Emmendingen: Genussgarten kooperiert mit Bib

(ANtworten)

Beim letzten Antrag war die Gruppe auch schon 10 – 12köpfig. Sie schreiben, dass die Gruppe nun auf die Anzahl gewachsen sei. Hatten zwischenzeitlich weniger Menschen mitgegärtnert? Sind noch Geflüchtete mit dabei? Es sollte ja auch ein Interkultureller Garten werden, welche Schritte dahin wurden weiterhin unternommen?

Stimmt, dann ist uns da ein Fehler unterlaufen. Die Gruppe der Menschen die mal mehr mal weniger aktiv dabei und im Verteiler sind ist zwar gewachsen, die der tatsächlich aktiven fluktuiert um diese Gruppengröße herum; wir haben auch dadurch schwankende Mitgliederzahlen, dass nicht alle regelmäßig kommen und sich auch nicht ab- oder anmelden. Einfester Kern von etwa 10 ist konstant, andere kommen sporadisch, wenn sie gerade Zeit haben.

Bei den Geflüchteten ist die Fluktuation leider sehr hoch, die, die letztes und vorletztes Jahr dabei waren, sind inzwischen nicht mehr in Emmendingen. Allerdings scheint der Garten von den Menschen aus den Geflüchteten-Unterkünften gut „beerntet“ zu werden.

Da wir unsere Gartensaison der Zeitumstellung anpassen (alle Mitglieder sind berufstätig und können nur spätnachmittags) ist diese Saison gerade erst am Start, und auch durch kurzfristigen Ausfall einer wichtigen mit Organisatorin des Gartens liegt der Schwerpunkt gerade erstmal auf der gärtnerischen Umsetzung. Wenn wieder etwas mehr Kapazitäten für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit frei sind, kann perspektivisch über das nahe gelegene Geflüchteten Heim und mehrsprachige Aushänge am Garten auch für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Werbung gemacht werden; dieses Projekt ruht aber im Moment. Aktuell beschränken wir uns auf aktives Einladen von interessierten Passant*innen; dazu ist unser Garten zum Glück ideal gelegen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Saatgutbibliothek konkret?

Über die Saatgutbibliothek können wir samenfestes Saatgut bekommen, spannend sind immer wieder alte Sorten, oder auch lokale namenlose Sorten aus Privatgärten. Diese werden direkt gesät oder von uns vorgezogen. Sofern uns die Pflanzen nicht vorher von Passant*innen geerntet werden (letztes Jahr z.B. bei den Bohnen), gewinnen wir dann selbst Saatgut und bringen es zurück in die Bibliothek (letztes Jahr z.B. unser Blutampfer, Karde, Schnittlauch, Ringelblumen, Tomaten). Auch für die geplanten Workshops soll mit der Bibliothek kooperiert werden (Ausschreibung über die Seite der Saatgutbibliothek, Räumlichkeiten in der Stadtbücherei für Informationsveranstaltungen bei schlechterem Wetter).

Außerdem haben wir aktiv beim Aufbau der Saatgutbibliothek mitgewirkt. Sie ist in der Stadtbibliothek angesiedelt und wir konnten eine Finanzierung über die Stadt Emmendingen erreichen. Die Arbeit im Hintergrund, wie z.B. die Bestellung des Saatgut Grundstocks, Rückgaben sortieren, Saatgut abfüllen, etikettieren, und das Regal bestücken etc. wird ehrenamtlich durch die Initiative „Stadtpflänzchen“/Saatgutbibliothek geleistet; dort sind 3, manchmal 4 unserer Mitglieder dabei und helfen aktiv z.B. bei den Mitmach-Nachmittagen der Saatgutbibliothek mit (Saatugt abfüllen, etikettieren, Regal nachlegen etc.); bei Aktionen wie dem „Regionalmarkt“, Tag der Vereine etc. sind wir gemeinsam an einem Stand und machen gegenseitig auf unsere Projekte aufmerksam.

Wird die Fläche im Winter gar nicht genutzt?

Weniger aktiv, denn wir treffen uns im Winter nicht regelmäßig inder ganzen Gruppe, aufgrund der Lichtverhältnisse an unserem Gartentermin (der, wie gesagt, abends statfindet, da die meisten berufstätig sind). Den Winter über standen verschiedene Kohlarten, Kräuter, Feldsalat, Lauch und Mangold auf den Beeten, die regelmäßig geerntet wurden. Wer außer einzelnen der Gärtner*innen bei uns erntet, wissen wir nicht; es gibt sehr viele positive Rückmeldungen ganz allgemein, aber die „Ernter“ bleiben im Verborgenen. Da wir inspiriert von der Idee der „essbaren Stadt“ das Ernten für alle auch ermöglichen möchten, ist dasfür uns o.k. und zeigt, dass der Garten gut angenommen wird.
Wir selbst sind über den Winter wenn auch nicht regelmäßig als Gruppe, doch immer wieder als Einzelpersonen dort, und schauen „nach dem rechten“. Die Flächen die nicht mit Mehrjährigem oder Wintergemüse bestückt sind haben über den Winter kräftig mit Stroh gemulcht geruht.

Mit „Vom Startguthaben haben mir noch nicht abgerufen“ meinen Sie, dass Sie dieses Geld noch nicht ausgegeben haben – oder? Wir überweisen ja immer die volle Summe, die wir fördern.

Genau. Wir sind eine Gartengruppe, angeschlossen an den „Trägerverein“ Treffpunkt Freiburg, über den die Abwicklung der Gelder erfolgt. Dort können wir unserer Rechnungen einreichen, nach den Vorgaben unseres Antrages, um die Gelder „abzurufen“. Da wir ja einige Posten aus dem ersten Antrag doch über die Stadt gespendet bekommen haben, ist hier noch etwas übrig, was aktuell auf dem Konto von Treffpunkt Freiburg liegt.

Wer würde die Pumpe in den Brunnen einbauen? Und sollen dann mit der Pumpe Wassertonnen befüllt werden? Wie funktioniert die Bewässerung dann konkret?

Die Pumpe kann uns der Bauhof der Stadt Emmendingen einbauen, sobald wir sie haben. Die Bewässerung würde weiterhin von Hand mit Gießkannen erfolgen. Mit der Handschwengelpumpe sollen die Gießkannen gefüllt werden, und das Gießen damit auch leichter und sicherer für Kinder sowie die Älteren Mitglieder werden, denn der Weg zum Bach runter ist sehr steil und mit den schweren Kannen nicht ganz einfach zu begehen.
Ein Hintergrund ist auch das im Sommer geltende Wasserentnahme Verbot im Bach; aus dem Brunnen ist Entnahme in der Regel auch im Sommer möglich. Für die heißen Monate, falls u.U. auch die Wasserentnahme aus dem Grundwasser kritisch wird, planen wir Tonnen aufzustellen und vorsorglich mit Hilfe der Pumpe im Frühsommer zu befüllen.

Auch wäre eine Gieß-Hilfe-Kooperation mit der benachbarten Grundschule durch deren Kernzeitbetreuungs-Gruppe in den Sommerferien mit Hilfe der Pumpe und Tonnen möglich. Um den (recht kleinen) Kindern das Gießen zu erleichtern, würden wir die Tonnen befüllen, aus denen mit Gießkannen das Wasser geschöpft bzw. abgelassen würde.

Natürlich benutzen wir zudem verschiedene Strategien zur Reduktion des Wasserverbrauchs durch Retention auf der Fläche und in den Beeten, z.B. durch Kohle und Mulch; trotzdem rechnen wir weiterhin mit der Notwendigkeit die Gemüse in heißen Sommern regelmäßig zu gießen.

Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten für die Gemüsepflanzen? Wie die Nachbarschaft, die nicht mit gärtnert, aber erntet? Steht irgendwo eine Spendenbox z.B.?

Die Setzlinge ziehen die Gärtner*innen z.T. selber vor (z.B. aus Saatgut aus der Saatgutbibliothek, sofern die gewünschten Pflanzen dort vorhanden sind), z.T. kaufen wir sie. Bei Märkten und Veranstaltungen an denen wir teilnehmen (Pflanzentausch, Tag der Vereine, …) gibt es ein Spendenkästchen; sofern Materialien darüber finanziert werden können, nutzen wir diese Möglichkeit natürlich. Eine Spendenbox an dem Garten hielten wir bisher für nicht so geschickt, sie wäre zu leicht zu klauen.
Ansonsten kennen wir, wie gesagt, einen Großteil unserer „Ernter“ nicht; viele dürften tatsächlich aus den Geflüchteten-Wohnheimen inder Nähe kommen.

Sind für die Workshops Spenden der Teilnehmer*innen angedacht? Damit könnte ja ein Teil der Kosten gedeckt werden?

Ja, für die Workshops sind Spenden der Teilnehmenden angedacht, ohne fixe Teilnahmebeiträge. Da in Emmendingen der Besuch vieler Veranstaltungen noch recht schleppend anläuft, wissen wir jedoch nicht wie sie angenommen werden, und möchten uns aktuell nicht auf Einnahmen verlassen.
Besonders die Bäume und Sträucher würden wir allerdings gerne jetzt, möglichst zeitnah noch im Frühjahr pflanzen, und aktuell können wir noch nicht mit Spenden kalkulieren.

Könnten nicht der Wandelgarten einige seiner Kompostwürmer abgeben? Da gibt es doch eine Wurmfarm

Das ist eine gute Idee, vielen Dank für den Hinweis; wir werden uns an den Wandelgarten wenden, und in Erfahrung bringen, ob sie die Möglichkeit sehen, uns Kompostwürmer abzugeben. Bisher besteht kaum Kontakt zum Wandelgarten, auch da unser Garten ja nicht in Freiburg gelegen ist.

Wo ist denn das Werkzeug inzwischen untergebracht? Es gab ja eine von der Stadt geliehene Kiste, die aber wieder zurück gegeben werden musste.

Zwischenzeitlich hat uns die Stadt die Kiste dauerhaft überlassen, so dass das Werkzeug vor Ort gut versorgt ist; sie wurde sogar unlängst durch Mitarbeiter vom Bauhof repariert.