(Antworten, ANtrag)
Menschlichkeit Unparteilichkeit Neutralität Unabhängigkeit Freiwilligkeit Einheit Universalität
Sehr geehrte Damen und Herren,
Projektbeschreibung und Anlass:
Im Rahmen unseres bestehenden Gartenprojekts „Kraut und Rüben“ möchten wir 2025 einen
neuen, zukunftsweisenden Schwerpunkt setzen: Ein grünes Klassenzimmer für Kinder soll
entstehen, in dem sie den bewussten Umgang mit Pflanzen, Kräutern und der Natur
altersgerecht erleben und erlernen können.
Ziel ist es, Kinder aus dem Sozialraum spielerisch und praxisnah mit der Welt der Kräuter und
Nutzpflanzen vertraut zu machen. Durch kindgerechte Hochbeete, Lerninseln und begleitete
Entdeckertage im Garten möchten wir Neugier wecken und Naturwissen erlebbar machen. Der
Garten wird somit nicht nur Ort des ehrenamtlichen Engagements, sondern auch ein inklusiver,
intergenerativer Lernort für Naturbildung und gesunde Ernährung.
Konkret geplant ist:
• Bau von 4 bis 6 kindgerechten Hochbeeten (rücken- und kindergerecht, mit farbiger
Beschriftung und Kräuterschildern)
• Ausstattung mit Gartengeräten für Kinder (kleine Schaufeln, Gießkannen etc.)
• Einrichtung eines kleinen überdachten Lernplatzes mit Sitzgelegenheiten (z. B.
Baumstümpfe oder wetterfeste Bänke)
• Entwicklung einfacher Lernmaterialien zum Kennenlernen von Pflanzen, Kräutern und
Gemüse
Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren Ehrenamtlichen und Familien aus
dem Kiez. Die Kinder werden aktiv in den Bau und die Bepflanzung einbezogen – so entsteht
Identifikation und ein achtsamer Umgang mit Natur und Nahrung. Alle Familien können sich
daran beteiligen.
Ausblick:
Das grüne Klassenzimmer ist als dauerhafte Ergänzung des Gartens geplant. Es bietet die
Möglichkeit, regelmäßig Workshops und Pflanzaktionen mit Kitas, Grundschulen und Familien zu
gestalten – und wird Teil eines wachsenden, naturnahen Bildungsangebots im DRK-
Begegnungszentrum Marzahn-Süd.
1. Wie hat sich die Gartengemeinschaft denn weiterentwickelt? Wie viele Menschen gärtnern
inzwischen und wie macht sich der Gartenrat?
Die Gartengemeinschaft hat sich kontinuierlich weiterentwickelt.
Aktuell gärtnern über 20 engagierte Personen im Gemeinschaftsgarten. Sie pflegen sowohl
individuelle Anbauflächen als auch gemeinschaftlich genutzte Beete.
Der Gartenrat (auch Gartenbeirat genannt) wurde ins Leben gerufen, um Herausforderungen in der
Organisation (z. B. Nutzung von Geräten) zu begegnen. Der Rat trifft sich wöchentlich, plant
Aufgaben, legt Nutzungsregeln fest und entscheidet über Anschaffungen. Die Einführung dieses
Gremiums hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und fördert ein harmonisches und faires
Miteinander.
2. Wie viele Kinder sind jetzt schon im Garten (mit ihren Eltern/Verwandten/Bekannten) beim
Gärtnern dabei?
Derzeit sind regelmäßig 12 Kinder vor Ort, die mit ihren Familien mitgärtnern. Es ist jedoch gewollt,
dass die Gartenfläche bewusst für Familien geöffnet wurde und die geplante Erweiterung (Grünes
Klassenzimmer) die Einbindung von Kindern weiter intensivieren soll.
3. Was genau meinst du mit „Grünes Klassenzimmer“? Wann können die Kinder dort gärtnern?
Wäre das immer angeleitet? Wer entscheidet, was in den Kinderbeeten angebaut wird und was
passiert mit dieser Ernte?
Das „Grüne Klassenzimmer“ ist als dauerhafte Bildungsfläche im Garten gedacht. Es soll:
• kindgerechte Hochbeete (4–6 Stück),
• Gartengeräte für Kinder,
• eine überdachte Sitzecke (z. B. Baumstümpfe, wetterfeste Bänke)
• sowie Lernmaterialien beinhalten.
Kinder können dort angeleitet im Rahmen von Entdeckertagen, Pflanzaktionen oder Workshops
mitmachen. Die Aktivitäten sollen in Zusammenarbeit mit Kitas, Grundschulen und Familien
stattfinden.
Was in den Kinderbeeten angebaut wird und wie die Ernte genutzt wird, ist nicht konkret
beschrieben, aber es ist naheliegend, dass die Entscheidung gemeinsam mit den Kindern/Familien
sowie den betreuenden Ehrenamtlichen getroffen wird. Die Ernte wird Teil der Naturbildung und
gesunden Ernährung sein.
4. An welche Form von Lernen denkt ihr? Lernplatz mit Sitzgelegenheiten klingt nach Unterricht wie
in der Schule?
Das „Grüne Klassenzimmer“ ist nicht als klassischer Unterrichtsraum gedacht, sondern als
spielerischer, praxisnaher Lernort in der Natur. Die Idee ist es, Naturbildung mit allen Sinnen zu
ermöglichen, z. B. durch:
• Kräuter riechen, schmecken, benennen
• Pflanzen pflegen und beobachten
• spielerisch Zusammenhänge verstehen
Die Sitzgelegenheiten dienen dazu, Gruppen (z. B. Kita-Kinder) einen Rahmen für kleine
Einführungen, Beobachtungen oder Reflexionen zu bieten – ohne Schulatmosphäre, sondern im
naturnahen Setting.
5. Wo wären die Werkzeuge untergebracht und wie zugänglich sind diese dann?
Aus den bisherigen Projektberichten geht hervor, dass jede/r neue Gärtner*in eine eigene kleine
Kiste für Werkzeug erhält. Es gibt zudem einen gemeinsamen Gerätepool, der durch Fördergelder
ausgebaut wurde. Es ist geplant, dass auch die Kindergeräte in einem ähnlichen System aufbewahrt
und gemeinsam, unter Aufsicht nutzbar sein werden.
6. Was ist mit „Kästen“ im Kostenplan gemeint?
Im Förderantrag ist bei den Ausgaben ein Posten mit „Erde und Kästen“ in Höhe von 200,00 Euro
genannt. Gemeint sind hier Pflanzkästen und mobile Pflanzgefäße, die speziell für die Kinderbeete
oder das grüne Klassenzimmer verwendet werden sollen.
7. Habt ihr die Kitas und Schulen und den Bezirk gefragt, ob sie das Projekt finanziell unterstützen?
Ja, wir arbeiten bereits eng mit mehreren Kitas und Grundschulen aus dem Sozialraum zusammen
und binden diese aktiv in das Projekt ein – insbesondere im Rahmen von Entdeckertagen und
geplanten Pflanzaktionen. Eine finanzielle Unterstützung durch die Einrichtungen oder den Bezirk ist
jedoch leider nicht möglich.
Als Geschäftsführerin bin ich Mitglied im Jugendhilfeausschuss Marzahn-Hellersdorf und damit
direkt in die kommunalen Haushaltsberatungen involviert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das
Budget für Schule und Jugend im Bezirk kürzlich erheblich reduziert wurde. Das betrifft insbesondere
die Mittel für präventive, außerschulische Bildungsangebote – wodurch eine finanzielle Förderung
für unser Projekt derzeit nicht realisierbar ist.
8. Habt ihr Kontakt mit dem Gutsgarten? Da läuft ja das Projekt „Hellersdorfer Gemüse“ und ggf.
bekommt ihr dort auch einige der benötigten Gegenstände und Materialien:
https://prinzessinnengarten-kollektiv.net/project/hellersdorfer-gemuese/
Wir stehen derzeit im Kontaktaufbau mit dem Gutsgarten und beobachten das Projekt
„Hellersdorfer Gemüse“ mit großem Interesse. Ein Austausch ist für uns sehr wertvoll, insbesondere
im Hinblick auf Ideen zur naturnahen Bildung und zur Gestaltung von Lernorten im Grünen.
Allerdings haben wir bereits geprüft, ob dort eine materielle Unterstützung möglich wäre – also die
Bereitstellung von Gartengeräten, Pflanzgefäßen oder Baumaterialien. Nach aktuellem Stand ist dies
nicht umsetzbar, da die Mittel und Ressourcen im Projekt zielgerichtet für eigene Zwecke gebunden
sind. Wir freuen uns dennoch auf einen weiteren inhaltlichen Austausch und mögliche Kooperationen
in der Zukunft.