleitet und wir wollen die Entwicklung der Beete dokumentieren, damit andere das nachmachen können.

Ca. 300 Paletten werden schon für die Beete gebraucht, ca. 15 Paletten pro Hochbeet für ca. 20 Beete. Die Hochbeete werden von den GärtnerInnen selbst in einem gemeinsamen Workshop mit dem Pflanzenatelier Wilhelmsburg gebaut. Weitere Paletten benötigen wir für weitere Pflanzkästen für „freie“ Gartengestaltung mit essbaren Blumen, Kinderbeete (gemeinsam mit der GemüseAckerdemie) etc. sowie Outdoormöbel zum Sitzen, die ebenfalls im Rahmen von Workshops von den TeilnehmerInnen gebaut werden.

Die Gewebefolie ist zum einen für das Innere der Hochbeete, z.T. aber auch für den Boden, weil wir hier stark mit Brombeeren zu kämpfen haben und der Vorschlag von Edouard van Diem vom Permakultur-Campus ist es, die Flächen mit den stärksten Wurzeln mit Teichfolie abzudecken und dann die Beete drauf zu stellen, so dass die Wurzeln absterben. 

Wir haben Kontakt zu verschiedenen Gartenprojekten, auch in Wilhelmsburg, aber wir haben nicht über Kooperation mit der Stadt gesprochen. Wir hatten im Vorwege verschiedene Stellen wegen Kooperationen angeschrieben, aber so gut wie keine Antwort bekommen, wir müssen uns evtl. erst etablieren, wir sind ja auch auf einem Privatgrundstück, es ist keine öffentliche Fläche. Ich habe mich bei vielen Fragen an die Ratschläge von Edouard van Diem gehalten, auch was Qualität von Erde und Kompost angeht. Wir bekommen auch Mutterboden angeboten, aber wir wissen dann halt nicht, woher die Erde kommt bzw. welche Qualität das hat. Im nächsten Jahr haben wir dann hoffentlich schon unseren eigenen Kompost.

Zu den Gartengeräten: ja wir haben einiges hier auf dem Dachboden der Halle gefunden, viel geschenkt bekommen und auch unsere eigenen Sachen eingebracht. Was die Hochbeete betrifft, benötigen wir ja nicht so viel „Gerät“ wie beim Gärtnern im Boden, und einige Gartengeräte möchten wir selbst herstellen. Die Geräte stehen derzeit in einer der Werkstätten, die Halle ist tagsüber offen; wir haben aber noch einen Container im Garten stehen, wo wir einen Gartengeräteschuppen draus machen möchten.

Grundsätzlich: es ist ein verwildertes Grundstück, das wir Schritt für Schritt zu einem Paradiesgarten ausbauen wollen, und wir sind schon Riesenschritte vorangekommen, möchten das aber gemeinsam mit der Community langsam entwickeln.

das Ganze ist ganz klar ein Bildungsprojekt, Wir möchten gemeinsam lernen ausprobieren. Es gibt für die Beetpaten ein gesondertes Permakultur-Bildungsprogramm; alle anderen Workshops sind offen für Jedermann/-frau. Ob der Bau von Hochbeeten, Insektenhotels, Haus-Komposter oder Mini-Öfen, ob Wildkräuter-Tour, Schnippelparty, Tauschring Kurse zur Lagerung von Lebensmitteln, zum Fermentieren oder zum Kriegsrezepte nachkochen – es geht ja gerade ums gemeinsam ausprobieren. Für einiges haben wir ExpertInnen eingeladen, einige Workshops bieten wir selbst an und viele Angebote kommen einfach von BürgerInnen, die Lust haben, uns etwas zu zeigen. Der Garten und das Thema Ernährung ist Hauptbestandteil und „Herzstück“ von Minitopia; wir möchten uns später aber auch noch den Themen Konsum, Energieversorgung, Organisationsformen etc. widmen.

Eine Offene Werkstatt ist auch geplant und eine Projektküche und einiges mehr.