(Gu aus alerts, 14.7.)
[…]Die jungen und idealistischen Menschen von „Transition“ haben bereits auf drei Flächen vorgemacht, was nun auf etwas breiterer Ebene in Regensburg Schule machen soll. Der Umweltausschuss hörte mit Sympathie, was SPD-Stadträtin Katja Vogel am Beispiel von Andernach angeregt hatte und Gartenamtsleiter Dietrich Krätschell vorstellte […] Gärtnerische Aktivität nun auch außerhalb abgeschlossener Zäune zu initiieren ist ein neuer Ansatz. 2017 könnte diese neue Art der städtischen Grünplanung erste Früchte tragen. Statt „Betreten verboten“ soll es dann „Pflücken erlaubt“ heißen. Das Stadtgartenamt würde dieses Pflänzchen „Bürgergarten“ gerne ein wenig umsorgen und mit Rat und Material unterstützen. „Wir bieten die Flächen, die Sämereien oder vorgezogenen Pflänzchen, das Wasser, eventuell Zaunbaumaterial und mit Vorträgen über Gartenbau oder Obstbaumschnitt-Kursen das nötige Wissen“, lautet die offerte des Gartenamtsleiters. Die Arbeit ist das, was die Bürger dann selbst leisten müssen. Solche kleinen Gärten wären vor allem in der Nähe von Schulen willkommen. […]
Transition hat dies am schattigen Roten Herzfleck, einer kleinen Gemüseinsel in der Gesandtenstraße und auf einem 500 Qudratmeter großen Gartenareal in Stadtamhof vorgemacht. Dort wächst und gedeiht kunterbunt Blumenpracht und Gemüse durcheinander: Kopfsalat und Tomaten, Zuchini und rote Beete, Kartoffeln und Sonnenblumen, Margareten und Spinat, Stangenbohnen und Kamille, Kürbisse und Gänseblümchen. Ein altes Gartenhäuschen dient als Zentrale, an einer großen Tafel werden wichtige Hinweise wie letztes Gießen oder Bitten zum Wassertankauffüllen kommuniziert. Ein aus Ästen gesteckter Zaun grenzt den Garten ein, doch eine Gartentür fehlt. Hier ist jeder willkommen.
Eine Mitarbeiterin des Gartenamts holte sich bereits in Müchen Informationen über Gardening-Initiativen geholt. Darüberhinaus hat auch Regensburg Einiges zu bieten: 1200 städtische Obstbäume, ausgedehnte Weingärten und 44 Hektar artenreiche Wildblumenwiesen. Neue Gartenstrategien sind auch ökonomisch interessant. Während eines der saisonal bepflanzten Wechselbeete die Stadtverwaltung 69,40 Euro pro Qudratmeter und Jahr kostet, käme ein Quadratmeter Gartenbeet mit Bürgerbeteilung auf rund 15,40 Euro