Leipzig: Stadtgarten H17

Vor allem die Befüllung des Moorbeetes hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet. Torffreie Moorbeeterde war für uns nirgends zu bekommen außer bei einem Betrieb in Bayern, wo dann aber die Anlieferung viel mehr als die Erde selbst kosten würde. Wir haben schließlich nach Möglichkeiten gesucht selber Moorbeeterde herzustellen, also z.B. den sauren PH-Wert zu erreichen. Auch im großen Biogarten-Buch von Andrea Heistinger/Arche Noah haben wir eine Anleitung gefunden. Die Bestellung der benötigten Substrate hat dann aber im Herbst für den Garten keinen Sinn mehr gemacht und wir wollen diese im Frühjahr 2024 anliefern lassen. Um eine Lieferung von Erde effizient zu halten, können wir dann gleich mehr Erde auch Kompost für die anderen Beete bestellen.

Da das Beet noch nicht befüllt werden konnte, wurden auch die Karnivoren noch nicht gekauft und noch keine Beschilderung am Moorbeet angebracht. Material für die Schautafel (vom NABU und der Wildtierstiftung) wurde aber bereits beschafft und liegt zum Anbringen bereit.

Gleichzeitig wurde im Frühjahr 2023 aber unser „altes“ Moorbeet neu befestigt und wieder mit der bereits vorhandenen Erde, sowie Nadelbaumverschnitt befüllt. Die Heidelbeeren und Walderdbeeren in dem Beet gedeihen seitdem prächtig. Auch wenn das Beet als Moor-Schaubeet falsch steht, im Schatten, erfüllt es so noch einen Zweck, indem es einen eher sauren, schattigen Waldboden nachahmt.  

Auch die Bepflanzung der Pflanzen für den Grauwasserturm haben ich leider nicht vollständig geschafft, da ich einen neuen Job angenommen habe und die Umsetzung eines städtischen Förderprojektes viele Ressourcen gebunden hat. Die benötigten Pflanzen und die Bezugsquelle sind aber recherchiert und ich werde den Grauwasserturm bepflanzen, sobald die Witterung den Jungpflanzen nicht mehr zusetzen kann.

Einzelne Teilprojekte konnten wir dagegen erfolgreich abschließen:

Im Rahmen eines städtischen Förderprojektes konnten wir den für die Herstellung von Pflanzenkohle benötigten Pyrolyseofen anschaffen und in 2023 endlich selbst Pflanzenkohle im Stadtgarten H17 herstellen. Um diese letztlich zu Terra Preta wiederzuverwerten kooperieren wir seit letztem Jahr mit einer SoLaWi. Denn letztlich kommt bei uns noch zu wenig Material zum Verkohlen und auch aus dem Bokashi zusammen. Die Praxis der Kompostfermentierung muss sich unter den Gartenmitgliedern erst noch weiteretablieren. Die bisher erzeugte Pflanzenkohle haben wir aber in den Kompost eingearbeitet. Wenn wir den im Frühjahr auf die Beete bringen, werden wir sehen, ob es sichtbare Unterschiede gibt.

Das Wassermanagement im Garten konnten wir durch den Einsatz der mit Förderung der anstiftung gebauten Ollas durchaus spürbar verbessern. Das gesammelte Wissen zum Ollabau kam im Anschluss noch Teilnehmenden eines Workshops zum wassersparenden Gärtnern zu Gute. Vor allem für neue Gärtnern war die Anleitung zum Befüllen der vergrabenen Ollas leicht zu befolgen und konnte so ohne viel Erfahrungswissen ausreichend, aber verdunstungsarm gewässert werden, z.B. auf dem Tomatenbeet und in den Ausstellungsbeeten. Die den beiden Ausstellungen „Fruchtbare Erde“ und „Zukunf(s)Essen“ haben wir erfolgreich aufgebaut.