Wuppertal: Vernetzung ruht auf einer Schulter

MichaelF von Wuppertals Urbane Gärten ist inzwischen alleine in Sachen Vernetzung der Gärten in Wuppertal aktiv. Er bahnt die Wege zwischen Veraltung, Politik und Gartengruppen, berät neue Projekte und ist auch selber koordinierend in zwei Gärten dabei. Für diese Koordinierungsaufgaben bekommt er auch Geld. Die anderen, mit denen der die Vernetzung mal gestartet hatte, sind weggezogen oder haben sich ins Altenteil verabschiedet.
Andere aus den Gärten haben kein Interesse und keine Kapazität, sich um die Vernetzung zu kümmern.

Der Inselgarten an der Kirche ist bedroht. Die Diakonie verkauft die Kirche, was aus dem Gelände wird, ist offen. Sie haben da vor dieser Nachricht gerade eine Zisterne verlegt und die Wasserversorgung auf nachhaltiges Regenwassermanagement umgestellt. Die Gruppe hat auch gerade Zuwachs bekommen, nun sind neu Interessierte verunsichert, in wie weit sich ein Engagement lohnt.

der Insel-Kuturgarten ist ganz neu, hier gibt es eine kleine Kerngruppe von 3 Leuten. Sie haben einen Spaltengarten angelegt und wollen an der einen Seite des Platzes noch große Hochbeete aufstellen. Der Platz wird ansonsten auch vom Kinder und Familien genutzt. Ein Mann pflegt dort Baumscheiben, in die er von Aldi und Co gerettete Pflanzen setzt. Dieser Mann bekommt nun eine Ehrenamtspauschale o.ä. und wässert auch den Spaltengarten. So ist er eingebunden.

Bei Utopia Stadt wird gerade gebaut. Der Garten ist noch da, doch ist der Hauptaktive weg. Die Gruppe muss sich neu formieren, weitere Mitgärtner*innen werden gesucht.

Der BOB-Campus, angeschoben von der Montag Stiftung, eröffnet nach und nach. Zunächst die Gebäude, u.a. ist da eine Stadtteilbib eingezogen.
Der Gemeinschaftsgarten im Nachbarschaftspark, das ganze Außengelände wurde Mitte Juni eröffnet. Hier hat das Atelier De Balto terassenförmig Beete angelegt, die an Gruppen aus der Nachbarschaft vergeben wurden.

Im Freibad Mirke wird auch noch gegärtnert. Es gibt nicht mehr ganz so viele Beete und sie hängen das nicht an die große Glocke, da sie, sobald es wieder als Freibad genutzt werden kann, erstmal klären müssen, wie das mit der Sicherheit und Haftung und Zugänglichkeit wird. Sie haben aber vor, dass Gärtnern Teil der Nutzung bleiben soll.

Der Permakulturhof Vorm Eichholz besteht neben einigen Gebäuden, die die Gruppe nach und nach saniert und wieder nutzbar macht, aus einem großen Permakulturgarten. Sie haben einen Kompostschwerpunkt, es gibt zig Arten der Kompostierung. Sie stellen auch Jauchen und Bokashi her etc. Sie legen großen Wert auf nachhaltiges Wassermanagemnt und haben da ausgefuchste Systeme. Sie verkaufen Produkte auf Spendenbasis, überlegen bei jeder Anschaffung, ob sie das wirklich brauchen. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus Rentner*innen, die dort auch eine soziale Heimat gefunden haben.