(Gu, alerts)
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Die größte Enttäuschung ist wohl, dass das Ziel, endlich in Mutterboden statt auf Pflastersteinen zu gärtnern, immer noch in weiter Ferne ist. Bunte Pläne darüber, wie der Platz einmal aussehen soll mit Kinderspielplatz und vielem mehr, gibt es bereits. Doch noch ist kein Geld für die notwendigen Umbauten in Sicht. Auch ein langfristiger Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Initiative steht noch aus.
Urban-Gardening-Projekt ist Neuland
Und zusätzlich muss noch ein Amt gefunden werden, das sich für den Platz in seiner neuen Gestalt dann zuständig fühlt. Das ist alles so kompliziert, weil die Stadtverwaltung mit dem Urban-Gardening-Projekt Neuland betritt, eine städtische Fläche in die Obhut von Ehrenamtlichen zu übergeben. Der erste basisdemokratische Prozess der Bremer Stadtentwicklung braucht wohl noch etwas Zeit, aber die Stadtgärtner wollen durchhalten. „Ich blicke sehr optimistisch in die Zukunft, wir werden das Geld schon auftreiben“, sagt Klemm.
Bis dahin versuchen die Aktiven, mehr Menschen auf Lucie zusammenzubringen und zum Umdenken hin zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung anzuregen. Es gibt unter anderem Pflanzentauschbörsen, Gartencafés, Vorträge, Kinderfeste, Freiluft-Kino, Flohmärkte, kleine Shows und Konzerte, bei Vollmond auch mal Abseitiges wie den „Ulmentanz“ und das Gärtnern ja sowieso, jeden Sonntagnachmittag auch gemeinsam.
Auch Beetpatenschaften haben die Stadtgärtner neuerdings zusätzlich zu den Gemeinschaftsbeeten organisiert. Und so kümmern sich Senioren und Flüchtlinge aus den umliegenden Heimen gemeinsam mit Familien und jungen Menschen ohne Balkon auch um ihre eigenen Pflanzen auf dem Platz. Sie würden sich freuen, wenn weitere Gärtner und Helfer hinzukämen, sagt Victoria Klemm zum Abschied. Und: „Auch jeder, der seine eigene Idee einmal ausprobieren möchte, ist bei uns herzlich willkommen.“
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