Antworten/ANtrag
Auf dem Schuppendach von der Überquell-Brauerei ist ein Stadtgemüse Standort entstanden.
-> wir fördern nicht, da die Firma auch mit dem Gartenprojekt auf ihre Site kommuniziert und dort Workshops macht u.ä.
Das Was Tun Stiftung Team findet das ok und da sie auch die Kosten für Wasser und Strom tragen, können und wollen sie das nicht ansprechen.
– Gibt es eine vertragliche Nutzung für die Fläche, wenn ja, ist diese zeitlich befristet? Müssen Sie Pacht zahlen?
Eine vertraglich festgelegte Nutzung gibt es nicht. Das Projekt ist auf Langfristigkeit ausgelegt und baut nachhaltige Beziehung im Stadtteil auf. Eine Pacht wird nicht bezahlt, das Überquell stellt die Dachfläche unentgeltlich zur dauerhaften Verfügung.
– Ist es dieses Projekt? https://ueberquell.com/green-pauli-unser-urban-farming-projekt/ -> das wäre dann ja ein pädagogisches Projekt? Oder ist das das Vorläuferprojekt?
Genau, das ist ein Beitrag aus 2019 und zeigt das Vorläuferprojekt. Wie beschrieben haben sich die Strukturen geändert und die WAS TUN! Stiftung koordiniert nun den Gemeinschaftsgarten und dessen Projekte.
– Ist das Überquell in das Gartenprojekt involviert? Haben Sie bei Überquell schon Gelder bekommen oder beantragt?
Das Überquell ist grundsätzlich nicht laufend in das Gartenprojekt involviert, hat sich aber bei der Neueinrichtung des Gartens dieses Jahr finanziell an den Materialkosten beteiligt (die restlichen Mittel hat die Stiftung WAS TUN! aus Eigenmitteln aufgebracht) und sich dazu bereit erklärt, die laufenden Kosten (Wasser und Strom) zu übernehmen. Gerade besprechen wir im Sinne der Nährstoffkreisläufe überdies die Nutzung der in der Überquell-Brauerei anfallenden Trester-Abfälle als Kompost. An Erntetagen bringen wir ab und zu einen nicht festgeschriebenen Teil des Gemüses nach unten in das Restaurant, den das Team verzehren, oder der für die hauseigenen Pizzen Verwendung finden kann. Unregelmäßig meldet das Überquell bei uns Führungen oder Workshops an, die im Rahmen von hauseigenen Veranstaltungen integriert werden, bei denen wir die Philosophie hinter unserem Gemeinschaftsgarten rüberbringen und für unsere Kernthemen begeistern können. Das Überquell versteht sich als unser Partner & Multiplikator, um das Thema der regenerativen Landwirtschaft und des regionalen Gemüseanbaus in der Großstadt einem größeren Personenkreis bekannt zu machen und dafür zu werben.
– Wie ist da Dach beschaffen? Was an Infrastruktur gibt es dort? Wird das Dach auch anderweitig (durch die Firma) genutzt?
Das Dach ist hinsichtlich der Traglast statisch geprüft und wurde als Deckschicht auf der Dachpappe mit Rindenmulch überzogen. Mittlerweile hat sich dieser teilweise zersetzt und es wächst auch auf dem Boden reichlich Beikraut. Strom- und Wasseranschluss sind vorhanden, das Dach wird ansonsten nicht anderweitig genutzt.
– Wie kommt man auf das Gelände und auf das Dach? Ist das jederzeit für alle Interessierte möglich?
Die Dachfläche ist sehr zentral am Hafen gelegen und sowohl über den Fischmarkt, als auch die Hafenstraße zu erreichen. Aus Schutz vor Vandalismus ist eine Gartentür vorhanden, der Schlüssel kann sich aber zu den Öffnungszeiten des Überquell am Eingang abgeholt werden, oder nach Absprache ein Treffen im Garten vereinbart werden.
– Wie groß ist die Gruppe?
Bei den ersten Mittwochs-Treffen der vergangenen Wochen waren im Schnitt 10 Menschen vor Ort. Um eine geeignete Betreuung der Gärtner*innen sicherstellen zu können, koordinieren wir gerade die regelmäßigen und personenstarken Aktionen (z.B. mit der Stadteilschule am Hafen) an einem separaten Tag. Mittwochs kommen sowohl vermehrt Einzelpersonen in den Garten, als auch benachbarte Einrichtungen, wie zum Beispiel der Senior*innentreff Silbersack. Es haben zusätzlich bereits der Jugendtreff der benachbarten Kirche, die Stadtteilschule St. Pauli, die benachbarte Gemeinschaftsinitiative Park Fiktion und die GWA St.Pauli ihr Interesse an einer kontinuierlichen Zusammenarbeit im Garten signalisiert.
– Kann man auch jenseits des wöchentlichen Termins gärtnern?
Ja. Für regelmäßige Slots treffen wir feste, zeitliche Absprachen, damit wir Aktionen gut vorbereiten können, es werden aber auch individuell Öffnungszeiten abgesprochen und Termine vereinbart.
– Was passiert mit der Ernte?
Die Ernte wird individuell und je nach Geschmack unter den helfenden Personen aufgeteilt und auch immer mal wieder an interessierte Passant*innen zum Probieren gegeben. Darüber hinaus geben wir unregelmäßig eine nicht festgelegte Menge in die experimentierfreudige Küche des Überquell.
– Wie ist der Garten organisiert? Ist alles gemeinschaftlich? Wie werden von wem Entscheidungen getroffen und wie laufen die Informations- und Kommunikationswege?
Die WAS TUN! Stiftung ist Trägerin des Gemeinschaftsgartens und koordiniert die stattfindenden Aktionen im Garten. Als offizielle Ansprechstelle geben wir Informationen zum Projekt und vernetzen Initiativen, Einzelpersonen und interessierte Gruppen. Kommen Personen mit Gestaltungswünschen auf uns zu, schauen wir mit Blick auf die Kernthemen des Projektes, das eine Umsetzung möglich gemacht wird. Dort gehen die Bedürfnisse der Engagierten auch weit auseinander – manche Personen möchten den Ort als regelmäßigen Ausgleich zum Gärtnern nutzen, andere haben Lust sich langfristig auch konzeptionell mit einzubringen. Auf diese individuellen Bedürfnisse gehen wir immer ein.
Der Garten verfügt über einen Instagram-Account, auf dem wir nun vermehrt Informationen teilen, auf Aktionen aufmerksam machen und Einblicke geben. Außerdem gibt es eine WhatsApp Gruppe, in der Aktuelles geteilt wird und kurzfristig über Änderungen informiert werden kann. Für interessierte Passant*innen stehen zusätzlich demnächst analoge Informationsmaterialien an der Gartentür zur Verfügung.
– Wie kann man mitmachen und wo erfährt man von dem Projekt?
Absolut unbürokratisch, ohne Anmeldung an den offenen Gartentagen und nach Absprache an allen anderen Tagen der Woche. Der Ort kann auch ganz individuell nach den eigenen Bedürfnissen genutzt werden. Ist ein körperliches Arbeiten im Garten zum Beispiel nicht möglich, kann diese grüne Oase auch als Aufenthaltsort genutzt werden und für einen ruhigen Moment sorgen. Man erfährt über social media, über Beschilderung am Eingang und über unsere aktive Ansprache der Akteure im Viertel von unserem Angebot. Flyer sind ebenfalls in Vorbereitung.
– Woher kommt das Geld für die Projektleitung?
Die WAS TUN! Stiftung verfügt über keine eigenen weiteren finanziellen Mittel für das Projekt und ist daher auf Förderungen angewiesen. Für die Finanzierung der Projektleitung haben wir die Röder-Stiftung gewonnen.
– Wo ist das Werkzeug untergebracht?
Im Garten steht ein abschließbarer Schuppen, in dem das Werkzeug verstaut ist.