(Gu, Mail)
Lernort WandelGarten Vauban
Im Jahr 2016 hat sich der WandelGarten als Projekt der Transition Town Freiburg weiterentwickelt – als experimentierfreudiger, lebendiger und für alle offener Gemeinschaftsgarten. Menschen ohne und mit Migrationshintergrund aus den Stadtteilen Vauban und St. Georgen sowie Merzhausen nutzen den Garten gemeinsam. Beerensträucher, Blumen und Stauden umrahmen den Garten, emsig besucht von den Bienenvölkern des Vauban-Imkers Wolfgang Berger. Viele sind erstaunt, welche Vielfalt an bekannten und weniger bekannten Gemüsesorten und Kräutern sowie an Anbauformen (Hoch-, Hügel- und Lasagnebeete) sich in der Mitte des 800qm-Areals befindet.
Die Garten-Aktiven sehen es als wichtig an, auch den Austausch mit Passanten und Besuchern sowie Besuchergruppen aus aller Welt zu pflegen. So gärtnern Menschen aus Frankreich, Spanien, Kolumbien, Kroatien und Palästina mit. Benutzer von Bus und Straßenbahn nutzen Wartezeiten an der Umsteigestelle direkt am Garten zu Stippvisiten und fragen uns Löcher in den Bauch.
Soja-Projekt. Der WandelGarten entwickelt sich inzwischen zum beliebten Lern- und Austauschort für biologisches Gärtnern ohne Chemie und Maschinen und für neue Ideen. Kompostwürmer als Wurmhumus -Produzenten, Bokashi und Erdisieren sind Experimentierfelder. Mulchen unbedeckter Erde mit verschiedenen Mulchstrategien, zum Beispiel auch mit Schafswolle, hält den Boden feucht und fruchtbar und spart Wasser. Der Bau von Sonnenfallen-Beeten sowie der Anbau von Sojabohnen im 1000-Gärten-Projekt fanden großes Interesse. Der Universität Hohenheim konnten wir im September mehr als 4000 Hülsen mit Sojabohnen zusenden. An der Hochschule wird zusammen mit der Freiburger Firma Taifun mit den Ernte-Erträgen aus mehr als 2000 teilnehmenden Gärten erforscht, wo welche Sojasorten in Deutschland am besten gedeihen, um Soja hier heimisch zu machen.
Im Projekt „Guten Boden machen“ konnten die Aktiven Jahr 2016 fast 1600 Liter hochwertigen Wurmkompost herstellen in einer Anlage, die aus Euro-Paletten gebaut wurde. Unterstützt wurden sie dabei von der Kantine in der VillaBan, dem Kinderabenteuerhof, der Limette, Five Senses und Elephant Beans – mit Bio-Gemüseresten, Mist, Jutesäcken und Kaffeesatz.
Wurmkompost herstellen. Im Sommer starteten die ersten Vor-Ort-Workshops zum Wormfarming. 30 Teilnehmer kamen zu den drei Samstagsworkshops und konnten Knowhow und eine Kompostwurm-Population im Substrat mitnehmen, um damit wiederum in Eigenregie Wurmhumus am Haus, im Garten oder Schulgarten herzustellen. Die Workshops werden im Frühjahr 2017 wieder aufgenommen.
Ort der Begegnung und Kommunikation. Immer mehr entwickelt sich der Garten auch zum Begegnungsraum für Menschen aller Generationen und ethnischen Kulturen, die sich dort treffen, um sich umzuschauen oder zusammen aktiv zu werden. So entstehen viele spontane Gespräche zu biologischer Landwirtschaft, Ernährungssouveränität, dem Teilen von Ernte und Wissen, erneuerbaren Energien, autofreiem Wohnen und vielen Vauban-Themen.
Vier Schulklassen nahmen 2016 am Kleeblatt-Projekt „Paprika statt Parkplatz“ teil, das gemeinsam mit der Innovation Academy, dem Autofreiverein und dem International World College geplant und im Juli im WandelGarten durchgeführt wurde. Sie untersuchten zum Beispiel, wie viele Hochbeete auf einen Parkplatz passen und wie viel Gemüse man dort anbauen könnte. In den Sommerferien betreuten wir zusammen mit dem Gartenamt eine Gruppe von Ferienpasskindern. Sie konnten den Garten erforschen, Kartoffeln ernten, das Leben der Kompostwürmer und im Bach erkunden und Kräuter suchen, aus denen sie sich Tee zubereiteten.
Lernort Permakultur. Mehrere Dozenten der Permakultur aus Deutschland, Kenia und Spanien nutzten den Garten als Anschauungs- und Lernort.
Regelmäßige Aktivitäten. Die Aktiven trafen sich 2016 in der Regel zweimal wöchentlich nachmittags im Garten.