Bunte Beete in Halle entwickeln sich gut

(Gu aus alerts)

Vor knapp einem Monat startete das Gartenrojekt „Bunte Beete“ mit dem ersten Spatenstich. Bewohner aus Heide-Nord errichten nun am Bootsweg einen Gemeinschaftsgarten.
  
Heide-Nord (ke). Zwischen  den Neubaublöcken am Bootsweg, Reusenweg und dem Fischering und der Heideschule auf einer riesigen Rasenfläche entsteht ein Gemeinschaftsgarten.
„Die Idee einen Garten für die Bewohner aus Heide-Nord zu schaffen, reifte seit über einem Jahr beim Elternfrühstück im HWG-Mietertreff“, erinnern sich Grit Herzog und Magdalena Gatz, die das Gartenprojekt  „Bunte Beete“ betreuen. Beide arbeiten für die Villa Jühling als Familienbetreuerinnen. […] Wir nutzen die Erfahrungen anderer Stadtgärtner. In Berlin schauten wir uns einen Garten an und waren erst einmal erschlagen von den vielen formalen und technischen Voraussetzungen.“ Nichtdestotrotz blieben die Heide-Nordler dran an der Idee. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) wurde eine Fläche gefunden und ein Pachtvertrag mit dem Wohnungsunternehmen abgeschlossen. Am 22. April startete das Gartenprojekt „Bunte Beete“ ganz offiziell. Seitdem nimmt der Stadtgarten  Gestalt an.

Noch sehen die umzäunten eintausend Quadratmeter eher wie eine große Pferdekoppel aus. Der Bau des naturnahen Holzzaunes dauerte eine Woche. Momo hat fast 60 tiefe Löcher ausgehoben, um die als Pfähle dienenden Rubinienstämme einzugraben. „Harte Arbeit“, meint der junge Afghane in gebrochenem Deutsch, der heute gemeinsam mit Elisabeth Düfelt unermüdlich Pflanzlöcher für Blumenstauden aushebt. Die aktive 68-Jährige war ihr Arbeitsleben lang Gärtnerin: „Mein Fachgebiet war der Zierpflanzenbau. Viele Jahre habe ich als Friedhofgärtnerin gearbeitet. Den respekt- und rücksichtsvollen Umgang mit anderen Menschen bin ich gewohnt. Der ist heute und hier einfach wichtig.“ So wachsen am Bootsweg nicht nur Pflanzen, sondern auch Kulturen zusammen. Wenn zum Beispiel das Selbstbewusstsein der alleinerziehenden deutschen Mutter auf das Selbstbewusstsein des muslimischen Mannes prallt. Doch alle haben das gleiche Ziel: Den Boden urbar zu machen.

Vor einigen Jahren stand an dieser Stelle ein Wohnblock. Der wurde abgerissen und anschließend die Erde verdichtet und ein wenig Mutterboden aufgetragen. „Wir erhalten viel Unterstützung“, so Grit Herzog. Die HWG, die das Grundstück zur Verfügung stellte, der Landwirtschaftsbetrieb, der mit Traktor und Gruber die Erde pflügte, die Kinder aus der Kita „Am Zanderweg“, die eine Hecke aus trockenen  Ästen und  Zweigen bauten oder die Anwohner, die Pflanzen spenden.

Während Elisabeth und Momo auf einer Seite des Gartens graben, bauen auf der anderen Seite Kirsten, Katja, Carsten, Yvonne und Habib einen Kompost. Die Schwestern Rashida und Rafidü gießen die jungen Kohlrabipflanzen in den Hochbeeten.
Mittlerweile arbeiten ein Dutzend Heide-Nordler im Garten. Einige von ihnen bringen ihre Babys mit, die im Kinderwagen oder auf dem Rücken der Mutter die Frühlingssonne genießen. In der Mitte des Gartens soll ein größeres buntes Gemeinschaftsbeet entstehen. Hier kann jeder nach Lust und Laune „buddeln“ und das Beet pflegen. Die Randbereiche des Gartens werden in kleinere Parzellen eingeteilt. Diese kann man zu einem kleinen Obulus mieten und dann selbst bewirtschaften. Außerdem ist ein Spielbereich für die Kinder geplant und Beerensträucher von denen jeder (vor allem die Kinder) naschen dürfen. Im Werkzeugschuppen stehen Gartengeräte für die Gartenarbeit bereit.

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