Ein illegaler Garten – BürgerNutzGarten in Krefeld

(AB Gartenbesuch in Krefeld, Ostermontag, 21.4.2014, Gespräch mit Bernhard Mildebrath)

Auf der unwirtlichen, von zwei stark befahrenen Straßen umgebenen Fläche stehen ein paar vereinzelte Hochbeete. An den Rand haben sie Himbeeren gepflanzt. Und zwei Apfelbäumchen, die gleich für veritablen Ärger sorgten. Die Garteninitiative bekam prompt Post von der Stadt mit der Aufforderung, die Apfelbäume wieder auszugraben, andernfalls würde das das Grünflächenamt besorgen.
Das Ganze macht einen sehr provisorischen Charakter, es handelt sich ja auch um eine besetzte Fläche, sie kündigen ihre Aktionen und Treffen inzwischen auch nicht mehr auf ihrer Website an. Die Gruppe will nicht andere in ihre illegalen Aktivitäten reinziehen, erklärt Bernhard Mildebrath (der Initiator des Gartens) dazu. Zumindest ein Schild oder vielmehr zwei wurden mittlerweile aufgestellt. Auf dem einen steht „Krähensaat“, auf dem anderen „Guerilla Gardening“.
Das Verhältnis zur Stadt bzw. zum Gartenbauamt ist ambivalent. Einerseits duldet die Stadt die Aktivitäten, signalisiert aber andererseits Handlungsbereitschaft bei Missfallen. Immerhin scheint es Überlegungen seitens der Stadt zu geben, der Initiative mittelfristig eine Fläche für einen Gemeinschaftsgarten zur Verfügung zu stellen. Er soll dann in einem Park angesiedelt werden.
Der Garten wird von Transition Town unterstützt. Eine kleine Gruppe, ein harter Kern hat sich um die Bewirtschaftung der Fläche inzwischen gebildet, eine Gruppe, die sich zutraut, auch ein größeres Projekt wie das im Stadtpark in Abgriff zu nehmen. Dann, sagt Bernhard Mildebrath, würden sie auch die Gründung einer Körperschaft (Verein) in Angriff nehmen und die Öffentlichkeit informieren.
Die Fläche ist eigentlich unattraktiv, viel zu laut, viel zu unwirtlich, eine wirkliche Träne würde man ihr vermutlich nicht nachweinen. Bernhard Mildebrath beschreibt die Motivation seines Engagements in zwei Richtungen: Er möchte die Stadt dazu bringen, tätig zu werden, er findet es unerträglich, dass Vorhaben jahrelang nicht umgesetzt werden, es wäre ihm auch recht, auf die Fläche käme ein Parkplatz: Immer noch besser als eine vermüllte Brache. Auf der anderen Seite möchte er Bürger animieren, Dinge selber in die Hand zu nehmen, sich nicht über eine vermüllte Brache zu beschweren, sondern sie aufzuräumen. Davon unabhängig hat er anscheinend auch noch das Interesse, dass urbane Gärten in die städtische Freiraumplanung integriert werden.