(Gu, Projektbesuche 22/23.3. – im Rahmen des Workshops „wie baue ich einen Interkulturellen/Gemeinschaftsgarten auf?“)
Der Venusgarten besteht bisher aus 4 Hochbeeten, die alle in einen Hang (dem Venushang) gebaut wurden. Die Gruppe ist noch recht klein, doch wollen sie sobald wie möglich die geplanten 10 Beete aufbauen und hätten auch noch Plätz, sich weiter auszubreiten. Sie bekommen das Wasser von einer der benachbarten Kirchen. Die Hochbeetbauaktionen haben die SpaziergängerInnen durchweg positiv bewertet.
Der Permakulturgarten hat nun die Terra-Preta Toilettenanlage fertig gebaut: riesen groß, rollstuhlgerecht (wobei der Garten nicht rollstuhlgerecht ist). Sie haben sich mit diesem Projekt übernommen; es hat sehr lange gedauert, bis sie es fertig stellen konnten.
Der Beetclub Altona ist aus Protest gegen eine geplante Fernwärmeleitungsverlegung im Suttnerpark entstanden. AnwohnerInnen gründeten die „Freude des Suttnerparks“ und zeigten geschickt, wie vielfältig der Park genutzt wird (jedes Grillen, Fußballspielen etc. wurde öffentlich gemacht). Ein Teil davon ist ein Gartenprojekt (8m², Gabionen mit Kokosmatten), für das sie beim Verfügungsfonds Geld bekamen. Wasser bringen sie von zu Hause mit, es gibt keinen Zaun, keinen Vandalismus, wenig wird geklaut. Sie grillen oft vor den Beeten und haben einen Teil der Erde auch an AnwohnerInnen weitergeben, die Baumscheiben damit gestaltet haben Interessant: sie sagten, dass sie nicht nochmal so viel Geld beantragen würden, da sie gar nicht so viel brauchen und nun nicht so genau wissen, wie sie es sinnvoll ausgeben sollen. Sie werden deutlich wahrgenommen und waren die ersten, die von Seiten der Stadt mit in die Neuplanung des Parks einbezogen wurden. Der neue Suttnerpark wird einen 300m2 großen Gemeinschaftsgarten haben.
Im Gartendeck sind Leute vom veganen Frühstücksclub und Freunde dabei. Sie haben sozusagen unterhalb des Gartendecks ein paar eigene Beete und haben sich auch sonst in das Gartendeck Geschehen eingebracht – und zwar auf Einladung von Leuten des Gartendecks, die ja immer mehr MitmacherInnen suchen. Es gab dann ganz schnell Irritationen auf beiden „Seiten“ (veganer Frühstücksclub ist keine organisierte Gruppe), Leute des Gartendecks dachten wohl, dass „die anderen“ das Projekt übernehmen wollen, FrühstücksclubberInnen wollten sich nicht mehr „so behandeln lassen“, von willkommen und Offenheit keine Spur. Viele sind wieder abgesprungen.
Die Idee für den Münzgarten hatten ein paar AnwohnerInnen, die dann von Tür zu Tür gingen und in dem Viertel (in dem nur so ca. 1000 Leute wohnen) die Leute befragt haben, was sie von einem Garten auf einer bestimmten Fläche halten würden. 1/3 haben sie befragt und mit den positiven Voten dann losgelegt. Sie kooperieren mit einer Einrichtung für/von RollstuhlfahrerInnen und einer Jugendhilfeeinrichtung, in der (glaube ich) straffällig gewordene Jugendliche „Maßnahmen“ machen. Sie haben einen Wettbewerb „der schönste Hamburger Gemeinschaftsgarten“ (o.ä.) gewonnen – an dem die Gärten, die im solidarischen Gemüse vernetzt sind explizit wegen der Konkurrenz nicht mitgemacht haben – und das Geld reicht ihnen noch immer.
Der Interkulturelle Garten in Wilhelmsburg floriert. Alle Parzellen vergeben, Warteliste, einige Leute sind Vereinsmitglied ohne Parzelle und genießen das Miteinander im Garten. Sie machen zusammen Ausflüge, waren schon mal Zelten.