Halle: Freiimfelde, Planetengarten und Celtis-Kulturgarten

(Projektbesuche)
2014 wurde in Halle im Stadtteil Freiimfelde der Verein Freiimfelde e.V. gegründet, um aus einer alten Industriebrache einen Park zu machen – als Nachbarschaftsprojekt: mit und für die Nachbarschaft. Wichtig war hierfür die Kooperation/Initiative der Montag Stiftung, die am Anfang die Projektentwicklung gestaltet hat, viel finanziert hat und den Verein den Park sozusagen geschnenkt hat. Der Gemeinschaftsgarten ist ein Teil des Parks. Hier gärtnern Menschen aus der Nachbarschaft hauptsächlich in individuellen Beeten, meistens mit ihren Familien oder gemeinsam als kleine Freundesgruppe – in Hochbeeten. Im Garten stehen auch einige Kunstwerke – nebenan hat ein Künstler sein Atelier. Die Gruppe kennt sich, ab und an kommt wer dazu oder jemand hört auf.
Der Garten hat beim Freiwilligentag in Halle mitgemacht, der am Tag meines Besuchs vorbereitet wurde. Die Fläche (Garten, Altelier, Wiese) ist durch einen hohen Zaun mit Schloß abgesichert.

Direkt neben dem Gemeinschaftsgarten, verbunden durch ein Tor aus Zweigen, ist ein großer Apothekergarten, der hauptsächlich von einer Person bewirtschaftet wird. Der Teil sieht wild aus, hier wachsen die Pflanzen direkt in der Erde, doch sind unterschiedliche Beetstrukturen und verschlungene Wege geschaffen worden, ab und an auch eine Art Miniteich. Hier stehen auch Bienen, die „in Schwarmlaune sind“ (so mein Gesprächspartner).

Der Planeten Garten in Halle wurde Anfang 2023 von Stadt und GutAlaune ins Leben gerufen. Auf der verwilderten Fläche war vor Jahren mal der Sportplatz der angrenzenden Schule. Von Anfang an sollte hier nicht nur ein gärtnerisch genutzter Ort entstehen, sondern ein Treffpunkt für die Nachbarschaft für viele Nutzungen. Anfangs ging es dabei hauptsächlich um Kinder und Jugendliche. Diese für gärtnerisches zu begeistern, ist auch hier schwierig, doch kommen z.B. junge Familien. Die Kinder nutzen gerne das Baumhaus. Seit diesem Jahr ist ein Bauspielplatz mit auf der Fläche. Gemüse wird noch recht wenig angebaut, bisher stand der Aufbau der Infrastruktur an – so gibt es ein tolles Gartenhäuschen mit Küche und Solarstrom, zwei Kompostklos), eins davon barrierearm, ein großes Sonnensegel kann gespannt werden (Sonne/Regen), Blühwiesenbeete, Kräuterbeete wurden in Workshops angelegt, es gibt schon einige Beerensträucher.
Die Koordinatorin des Gartens/die Kerngruppe möchte mehr Menschen fürs Gärtnern gewinnen, so wurden gerade Hochbeete gebaut, die sie verpachten wollen, um Menschen zu erreichen, die ihr eigenes Beet haben wollen. Sie denken dabei an Senior*innen.
Geld bekommen haben sie von der Postcode, die Orga-Gruppe bekommt darüber Honorare. Die Hauptansprechpartnerin wurde durch einen Aufruf im NL vom GutAlaule gewonnen, da wurde jemand gesucht der/die Lust hat, sich organisatorisch in den Garten einzubringen.

Der Celtis-Kulturgarten ist auf der Fläche des ehemaligen zentralen Schulgartens der Stadt. Die Stadt hat diesen Schulgarten vor 10 Jahren aufgegeben. Die Stadt hatte üebrlegt, das Gelände zu bebauen (es ist 3ha groß), doch konnte es für gärtnerische Nutzung erhalten werden. Ein Stadtrat (heute im Landtag), der eine Gartenbaufirma hat, hat das erst genutzt, dann kamen so viele Interessierte, die dabei sein wollet, dass sie 2016 einen Verein gegründet haben. 
Als Pächter/Mieter ist ein Naturkindergarten mit auf der Fläche, deren Pacht/Miete den Löwenanteil der Kosten deckt. Im Verein sind 30 Leute, die neben dem Vereinsbeitrag auch einen Nutzungsbeitrag zahlen.
Außerdem muss jedes Vereinsmitglied 20h p.a. bei den Gemeinschaftsarbeiten dabei sein. Sie machen ca. 4 gemeinsame Tage pro Jahr, mache leisten ihre Stunden aber auch außerhalb dessen ab – und manche kaufen sich auch frei und zahlen mehr.
Der jetzige Vorstand macht wenig Vorgaben, alle dürfen da gärtnern, wo sie wollen, es gibt wenig Schilder. Der Vorstand vorher hat viele Schilder und Infos aufgehängt („bitte gieß mich“, „bitte denk daran, dass…“,) und Regeln, was einige abgeschreckt und zu Unmut geführt hat.
Der Garten hat sehr viele Bereiche und liegt auf einem Hügel mit Felsen. Teile und Wege sind sehr verwildert, sie kommen mit der Pflegearbeit nicht nach und brauchen eigentlich jemanden, der/die das machen würde – möglichst so, dass diese Person keine Anleitung braucht. Anträge schreiben, jemanden anleiten o.ä.: dazu hat niemand Zeit. Die Leute aus dem Vorstand machen ab und an Angebote für BUND und andere Gruppen, aus der Mitgliedschaft sind wenige über das Gärtnern hinaus aktiv.
Vandalismus ist gar kein Problem, geklaut wird wohl auch nix. Bis auf weitere Mithilfe beim Bändigen der wild und schnell wuchernden Pflanzen gibt es keinen Unterstützungsbedarf.