Ziegenhagen: GG hat neue Kooperationen und Anknüpfungspunkte gefunden

(Antrag, Antworten)

Mit der fünften Gartensaison geschieht einiges Neues auf dem Gelände.

       Die Weichen für eine Kooperation mit der örtlichen Eltern-Kindgruppe „Kindertreff“ sind gestellt. Um Kinder und junge Eltern im Gemeinschaftsgarten willkommen zu heißen und zu einer Mitarbeit einzuladen, sind dieses Jahr 2 Beete reserviert, damit Kinder selbst gärtnerisch aktiv werden können.

       Zwei Frauen aus dem Gartenteam sind Mitglieder bei den Gruppe der Landfrauen geworden. Die örtliche Gruppe der Landfrauen veranstaltet jedes Jahr ein Kohlkopf-Essen. Dieses Jahr wird der Kohl dafür im Gemeinschaftsgarten angebaut.

       Das Market-Garden Konzept, das zwar bereits eingeführt war, jedoch nicht von allen konsequent umgesetzt wurde, wird in diesem Jahr endlich zur Erleichterung aller wirklich durchgängig angewendet.

       In den vergangenen Jahren haben wir immer auf einem Viertel der Fläche Kartoffeln angebaut. In diesem Jahr startet nun auch auf Anregung unseres Teams ein neues Projekt im Dorf: der Dorf-Kartoffelacker. Auf einer Fläche von 2.500 m², die ein ortsansässiger Bio-Landwirt zur Verfügung stellt, werden von einem eigenständigen Team Kartoffeln für das Dorf angebaut. Wir freuen uns riesig darüber!

       Seit Anfang des Jahres sind nun zwei Frauen aus dem Team „Projektköpfe“. Dies hat sich bereits bewährt und zu Entlastung geführt.

       Auch haben wir zwei Menschen im Team, die sich um eine professionellere Anbauplanung kümmern. Für diese wird sehr vereinfacht die Planung aus einer regionalen SoLaWi übernommen.

       Für unser Team, für die Zusammenarbeit mit der Eltern-Kind-Gruppe und die Landfrauen, aber auch für interessierte Gäste, möchten wir eine gute und dauerhafte Beschilderung der Beete und Anbauflächen erstellen.

Es gibt weiterhin zwei feste Gartentermine in der Woche an denen gemeinsam gegärtnert wird und zu denen auch Neue eingeladen sind. Einmal in der Woche machen wir einen Rundgang, bei dem wir besprechen, welche Arbeiten im Laufe der Woche anliegen.

Die Anbauweise ist organisch biologisch – das verwendetet Saatgut biozertifiziert und samenfest (reproduzierbar). Der Garten ist naturnah mit Blühflächen, Insektenhotels und Schutzecken für Kleintiere und Insekten angelegt.

Wir haben die Anzucht der Jungpflanzen selbst organisiert, hierfür kooperieren wir teilweise mit der Gärtnerei einer regionalen Solidarischen Landwirtschaft. Von einigen Pflanzen haben wir bereits im ersten Jahr selbst Saatgut gewonnen.

Ja, Sie sprechen ein sensibles Thema an. Menschen dauerhaft an den Garten zu binden bez. die Kerngruppe zu vergrößern ist ein Prozess…..

Unsere Kerngruppe umfasst zu Zeit 7- 8 Menschen. Ca. 5 weitere Menschen flattern rein und raus. Unverbindlich, aber doch interessiert.

Fluktuation ist eigentlich nicht unser Problem. Ja, einzelne Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen gegangen. Die Kerngruppe ist aber seid Jahren stabil. Sich für weiter Menschen zu öffnen und aktiv Menschen zu motivieren im Garten mitzuwirken ist daher jetzt dran. 

Wir gehen auf Kindertreff und Landfrauen zu um die Kern und Gründungsgruppe zu verstärken, aber auch um die Vernetzung im Dorf voranzubringen. Die Landfrauen sind im ländlichen Raum nicht wegzudenken. Sie sind Multiplikatoren im Dorf und haben den Auftrag das Wissen für eine gute, gesunde Ernährung weiterzugeben. Ich bin davon überzeugt das wir mit unserem regenerativen, biologischen Anbaukonzept da weiterhelfen können ;-).   

Akzeptanz für den Gemeinschaftsgarten ist erst jetzt, nach einigen Jahren, im Dorf da. Der Garten liegt mitten im Ort. Neugierig verfolgen Nachbarn und Bewohner was sich im Garten tut – wo uns die Arbeit und das Zusammensein gut gelingt und wo wir scheitern. Öffentlichkeitswirksam ist der Garten auf jeden Fall – Zaungäste gibt es reichlich… .

Isoliert darf der Garten aber nicht betrachtet werden. Wir sind ein Projekt der AG nachhaltiges Ziegenhagen. Unter dem Dach dieses Vereins findet Dorfentwicklung statt. Klassiker wie Büchertelefonzelle, Dorfzeitung oder Dorfflohmarkt sind hier entstanden und auch der schon erwähnte ( Bio) Kartoffelacker.

Diese Gruppe umfasst ca. 70 Menschen – mehr oder weniger aktiv!

Wir hoffen die “ neuen GärtnerInnen“ durch niedrigschwellige Einladungen zu erreichen. Wir gehen mit konkreten Angeboten auf die Menschen zu und holen sie dort ab wo sie sind. Es muss erst mal ganz leicht sein. Öffentlichkeitsarbeit.

 – Für die Kinder bauen wir Kürbisse an um diese später bei einem Kürbisfest gemeinsam zu ernten und zu verarbeiten. (Kürbis schnitzen und Suppe kochen). Auch haben wir zwei “ Kinderbeete“ angelegt auf denen Gemüse für eine geplante Kochaktion angebaut wird. Hier ist das Ziel das wir eine Gruppe von Kindern motivieren können in den nächsten Jahren diese Beete selber zu betreuen – dafür braucht es vor allem die Eltern….

 – Die Landfrauen bekommen eine Gartenführung mit Kaffeeklatsch. Auch hier bauen wir für ein traditionelles Kohlessen im Dorf, das einmal jährlich im Herbst stattfindet, Weißkohl im Garten an. Die Landfrauen werden diesen Kohl selber ernten und wir Gärtnerinnen können bei der folgenden Veranstaltung sicherlich drauf aufmerksam machen wo der Kohl diese Jahr herkommt. Und klaro – zum Kohl gibt es die Biokartoffel vom neuen Kartoffelfeld :-). 

Der Garten wird also „diverser“. Dafür braucht es Struktur. Eine Beschilderung wäre hilfreich. Mit dem Versuch einer selbstgebastelten Beschilderung sind wir leider nicht gut weitergekommen. Um eine langfristig haltbare Lösung zu erreichen würden wir daher gerne etwas im Fachhandel besorgen. Als Gärtnerin einer solidarischen Landwirtschaft könnte ich da etwas passendes, praxistaugliches besorgen. 

Unsere Gartengeräte bewahren wir in einer “ Hütte“ auf. Diese stand halbzerfallen auf dem Grundstück. Eine unsere ersten Aktionen war es dies Hütte zu entrümmpeln und instand zu setzen (Dach repariert, Boden gelegt).

Geräte, Kulturschutznetz und natürlich allerlei Geraffel was zum Gartenalltag gehört können dort nun geschützt aufbewahrt werden. Jochen, unser 83 jähriger Mitgärtner, hat die Rolle des Hausmeisters angenommen und schaut drauf das alle Geräte abends wieder sauber in der Hütte stehen. Auch eine kleine Draußenküche befindet sich in dieser Hütte. Ein Sammelsurium an gebrauchten Dingen, Geschirr und Töpfe ermöglicht es uns jederzeit nicht nur Kaffee und Tee zu kochen.

Bis jetzt waren wir in der glücklichen Situation das für die GärtnerInnen keine belastenden Kosten angefallen sind. Wir sind alle Mitglieder im Verein für Nachhaltigkeit in Ziegenhagen e.V. und führen dort kleinere Beiträge ab. Die Verwendung der Beiträge ist noch nicht ganz geklärt. Wir refinanzieren damit z.B. die Druckkosten der Dorfzeitung oder Plakate und Fleyer für den Dorfflohmarkt.

Gemüse das über den Eigenbedarf hinaus anfällt stellen wir gegen Spende an die Straße. Auch haben wir Einnahmen durch z.B. die offene Gartenpforte erzielen können. Bei der Veranstaltung wurde Kaffee und Kuchen gegen Spende angeboten.  Der Verein  für Regionalentwicklung hat den Garten mit einem elektrischen Rasenmäher und einem Gewächshaus gefördert in dem unsere Anzucht steht. Hier war bei der Anschaffung 20% der Kosten als Selbstbeteiligung von den GärtnerInnen nötig.  Sach und Geldspenden kommen von Menschen aus dem Dorf die unsere Aktion klasse finden, sich aber anders nicht beteiligen können. Auch MitgärtnerInnen haben mit Spenden weitergeholfen. Alle Arbeit im Garten findet ehrenamtlich statt. 

Den größte Teil der laufenden Kosten und Anschaffungen trägt aber seid Jahren die Anstiftung. Wir haben einige Menschen bei uns im Garten für die es hilfreich ist das keine Kosten für die Nutzung vom Garten anfallen. 

Auch aus diesem Grund würden wir uns sehr freuen eine weitere Förderung zu erhalten.