Workshop mit Najeha in Frankfurt/Oder

(von Najeha, 26.8.)
Bericht über den Vortrag und Workshop in Frankfurt-Oder am 21., 22.08.15

Frankfurt-Oder hat wie die anderen Städte in Deutschland viele Flüchtlinge empfangen, manche leben in einem Asylheim, andere wurden in den leeren Büroräumen in verschiedenen Stadtteilen untergebracht.

In dem Gemeinschaftsgarten wurden bis heute noch keine geflüchteten Menschen aufgenommen.

Frau Uta Kurzwelly erklärte mir, dass die meisten Gärtner entweder alt sind oder eine geistige Behinderung haben, sie finden die Aufnahme von Geflüchteten ohne Sprache sehr schwierig.

Mein Vortrag am Freitagabend war über die Flüchtlinge, wer sind sie? Warum flüchten sie, warum verlassen sie ihre Heimat und kommen nach Europa?

Ich habe kurz über meine Flucht erzählt, wie war mein Leben zu Hause im Irak, warum bin ich nach Europa gekommen? Welche Schwierigkeiten habe ich in Deutschland erlebt?

Mein Ziel, dass die Ängste, die manche Gärtner vor Flüchtlingen haben, ein bisschen zu erleichtern. Die 22 TeilnehmerInnen haben zugehört außer einer, die nach 10 Minuten von meiner Rede aufgestanden ist und im Garten woanders gesessen hat. Unter den Anwesenden waren ein neuer geflüchteter Iraker, zwei Migranten, ein pakistanischer und einer aus Serbien.

Nach meiner Rede gab es viele Fragen und Diskussion.

Am Sonnabend haben 17 TeilnehmerInnen, davon drei Männer, an dem Workshop teilgenommen.

Ich wurde von der Gruppe gebeten, dass ich ein Material für die Creme und das Kraut Spitzwegerich aus Göttingen mitbringe.

Im Workshop wollten wir zwei Erkältungstinkturen mit Salbei und Spitzwegerich, eine zum Gurgeln und Spülen, eine andere zum Einnehmen und die Gesichtscreme vorbereiten. Die Teilnehmer haben drei verschiedene von meinen Tinkturen probiert und den Unterschied von Geruch und Geschmack gemerkt.

Am Anfang habe ich die Methode der Vorbereitung von Tinkturen den Teilnehmern erklärt, die Kräuter wurden gehackt, die Schraubgläser halbvoll mit dem Kraut, dann mit dem Doppelkorn gegossen. Die weiteren Schritte sollen sie selbst machen.

Als die Gruppe mit den Tinkturen fertig war, hat sie die Gesichtscreme vorbereitet, jeder Teilnehmer hat das Rezept in der Hand gehabt, und wir haben für jeden Teilnehmer 50ml vorbereitet.

Am Ende haben wir den Rest vom gestrigen Essen zusammen gegessen.

Nach den zwei Tagen im Garten und mit dem Vortrag in der VHS mit dem Workshop schreibt Frau Kurzwelly mir, dass die Gartengruppe dem neuen Flüchtling eine Parzelle zur Verfügung stellen möchte, und zwei Mitglieder im Garten möchten ihn beim Deutschlernen unterstützen.

Frau Kurzwelly schreibt mir heute „Ich bin sehr froh, dass wir (der

Garten) endlich in Bewegung kommen, was die Flüchtlinge anbelangt „

Diese Entwicklung im Garten hat mich sehr berührt und erfreut.   Najeha Abid am 26.08.2015