Butzbach: Saugarten ist gut vernetzt

(Antrag und Antworten)
Der Saugarten ist ein naturnaher Gemeinschaftsgarten. Dieser befindet sich an der Ecke
Saugasse/Spülgasse in Butzbach.
Er dient als nachbarschaftlicher Begegnungs- und Erfahrungsort.
Bisher gibt es auf dem 2000 qm großem Gelände einen Unterstand, eine Komposttoilette,
mehrere Hochbeete, ein Hügelbeet, zwei große Ackerflächen, eine Totholzhecke, zwei
Wildgehölzhecken und ein Gewächshaus, eine Sitzecke sowie einen Bauwagen.
Der Zweck des Ortes besteht darin gemeinsam Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu leben
und zu erlernen. Durch die Angebote wie „die Ackerzeit“ werden gemeinsamen Erlebnisse
im Garten geschaffen. Alle Mitgestalter*innen haben so die Möglichkeit eine persönliche
Beziehung zur Natur aufzubauen. Denn wir sind überzeugt, etwas, was man wertschätzt,
ist man auch bereit zu schützen! Es benötigt eine Beziehung und Aufklärung, um
Schutzgedanken zu säen und diese auch in der Nachbarschaft zu manifestieren. Deshalb
beschäftigen wir uns in der Gestaltung des Gemeinschaftsgarten mit Themen wie
insektenfreundlichem Gärtnern und bionischem, klimafreundlichem Bauen. Außerdem ist
eine Klimawerkstatt geplant, die Impulse zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Upcycling und
Biodiversität geben soll.
So können andere mitmachen:
• Den Treffpunkt nutzen und miteinander ins Gespräch kommen
• Zum Ackern im Garten vorbeikommen
• Eigene Ideen einbringen und den Garten mitgestalten
• Gemeinsam ernten und feiern
• An den Baukursen zum nachhaltigen Bauen in Kooperation mit dasgute.haus
teilnehmen

Die Nachbar*innen des Saugartens sind die Zielgruppe unserer Idee. Gemeint sind dabei
ausdrücklich alle – von Kindern bis hin zu Senior*innen. Die Nachbarschaft ist sehr
heterogen: Kleingartenverein, Seniorenheime, Neubaugebiet, eine große Siedlung – jung
& alt. Der Saugarten soll all diese Menschen an einem Ort zusammenbringen. Er ist daher
als inklusiver, generationsübergreifender und diskriminierungssensibler Raum konzipiert.
Momentan sind wir nach der Gründung noch im Onboarding der Mitglieder. Neben den 9
Gründungsmitgliedern rechnen wir mit weiteren ca. 15 Personen. Somit planen wir bis zu
den Sommerferien ein Verein mit ca. 25 Mitgliedern zu sein, mit dem Wunsch weiter zu
wachsen.
Die Idee des Saugartens ist durch Anne Heyd geboren. Der Saugarten war bis vor drei
Jahren ein zugemüllter Brombeerhain, ein ungenutztes Stück Land. Als passionierte
Gärtnerin, Naturliebhaberin, Kunstpädagogin, Fachwirtin und Ackercoach, hat Anne Heyd
es sich zur Aufgabe gemacht aus diesem verwaisten Ort ein neues Zuhause für eine
Vielzahl an Lebewesen zu machen.
Seit 2024 kooperiert der Saugarten mit dem dasgute.haus in Butzbach und bietet jeden
Montag einen Gartentreff zum gemeinschaftlichen Gärtnern und vielfältige Kurse zum
nachhaltigen Bauen an. Für die Sommerferien ist der Bau eines Geodomes, unterstützt
durch die Nebenan Stiftung, geplant, der ganzjährig als Klimawerkstatt genutzt werden
kann. Diese Initiative ist in der Zusammenarbeit mit Julia Kline entstanden. Julia ist
Beraterin für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Organisationsentwicklerin und
Naturliebhaberin.
Den Bau des Geodomes, die Anschaffung eines Sonnensegeln, sowie die Anschaffung
von Jungpflanzen für die Pflanzsaison 2025 finanzieren wir über einen bereits bewilligten
Förderzuschuss der Nebenan Stiftung mit einer Fördersumme von 1000€. Wir dürfen uns
außerdem glücklich schätzen, den Jury Preis der nebenan Stiftung gewonnen zu haben
und damit Heckenpflanzen für eine Wildstrauchhecke, sowie einen neuen Rasenmäher
anschaffen konnten. Ebenso haben wir bereits eine Starthilfeförderung der Stiftung
Mitarbeit erhalten, mit der wir Werbemittel wie Flyer, Plakate, Sticker und Banner drucken
lassen konnten. Mit diesen Werbematerialien haben wir letztes Jahr ein Erntedankfest
beworben, bei dem schätzungsweise 70-80 Personen teilgenommen haben.
Unsere Vision den Saugarten als möglichst biodiversen Ort mit vielen verschiedenen
Lebensräumen zu etablieren beinhaltet noch mehr Insektenfreundliche Wildblumenwiesen
und Staudenbeete. Momentan gibt es zwar Totholzhecken, Wildstrauchhecken und viele
Wilde Ecken aber wenig Nahrung für Insekten, neben den Wilden Pflanzen, die überall im
Garten wachsen.

  • Wem gehört die Fläche?

Die Fläche ist von Privat gepachtet. Der Pachtvertrag wird gerade von Anne Heyd auf den Verein umgeschrieben. 

  • Hat der Verein einen Vertrag zur Nutzung der Fläche? Ist dieser befristet? Müssen Sie Pacht zahlen und wenn ja, wie viel?

Wir erstellen gerade einen Pachtvertrag, wie oben bereits erwähnt. Der Vertrag ist nich befristet und wir zahlen keine Pacht, da wir die Person kennen und sie unser Projekt unterstützt. 

  • Wer hat den zugemüllten Brombeerhain urbar gemacht, so dass nun der Gemeinschaftsgarten dort entstehen kann? 

Das war Anne Heyd mit Hilfe von Freund:innen und Familie vor der Vereinsgründung. 

  • Wie kooperiert ihr mit der Genossenschaft?

Wir stellen den Kursort für Baukurse (Fokus Nachhaltigkeit, Bionik & Bauen für die Biodiversität) und erhalten dafür die Bauwerke: Geodome, Nützlingshotels, einen Erdkeller etc. 

  • Wie viele Beete gibt es, in denen Gemüse/Kräuter angebaut werden? 

Momentan sind es 24 Beete, 6 Hochbeete, 1 Tomatenhaus, und 1 Gewächshaus

  • Sind jetzt schon Menschen dabei, die nicht zu dem Gründungskreis gehören?

Ja, neben den 9 Gründungsmitgliedern sind wir ca. 14 weitere Personen (inkl. Kinder). Wir arbeiten gerade an der Aufnahme der Mitglieder (Dokumente & Prozess) und hoffen bis Ende Juni 25 Mitglieder zu haben. 

  • Wie ist der Garten organisiert? Wird alles gemeinschaftlich begärtnert? Gibt es (auch) individuelle Beete? Ackerflächen sind große Beete? Ist hier Acker e.V. mit dabei? 

Der Gemüsearten wird bisher komplett gemeinschaftlich begärtnert. Wir planen aber, dass einzelne Personen eigene Naturgartenprojekte umsetzen können. Individuelle Beete sind bisher nicht geplant, können bei Bedarf aber entstehen. Acker ist nicht beteiligt. Allerdings hat Anne dort ihre Weiterbildung als Ackercoahin gemacht, neben dem Fachwart. 

  • Wie erfahren Interessierte vom Garten und den Mitmachmöglichkeiten?

Der Garten ist nach außen mit einem großen Banner und mehreren Schildern gekennzeichnet. Die Baukurse werden über die Website & Instagram der Genossenschaft (dasgute.haus) beworben. Wir haben Flyer und Plakate an relevanten Stellen in der Stadt (Lokaler Einzelhandel, Kindergärten, Schulen, Betreuungen) und Flyer in der Nachbarschaft verteilt und aufgehängt. Wir planen weitere ähnliche Aktionen. Wir betreiben viel Netzwerkarbeit und gehen auf Veranstaltungen, so z.b. am kommenden Samstag, 24.5. Zum Tag des Grundgesetztes, sowie am 6.7. zum Stadtfest. Darüber hinaus wollen wir in der Zukunft noch gezielter auf verschiedene Akteur:innen und Zielgruppen sehr spezifisch zugehen. Darüber hinaus planen wir ein Sommerfest im September. Unser Instagramkanal wird wöchentlich mit 3 Posts bespielt, und hat innerhalb der letzten 3 Monate 50% mehr Reichweite erreicht. Eine Website ist ebenfalls in Planung. 

  • Woher werden eurer Planung nach die weiteren Vereinsmitglieder kommen? Muss man Vereinsmitglied werden, um mitmachen zu können?

Siehe oben. Nein, man kann auch so mitmachen. 

  • Woher bekommt ihr Wasser?

Wir erhalten Wasser von angrenzenden Kleingartenverein, sowie das Regenwasser das wir über unsere Dachflächen sammeln. 

  • Wurde der Zaun wegen der Wildtiere gebaut?

Nein, der Zaun wurde gebaut um Vandalismus vorzubeugen. 

  • Könnt ihr bitte die Kosten für die Gartengeräte ein wenig auffächern? Für wie viele Menschen sind die jeweils gedacht und wo werden die untergebracht? Bitte beachtet, dass wir Handschuhe nicht fördern.

Siehe Kostenkalkulation. Die Geräte sind für die genannten 25 Personen gedacht. Sie werden in einem abschließbaren Gartenhaus mit Zylinderschloss gelagert. 

  • Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten des Gartens?

Durch die Vereinsmitgliedschaft, Geld- und Sachspenden, Arbeitszeit