(Gu, alerts)
kürzlich beim Frühlingsfest: Die Urban-Gardening-Initiative neben dem Quelle-Komplex an der Wandererstraße würde gern mehr Kontakt mit den benachbarten Flüchtlingen haben. Bisher klappt das noch nicht gut.
„Der Kontakt zu den Nachbarn in der Flüchtlingsunterkunft läuft bislang nur schleppend“, sagt Stefan Mohr, der nebenan beim Stadtgarten-Projekt mitmacht. „Ein Syrer und ein Iraner kommen immer mal wieder“, sagt er. Das sei leider bei weitem nicht das, was man sich erwartet habe.
Das Angebot werde nur langsam angenommen, was vielleicht auch an der Sprachbarriere liege. „Viele können kein Englisch“, betont Mohr. Damit aber jeder weiß, was der Stadtgarten ist, und dass hier jeder willkommen ist, gibt es im Eingangsbereich eine Erklärung des Projekts in verschiedenen Sprachen: auf Russisch, Arabisch, Türkisch und Englisch.
Elli Fuchsloch, die Koordinatorin des Helferkreises im Nürnberger Westen, bestätigt die geringe Resonanz auf die Angebote. Der „Kulturaustausch“ zum Muggenhofer Kulturbüro wurde nur kurzzeitig angenommen und ist eingeschlafen. Auch die „Kehrt wärd“-Aktion von SPD-Stadtrat Michael Ziegler im Stadtteil blieb rasch ohne Resonanz.
Mit Blick auf die vorgeschriebenen Integrationskurse spricht Fuchsloch auch von einem „Überangebot“. Die Erfahrung habe gezeigt, dass viele Flüchtlinge nach den Lektionen irgendwann froh sind, wenn sie ihre Ruhe haben. Zudem würden viele „frustriert wirken“, weil ihr Verfahren nicht vorangeht.
Klar ist auch: Statt bis zu 350 Flüchtlinge sind es laut Fuchsloch derzeit „unter 100 Bewohner“. Und offen sei angesichts der aktuellen Entwicklung, ob die Leichtbauhallen überhaupt noch einmal voll belegt oder vielleicht in absehbarer Zeit abgebaut werden. Der bestehende Helferkreis will sich jedenfalls verstärkt auch um andere kleinere Unterkünfte im Nürnberger Westen kümmern.
Die Stadtgarten-Initiative hat sich von den Flüchtlingen immerhin inspirieren lassen: Im Laufe der neuen Urban-Gardening-Saison soll internationale Küche aus Ghana, Syrien, Äthiopien, Afghanistan, Israel und Nordafrika präsentiert werden. Mohr: „Liebe geht bekanntlich durch den Magen“.
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/helferkreis-fur-fluchtlinge-in-eberhardshof-gescheitert-1.5190558