(Gu aus Antrag und Antworten)
Die Bonnekamphöhe im Essener Bezirk 6 ist ein Modellprojekt für urbane Landwirtschaft nach dem Gärtnerhof-Prinzip. Wir wollen zeigen, dass eine im Sinne der regionalen Ernährungssouveränität produktive Nutzung der verinselten Freiflächen im Emscher Landschaftspark möglich ist. Dabei spielt auch die Integration ansonsten schwer vermittelbarer Menschen in sinnvolle, kooperative Arbeit eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig entsteht auf dem knapp drei Hektar großen Areal ein Natur-Erlebnis-Park. Sowohl Kinder als auch Erwachsene haben hier die Möglichkeit, heimische Artenvielfalt und ökologische Zusammenhänge zu erleben und zu verstehen.Thematische Schwerpunkte sind z.B. Biodiversität, Wechselwirkungen zwischen Natur und Kultur, biologische Erzeugung von Nahrungsmitteln sowie Ernährungsbewusstsein und Förderung praktischer Fertigkeiten.
Durch die konsequente, extensiv-biologische Bewirtschaftung seit 6 Jahren hat sich eine Art Naturschutzreservat gebildet. Das heißt Artenreichtum/Biodiversität sind „explodiert“.
Zurzeit soll der biologische Gemüseanbau erweitert, eine Anzahl neuer Mitmachbeete und verschiedene erlebnisorientierte und umweltpädagogische Angebote für Kinder und Erwachsene geschaffen werden.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich die „Szene“ um und im Garten auf der Bonnkamphöhe jährlich verändert, Strukturen sind deswegen weitgehend im Wandel, neue Menschen und Ideen kommen hinzu, Altes entwickelt sich oder verschwindet……
Die Bonnekamp-Stiftung für die integrative Stadt wurde im Herbst 2014 gegründet. Vier Jahre vorher begannen in Privatinitiative die vorbereitenden Arbeiten (Entmüllung des Geländes, Beete- und Wegebau, Brunnenbohrung, Anlegen des Teiches, erste Obstbaumpflanzungen, Folientunnel,etc).
Das Gelände der Bonnekamp-Stiftung ist insgesamt ca 3 Hektar groß. Darauf verteilt gibt es mehrere weiter unten beschriebene gärtnerische Aktivitäten die zusammengefasst sind unter dem Namen:
1. Urbane Landwirtschaft:
Hier geht es um den Aufbau eines Gärtnerhofes im Sinne von Ernährungssouveränität, Regionalisierung und Umweltbildung. Es sollen ausgewählte Restaurants aber auch Endverbraucher mit ökologisch angebautem Gemüse versorgt werden. Alle auf dem Gelände gebrauchten Jungpflanzen werden hier angezogen, Überschuss den angrenzenden Kleingärten angeboten.
Die Stiftung stellt das Gelände und die bisher geschaffene Struktur zur Verfügung (Zäune, Brunnenbohrung, Stromversorgung, Bewässerungsteich, Schuppen,). Alle laufenden Kosten werden zurzeit durch Spenden aufgebracht.
Zur urbanen Landwirtschaft gehören 10 bis 15 Bienenvölker, die von einem Hobby-Imker betreut werden.
Es arbeiten hier 2 Personen hauptverantwortlich und ein junger Mann aus einer WfB.
Es gibt 27 Beete a 9 qm für Feingemüse,weitere unterschiedlich große Beete von insgesamt ca 1000 qm (700 qm davon neu in diesem Jahr bewirtschaftet), 1 Folientunnel a 250 qm
2. Mitmachgärten:
Ein Teil der Beete der urbanen Landwirschaft, ca 100 – 200 qm werden in diesem Jahr als Mitmachfläche bewirtschaftet (ca 15 bis 20 Personen, 100 – 200 qm);
Auf einem anderen Teil des Geländes hat eine 10er StudentenWG ca 30 qm Brombeeren gerodet für den Gemüseanbau und pflanzt dort Gemüse an für den eigenen Bedarf .
In unmittelbarer Nähe davon hat eine Gruppe der Sozialtherapie der Bruderhausdiakonie weitere ca 80 qm gerodet und wird in diesem Jahr dort gärtnern. Die Erstellungskosten wie Beeteinfassungen, Mutterboden sowie Saatgut werden von der Bruderhausdiakonie erbracht. Im Gegenzug dazu die Infrastruktur des Geländes genutzt.
Auf einem ca 40 qm großen Beet wird von einem der Mitgärtner mit Permakultur experimentiert.
Ein „Naschpfad“ ist im Entstehen, ebenfalls von MitgärtnerInnen initiiert. Hier ist ein ca 150 Meter langer Weg im vergangenen Herbst mit 25 Obstbäumen (vorwiegend alte Sorten) bepflanzt, ca 100 Beerensträucher sollen in diesem Frühjahr dazu kommen.
Ein Praxisseminar der Hochschule Essen wurde und wird im Sommersemester angeboten, betreut von einem qualifizierten Mitgärtner. Es geht um den Themenkomplex „Heilpflanzen“. Dazu werden entlang eines Weges verschiedene Kräuter und Heilpflanzenbeete angelegt und gepflegt. Im Wintersemester werden von den geernteten Pflanzen Auszüge, Tinkturen, Salben, etc hergestellt. Die Finanzierung läuft über die Universität Essen-Duisburg.
Die Zahl der Mitarbeitenden schwankt und ebenso deren Intensität des (ehrenamtlichen) Engagements. Der kontinuierliche Kern der Gruppe besteht aus ca 10 bis 15 Personen. Weitere Mitarbeitende in unterschiedlichster Form sind ca 50 Personen.
Wer sich bei den Mitmachbeeten verbindlich engagiert, zahlt 2017 einen noch zu bestimmenden monatlichen Betrag.
Die beantragte Summe für das Saatgut 2017 wird hauptsächlich von dem Bereich der urbanen Landwirtschaft und den GärtnerInnen der Mitmachbeete genutzt, kommt aber zB als vorgezogene Gemüsepflänzchen allen zugute, bzw es wird getauscht und verschenkt.
Entscheidungen werden ganz pragmatisch während der Zusammenarbeit oder in unregelmäßigen Gesamttreffen gefunden.