Gu am 10.6.
Die Stadt Erlangen hat schon vor ca. 7 Jahren ein Grundstück für einen IG in der Grünflächenplanung eingeplant (planerisch als Kleingartenfläche). Durch einen Zeitungsartikel zu dem Vorhaben ist Fritz Steiner, gerade pensoniert und auf der Suche nach einer Betätigung für den neuen Lebensabschnitt, aufmerksam geworden und hat angefangen, sich für das Gartenprojekt einzusetzen. Bis dato war noch nicht viel passiert. Es war ein mühseliges Unterfangen, Politik und Verwaltung von dem Projekt zu überzeugen. Die InitiatorInnen mussten eine Bauplanung vorlegen, deren Umsetzung auch immer wieder kontrolliert wird (auch von den Nachbarn). Auch die Größe von kleinen Gewächshäusern auf den Parzellen musste darin festgelegt werden und die Verschiebung eines kombinierten Hütten-Pavillions um ein paar Meter wurde sofort hinterfragt.
Die Gruppe hat es geschafft, dass die Stadt eine Straße (Zufahrt) gebaut hat – die Kosten sollte ursprünglich der Verein tragen. Sie haben einen richtigen Wasseranschluß und eine „richtige“ Tolilette, haben eine Zisterne gießen lassen, haben einen Stromanschluß. Durch sehr gute persönliche Kontakte zu den mittelständischen Unternehmen, haben sie sehr viel an Material und Dienstleistungen geschenkt oder sehr günstig bekommen.
Auf einem ehemaligen Feld entstand ein Gartenprojekt mit ca. 20m² großen Parzellen. 55 Parteien gärtnern hier, alle sind Mitglieder im Verein (auch wer auf die Warteliste möchte, muss Vereinsmitglied werden). Es gäbe Bedarf für eine Erweiterung, was vom Grundstück aus auch möglich wäre, doch da das Grundstück dann ein großer Schlauch wäre und die Wege teilweise weit und nicht mehr alle sich sehen könnten, haben sie sich dagegen entschieden. Lieber an einem anderen Standort noch ein Projekt. Und lieber die Parzellen verkleinern, als das Grundstück vergrößern. Auch organisatorisch und von den Kommunikationswegen her finden sie das besser.
Alle Parteien müssen an 2 der 4 Aktionstage pro Jahr teilnehmen – oder einen Geldbetrag zahlen und jedeR hat einmal eine Woche lang den sogenannten Ordnungsdienst. Dazu gehört es, die Toilette zu putzen etc. Ein Besen mit roter Schleife im Beet zeigt, wer gerade dran ist.
Es gibt einen Vorstand und einen Beirat. In diesen beiden Gremien sind die Leute versammelt, die der „harte Kern“ des Projekt sind. Hier werden die Entscheidungen getroffen, nicht alles wird mit den Mitgliedern vorher besprochen, aber es wird – wenn wichtig – abgestimmt.
Das erste, was ich bei meinem Besuch gesehen habe, war ein Schild mit der Aufschrift: „Zutritt nur für IKG Mitglieder“, was an einem massiven Tor hängt. Erst drinnen gibt es dann och ein Schild, doch außen soll auch noch ein aussagkräftigeres (zum Projekt) kommen. Umgeben ist der Garten von einem Wildzaun. Fritz Steiner sagt, dass sie auch nicht wollen, dass hier jeder einfach rein kommen kann. Sie haben Angst vor Vandalismus und Diebstahl. Und sie wollen als Gruppe erst einmal zusammen wachsen, Aufgaben verteilen, das Projekt als gemeinsames Vorhaben begreifen (und nicht nur die eigene Parzelle). Wenn jemand Interesse an dem Projekt hat, kann er sich vorstellen und ist dann auch gerne gesehen. Sie machen auch bei Festen mit und haben Anfang Juli ihr Eröffnungsfest.
Sie sind vernetzt mit anderen IGs in Franken und diese Gärten treffen sich reihum jedes Jahr in einer anderen Stadt (mit IG).