(Gu aus Antrag und Antworten)
Den KEBAP Garten gibt ess eit August 2012. Sie verarbeiten viel des geernteten Gemüses zusammen vor Ort, haben einen Lehmbackofen und machen u.a. damit Angebote für Schulen, Kitas und andere Gruppen. Soweit es geht, nutzen sie Recyclingmaterial.
Anfang dieser Saison wollen sie ihre Kochmöglichkeiten ausbauen.
– Wie habt ihr denn bisher die Ernte miteinander vor Ort verarbeitet? Was für eine Ausstattung gibt es schon?
Wir haben einen mobilen Zweiflammen-Gaskocher an eine Gasflasche angeschlossen und alles mobil und sehr basic, campingmäßig improvisiert.
Gasflasche und Kocher sind auch weiterhin vorhanden und stehen zur Verfügung, Geschirr ist teilweise vorhanden. Es haben auch immer wieder Menschen ihr eigenes Geschirr mitgebracht. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Es fehlt an Werkzeug für die Essenszubereitung und bessere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Geschirr und Nahrungsmittel. In unserem Anhänger wird es bei anhaltendem Regen zu feucht, daher brauchen wir verschließbare Kunststoffboxen.
Da wir in diesem Jahr wesentlich häufiger und in Kooperationen kochen wollen, rücken qualitative Verbesserungen im Küchen-Kochbereich in unseren Focus.
– Wenn Schulen und Kindergärten kommen, was macht ihr mit ihnen/was machen sie bei euch? Zahlen die Gruppen dafür ein bisschen was?
Je nach Jahreszeit und was bei den Kursen und Kitas so anliegt, backen wir mit denen Pizza und Brötchen, bauen Kartoffeltürme oder pikieren Pflanzen. Das soll alles noch ausgebaut werden und wir streben danach stärker zum Thema “ Nachhaltigkeit“, Umgang mit Ressourcen, Energie, Permakultur etwas kindgerechtes zu entwickeln. Bisher am besten klappt das mit dem Lehmofen. Leider können die meistens nix zahlen. Wenn wir das ausbauen, müssen wir dafür finanzielle Unterstützung suchen, weil es übersteigt, was wir ehrenamtlich leisten können. Anfangen konnten wir das nur, weil wir eine FÖJlerin jetzt in Vollzeit haben. (Die Stelle hatten wir uns vorher mit dem Gartendeck geteilt)
– An was für Workshops haben die Institutionen Interesse? Am Brotbacken? Wollt ihr dafür dann ein bisschen Geld haben? Wie beteiligen sie sich an den Kosten?
die Workshops werden von FÖJ Seminaren, Universitäten und im Rahmen der Open School 21 gebucht. Die werden gewöhnlich auch bezahlt. Die Budgets dafür schwanken. 50,00 €/h + Material z.B. für das Backen ist der Richtwert. Wir haben demnächst ein Plenum, auf dem wir einen Leitfaden im Umgang mit derlei Anfragen festlegen wollen, damit wir das einheitlich handhaben. Das Geld geht zu 50 % an die Leute, die das machen und zu 50% an den Verein. Bei uns müssen immer 2 Leute dabei sein, weil der Aufbau und Abbau bei uns so aufwendig ist. Das Interesse besteht hauptsächlich am Gesamtprojekt, am Garten und den obenskizzierten Themen, die wir ja inzwischen schon in eigenen Anlagen vorführen können (wie das Wassersystem, die Stromgewinnung und die Kompostlandschaft) Die meisten wollen auch aktiv werden. Bei uns ist es natürlich möglich etwas auszuprobieren, z.B. Tee mit einem kleinen Rocket Stove zu kochen oder auch einfach nur Holz zu hacken. Die Küche ohne fossile Brennstoffe wird sicher auch ein Thema von Interesse werden.
– Kann man den Lehmofen – ggf. nach einer Einführung – auch alleine nutzen? Also ohne dass jemand von euch dabei ist?
Nein, das ist leider nicht möglich, weil das für uns zu gefährlich ist. Wir streben aber an, daß sich die Backgruppe erweitert und mehr Leute sich auskennen, und verantwortlich Workshops anleiten. Dafür hatten wir bereits einen gutem Start mit kompetenten Leuten, die wir dafür aktivieren wollen.
– Das mit dem Ausbau der Direktvermarktung verstehe ich nicht. Ich dachte, ihr verkocht alles zusammen vor Ort und den Rest nehmen die Leute mit. Was soll an wen vermarktet/verkauft werden?
Nein, nicht wir vermarkten etwas, sondern wir versuchen Kooperationen mit landwirtschaftlichen Projekten aufzubauen, so daß Leute über uns z.B. Tomaten vom Hof vorm Deich beziehen können oder Olivenöl aus Spanien bestellen und abholen können.
Das klappt ziemlich toll und wir gucken, wie wir das ausbauen können, ohne das wir da einen Service auf bauen. Direktbezug ist vielliicht besser, meint nur, daß wir den Zwischenhandel umgehen.
– Aus welchem Material sollen Kartoffeltürme und Kürbiskübel sein? Gibt es das nicht sozusagen for free?
leider nein, für die Kartoffeltürme brauchen wir Maschendraht von der Rolle und Leisten, für die Kürbiskübel brauchen wir Holz, Leisten, Schrauben und Leinöl zum Imprägnieren. Wir wollen diesmal etwas bauen, was wir nicht jedes Jahr erneuern müssen. Sollten wir Recyclingmaterial finden, nehmen wir das natürlich und würden dann das Geld in Küchengeräte oder Werkzeug investieren, das wir immer gebrauchen können, weil wir sehr viel am basteln, ausbessern und verbessern sind.