Die Keimzelle hört auf

(Gu, newsletter, 17.9.)

Das Ende der Utopie

Newsletter der Keimzelle N. 6

Hi Gudrun,

nun ist es also soweit. Der Tag der Wahrheit ist gekommen. Anläßlich der Eröffnung der Rindermarkthallen-Supermärkte stellt sich die Keimzelle laut und öffentlich mit Tamtam und Hirnschmalz die entscheidende Frage: Was machen wir hier eigentlich?

Die Keimzelle im Hamburger Karoviertel wollte zu einem Planungsgarten für die Zukunft der ehemaligen Rindermarkthalle werden. Sie sollte Kunst im öffentlichen Raum sein und Anwohnerwillen in Kürbisform manifestieren. War alles utopisch?

In der nun aufgehübschten Rindermarkthalle werden 13.000 qm Shoppingfläche mit dem Spektakel der Zerlegung eines Rindes eröffnet. Asphaltparkplätze besetzen den Aussenraum, auf dem das GrünAreal hätte wachsen können. Der politisch versprochene Planungsprozess wird totgeschwiegen und die sogenannte Zwischennutzung des Areal scheint bis zum Sanktnimmerleinstag verlängert. Ist das Rinderwahnsinn oder stadtpolitische Realität?

So kommt also: Das Ende der Utopie

  • In der Keimzelle auf dem Ölmühlenplatz
  • Am Donnerstag den 18. September 2014
  • Um 16:50 Uhr (pünktlich zur besten Keimzellen-Gartenzeit)

mit dem berühmten Unser-Areal-Kaufhaus-Jingle und 10-Minuten-Lob-und-Untergangs-Gesängen von Anke Haarmann (Ein Werk am Ende), Anna-Lena Wenzel (Paradoxien der Intervention), Simon Pfeifer (Trockenbohrungen), Gesa Ziemer (Teilhabe und Öffentlichkeit), Harald Lemke (Nekrolog auf den Utopismus), Klas Rühling (lecture performance). Dann tritt Frau Kraushaar auf und schließlich geht mit dem Erscheinen eines Mini-Baggers die Keimzelle unter … es folgt, was folgen muss, der Leichenschmaus bis zum Sonnenuntergang um 19:29 Uhr

Warm anziehen – wie immer umsonst und draußen.