(Antrage/ANtworten)
Ziel: Bepflanzung der Ränder des Gartens mit essbaren Obst-Gehölzen für „Naschstreifen“
Gärtner*innen: 80-100
Größe: 4000 qm²
Nach dem Vorbild der Waldgartensysteme möchten wir als Gemeinschaftsgarten lang,- bzw.
mehrjährige essbare Gehölze und Stauden in unseren Garten integrieren, um so die Vielfalt der
Selbstversorgung weiter voranzutreiben. Dabei wollen wir ein ehemaliges 55m langes Spalier
wiederbeleben, die 7 bestehenden Obstbäume neu-veredeln und erziehen, sowie an diesem
Spalier 14 neue Obstbäume (Buschbäume) an der nördlichen Begrenzung des Gartens zu
setzen. Hierbei haben wir vor die Obstbäume so zu setzen, dass von Westen nach Osten die
Obstbäume Monat für Monat reif werden, um zu verhindern, dass wir zu bestimmten
Zeitpunkten zu viel Obst haben, sondern gleichmäßig den ganzen Sommer/Herbst hinweg
ernten können. Außerdem wollen wir eine zweite Grenze (östliche Seite) des Gartens nutzen und
dort 8 Obstbäume mit Baumscheiben anlegen (Hochstämme), hier ebenfalls von Nord nach Süd
aufeinander folgende Reifung. Gerahmt, unterstützt und ergänzt werden soll dies durch eine
große Vielfalt an mehrjährigen, ess- und nutzbaren Pflanzen, die als Baumscheiben und als
Abgrenzung zu den Gemüsebeeten dienen sollen.
Mit diesem Projekt erhoffen wir uns mehrere Ziele gleichzeitig anzugehen und so im Sinne der
Permakultur multifunktional zu denken. In allererster Linie wollen wir einen Schritt in Richtung
vielfältiger Selbstversorgung gehen und uns neben Gemüse auch mit Obst, Beeren und Kräutern
versorgen. Darüber hinaus wollen wir lernen, wie wir Obstbäume und die anderen Gehölze
sinnvoll und überlebensfähig in bestehende Gemüsegärten integrieren können. Im Sinne der
Agroforstwirtschaft zielen wir ebenfalls auf eine Verbesserung des Bodens ab, insbesondere
dem Schutz vor Erosion und der Wasserspeicherfähigkeit. Ebenfalls wollen wir Insektenhotels in
die Strukturen, bzw. im Spalier integrieren, um die Biodiversität in unserem Garten und damit die
Produktivität jedes einzelnen Teils zu steigern.
Um die Bäume sinnvoll in den Garten integrieren zu können, sichtbar und geschützt benötigen
wir ebenfalls Robinienpfähle zum Bau von Baumschutz und Holzhäcksel zum Anlegen von
Wegen. Zur Bewässerung verlegen wir einen Tropfschlauch. Dazu erarbeiten wir ebenfalls gerade
einen Pflanz-, Pflege- und Bewässerungsplan, sowie Obstbaumschnitt- und Veredlungskurse zu
organisieren. Die Pflanzung erfolgt in organisierten Gemeinschaftsaktionen, die organisiert und
vorbereitet werden, um so professionell und artenangepasst wie möglich vorzugehen.
Darüber hinaus ist uns die Verbesserung unseres Bodens ein sehr wichtiges Anliegen, da dieser
die Produktivität einzelner Pflanzen um den Faktor 100 steigern kann. Deshalb würden wir gerne
ebenfalls Pflanzenkohle bzw. Terra-Preta, Silage zum Mulchen und Blühwiesenmischungen in
die Pflanzung der Bäume integrieren.
Beschreibung des Gemeinschaftsgartens:
Der Gemeinschaftsgarten des Vereins Stadt.Land.Wirtschaft. ist ein offenes und solidarisches
Projekt auf den gepachteten Flächen der Solawi „Die Kooperative“. Das Projekt ist eine
Kooperation unseres Vereins, den Mitgliedern der Kooperativen, sowie interessierten
Gärtner*innen. Wir haben den Anspruch alle Menschen in Frankfurt niedrigschwellig zur
ermöglichen beim Garten mitzumachen und zu lernen, wie Permakultur und Selbstversorgung
auch konkret in der Stadt gelebt werden kann. Hierbei liegt auch ein großer Fokus auf Bildung,
um so vor Ort eigenständiges Projektmanagement, Selbstorganisation, den Umgang mit
Ressourcen und der Natur sowie gemeinschaftlichen Gemüse- und Obstanbau in der Stadt
lernen. Der Gemeinschaftsgarten hat aktuell rund 80-100 Menschen, die mitgärtnern auf 4000
qm. Dabei gibt es verschiedene Modelle, teilweise gibt es Menschen, die sich um eigene
Parzellen kümmern, aber auch Bereiche, die von der ganzen Gemeinschaft bewirtschaftet und
umsorgt werden. Die Fläche an sich gehört der Genossenschaft „Die Kooperative“, die die
Flächen zunächst den Genoss*innen der Kooperative zum Selbstgärtnern zur Verfügung stellte.
Durch ein immer größer werdendes Interesse entschied man sich dann dazu, die Flächen der
Stadtgesellschaft insgesamt zur Verfügung zu stellen und einen Verein zu gründen, um den
Gemeinschaftsgarten Stadt.Land.Wirtschaft. zu ermöglichen. Der Boden ist auf Grund der Lage
an der Furt des Mains sehr fruchtbar, hauptsächlich lehmig-humos, in einer Senke eher sandig-
humos. Da Frankfurt eine geringe Durchschnittsniederschlagsmenge aufweist haben wir
ebenfalls Zugang zu einem Brunnen. Einen Zaun haben wir bisher nicht vollständig. Auf der Süd-
und Westseite ist dieser vorhanden, an der Nord- und Ostseite noch nicht, doch auch da
befinden wir uns in Planung und Absprachen mit der Solawi. Bisher fokussieren wir uns auf den
Gemüseanbau, wollen nun aber den nächsten Schritt machen und unsere Strukturen um
Obstanbau erweitern.
Um schnelle Kommunikation zu ermöglichen haben wir einen gemeinsamen Discord-Channel
und treffen uns einmal im Monat für das „monatliche Gartentreffen“. Ebenfalls sind wir in engem
Kontakt mit den Gärtnern der Genossenschaft, die uns beim Aufbau des Gartens unterstützen.
Neue Menschen melden sich bisher bei den Kontaktmöglichkeiten der Kooperativen, seit der
Vereinsgründung und Aufbau der Mailadresse werden wir dies kontinuierlich umstellen.
Beantwortung meiner Fragen:
Die Nutzung der Fläche ist nicht befristet.
Die Solawi pachtet 1 Hektar.
Ja es sind zwei eigenständige Projekte, man muss nicht Mitglied der Solawi sein, um im Gemeinschaftsgarten mitzugärtnern. Die Gärtner zahlen eine Gebühr an die Solawi um dort zu gärtnern. Der Verein wurde von Mitgliedern der Solawi gegründet und zahlt keine Nutzungsgebühr.
Es gibt um die 100 a 30 m² individuelle Gemüsebeete, und dann gibt es 200 qm² die gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Die restliche Fläche wollen wir nun mit Obstbäumen bestücken.
Es gibt ein Banner zur Straße hin, wir wollen ebenfalls ein Schild installieren, das auf den Garten hinweist. Die einzelnen Beete sind mit Hölzern abgesteckt. Wir folgen das Prinzip eines offenen Gartens ohne Zäune.
Ja wir haben Expert*innen in den eigenen Reihen und es gibt bereits einige zuständige Personen, die sich dauerhaft darum kümmern würden. Das notwendige Werkzeug haben wir teilweise selbst (bsw. Veredlungsmesser) teilweise können wir das bei der Solawi ausleihen.
Die Obsternte soll im besten Fall direkt verzehrt werden und Überschuss soll in Gemeinschaftsaktionen weiterverarbeitet werden. Das Ziel ist nicht daraus Saft zu machen, deswegen Busch und Hochstamm, sondern Tafelobst zu erzeugen. Um so effizient wie möglich vorzugehen haben wir die Reifezeit der Bäume/Sorten miteinbezogen