(von Najeha)
Die Veranstaltung fand in der Gemeinde der Michaelkirche statt. Die Pastorin hat ein Grußwort gehalten und die Gartengruppe und die Idee des neuen Projektes vorgestellt.
Nach der Rede der Pastorin bemerkte ich, wie ein paar ältere Frauen böse den Raum verließen. Sie waren offensichtlich nicht einverstanden mit der Idee, einen Garten auf das Grundstück zu setzen. Sie könnten Bedenken bezüglich Lärm etc. haben.
Das Grundstück liegt etwas außerhalb, neben einer Baumschule und einer kleinen Wohnsiedlung. Es gehört der Stadt und hat eine Größe von 33,000 qm. Auf dem Grundstück stehen viele alte Pappelbäume, ein Volleyballplatz, ein Hockeyplatz und eine Bühne.
Die Gruppe besteht aus fünf Frauen, die das Projekt auch beim Sozialausschuss der Stadt vorgelegt und vorgestellt haben. Sie befinden sich aktuell noch in den Verhandlungen.
Die Stadt zeigt sich offen und hat eine mündliche Zusage gegeben. Es gibt jedoch eine Partei, die mit dem Projekt nicht einverstanden ist.
Die Stadt möchte die Bühne auch für öffentliche Aktionen für alle bewahren, die Gruppe möchte das jedoch nicht.
Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert. Es sind ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen 45 Flüchtlinge, die seit max. 4 Monaten in Meißen angekommen sind. Die Flüchtlinge setzten sich aus Familien aus Afghanistan, Syrien und den Irak und einigen jungen Männern zusammen.
Zehn Männer haben den ganzen Nachmittag in der Küche das Abendbrot für die Gäste gekocht. Die Gäste durften sich zuerst bedienen. Das Essen war sehr lecker.
Meinen Vortrag habe ich allgemein über die Interkulturellen Gärten, die Gründung der Stiftung Interkultur und die Angebote der Anstiftung gehalten.
Anschließend habe ich einen Ausschnitt aus dem Film über den Verein gezeigt und daraufhin mit meinem Vortrag begonnen.
Ich habe meinen Vortrag in drei Sprachen gehhalten. Erst auf Deutsch, dann auf Arabisch und dann in Farsi. Das war eine große Überraschung und Freude für die Flüchtlinge. Einige Flüchtlinge hat es sogar so stark berührt, dass sie bei meiner Rede, in der arabischen Sprache, weinen mussten. Ich habe versucht sie zu trösten und zu ermutigen, dass auch sie die deutsche Sprache lernen werden können und ich bin ein Beispiel dafür.
Die afghanischen Frauen haben sich getraut mir bereits nach einigen Minuten ihre Wünsche mitzuteilen. Die Mädchen wollen unbedingt die deutsche Sprache lernen und haben mich gebeten nach Büchern und Wörterbücher zu fragen. Eine Mutter war in ihrer Heimat Schneiderin und vermisst ihre Arbeit und fragte deshalb nach einer alten Nähmaschine. Ein junger Vater wiederrum bittet um einen Platz in der Kita für seinen vierjährigen Sohn.
Ich habe über meine Erfahrung als Flüchtling berichtet und wie der Garten die Wege für mich und viele andere Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft geöffnet und meine Sprache verbessert hat. Das mich deutsche Mitglieder unterstützt haben und, dass es eine einmalige Möglichkeit ist, biologische Nahrungsmittel wie beispielsweise Gemüse und Kräuter anzubauen.
Nach meinem Vortrag wollten alle mitmachen und an dem Gartenprojekt teilnehmen. Die Kerngruppe hat alle Namen, Facebook Seiten und Handynummern notiert. Ich hoffe, dass sie im Projekt mitwirken.