(Gu aus alerts, 21.2.2015)
Urban Gardening in Wittenberg
Kommunalpolitik
Brachflächen und Grünanlagen in Wittenberg werden von Kindergärten, Schulklassen, Familien und Einzelpersonen mit Tomaten, Gurken, Möhren und Co. bepflanzt und gepflegt. Familien, die sonst keine Chance auf eine zu bepflanzende Grünfläche hätten, erhalten in der Lutherstadt die Möglichkeit, ihr Gemüse selbst anzubauen und tragen dabei gleichzeitig dazu bei, dass das bürgerschaftliche Engagement in Wittenberg einen deutlichen Zug im Wittenberger Stadtbild erhält.
So sieht es zumindest die Idee vor, mit der sich der SPD-Ortsverein Lutherstadt Wittenberg beschäftigt hat. Das Konzept das hinter dieser Idee steckt, nennt sich „Urban Gardening“ und kommt in immer mehr Städten zum Zuge: „Die Idee, den Bürgerinnen und Bürgern in einer Stadt Flächen zur Bepflanzung zur Verfügung zu stellen, war eigentlich nur ein Großstadtphänomen, doch auch in Städten der Größe Wittenbergs nimmt die Idee immer mehr Platz bei der Gestaltung des Stadtbildes ein“, so Ortsvereinsvorsitzender Thomas Merten.
Städtebaulich herrscht in Wittenberg eine große Monotonie, durch die Freigabe von Flächen für gemeinschaftliches Gärtnern könnten bspw. Parkanlagen, aber auch Flächen in der Innerstadt abwechslungsreicher gestaltet werden. Die so entstehenden Beete könnten, analog von anderen Pflanzungen im Stadtgebiet, an Paten wie Schulen, Kindergärten, Einzelpersonen oder Personengruppen übergeben werden. Kindern könnte so unter anderem gezeigt werden, dass ihr Essen direkt vor der Haustür und nicht im Supermarkt wächst.
Das Engagement von Einzelpersonen oder Personengruppen, die gemeinsam solche Beete bewirtschaften, fördert laut Merten zudem das gemeinschaftliche Miteinander und verbessert somit auch das städtische Klima. Dieser Faktor des gemeinschaftlichen Gärtners könnte unter anderem auch in den Wohngebieten am Trajuhnschen Bach von Bedeutung sein. Dort entstehen durch das Wegreißen von Wohnblöcken viele Lücken, die man anstelle von Garagen, auch durch das Anlegen von Gärten schließen könnte.
„Natürlich ist uns bewusst, dass das Konzept erst einmal auf Skepsis stoßen wird, aber es kommt auf einen Versuch an, lassen sich Bürgerinnen und Bürger finden, die Interesse an so einer Initiative hätten? Werden die Fläche tatsächlich gepflegt und nicht zerstört?“ gibt sich Merten aber zuversichtlich, dass sich in Wittenberg Bürgerinnen und Bürger für die Idee begeistern werden.
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