(Antrag, Antworten)
alsBUND–Ortsgruppe Marbach–Bottwartal setzen wir uns lokal und regional für Klima–und
Umweltschutz ein. Dabei pflegen wir selbst zahlreiche Biotope (z.B. Streuobstwiesen) und
unterstützen gleichgesinnte Nachhaltigkeitsakteure mit Know–how und Tatkraft. So auch den
Mitmach–Garten für Alle, ein offenes Gemeinschaftsgartenprojekt, das die Bürgerinnen und
Bürger Marbachs dazu einlädt, gemeinsam zu gärtnern und lokalen Obst–und Gemüseanbau
kennenzulernen. Die Gruppe setzt auf Wissensaustausch, Learning by doing und Beisammensein,
sie hat einen Ort des Experimentierens und der Vielfalt in Marbach geschaffen. Sie gärtnert ohne
Kunstdünger und Pestizide und legt viel Wert auf Artenreichtum, indem sie gezielt Naturmodule
errichtet und auch alte Obst–und Gemüsesortenausprobiert. Das städtische 1750 m2 große
Grundstück wird in der unteren Hälfte vom Mitmach–Garten für alle bewirtschaftet. Die Beete
werden frei bepflanzt und gepflegt, es gibt keine Pacht oder Reservierung–der Gedanke ist, dass
jeder jedem hilft. Im oberen Teil kümmert sich unsere BUND–Ortsgruppe um eine extensive
Wiesenpflege, die die Biodiversität stärkt.
m vergangenen Jahr wurde gemeinsam einekleine Gartenhütte gebaut, um dort Gerätschäften
und Gartenequipment unterstellen und vor der Witterung schützen zu können. Die Geräte
(Spaten und Co.) standen seit der Gründung des Mitmach–Gartens 2018 im Freien und waren
entsprechend schnell verschlissen. Die Gruppe möchte die neue Hütte gerne zum Anlass
nehmen, um sich um eine solide und langlebige Grundausstattung an Gartengeräten zu
bemühen. Das Gärtnern mit gutem Werkzeug ist sicherer und macht mehr Freude–insofern ist
zu hoffen, dass durch eine gute Ausstattung auch die Gemeinschaft der Gärtnerinnen und
Gärtnern wächst und sich das Projekt professionalisiert.
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Wie groß ist denn die Fläche des Mitmachgartens?
Insgesamt 1750 m², etwa1/2davon ‚bewirtschaftet‘, 1/2davon Mähwiese/Hecken usw.
Ist die Fläche ganz offen?
Ja, es gibt keine Zäune, Tore o.ä.An einer Seite ist sie durch eine HeckezumNachbargrundstück
begrenzt.
Wie viele Beete gibt es dort und was wird in etwa angebaut?
Es gibt 12 eingefasste Beete plus etwa7weitere Beetflächen, direkt in der Erde. Zudem gibt es eine
Sträucherecke mit Beerenobst. Angebaut werden/wurden z.B.: Mangold, Spinat, Bohnen, Erbsen,
Rosenkohl, Erdbeeren, Kürbis, Zucchini, Tomaten, Kräuter.
Wie groß ist die Gruppe, die regelmäßig gärtnert, wie groß ist die Steuerungsgruppe und was
schätzen Sie, wie viele Menschenden Garten nutzen?
Regelmäßig gärtnern etwa 10–15 Leute, ebenso viele kommen mindestens zu offenen
Gemeinschaftsaktionen. In der Steuerungsgruppe sindmomentanvierLeute. Wie viele Menschen
den Garten insgesamt nutzen, ist schwer zu sagen, da es ein offener Garten ist.Ab diesem Gartenjahr
werdenzweiKlassen der Marbacher Grundschule den Garten nutzen und Kartoffeln, Bohnen,
Radieschen anbauen, um ihre Beobachtungen für den Sachunterricht zu nutzen. Diese
Zusammenarbeit soll ausgebaut werden. Gemeinsam mit demVereinElternforum wird Ende April ein
Barfußpfad wieder an–/freigelegt, sodass mehr Eltern mit Kindern den Garten nutzen werden.Die
Mitarbeiter:innendes nahegelegenen Literaturarchivs unddieBewohner:innendes zugehörigen
Collegienhauses nutzen den Garten in ihrer Mittagspause bzw. am Feierabend zum Erholen.
Marbacher:innenkommen vorbei und erfreuen sich über die Initiative und kommen mit den
Gärtner:innen ins Gespräch. Kinder nutzen den Garten zum Naschen, Staunen, Spielen. Daher
würden wirsagen, dass den Garten überdas Jahr schon um die 50–100 Menschen den Garten in
irgendeiner Form nutzen.
Wie setzt sich die Gartengruppe zusammen?
Sie istbuntgemischtvom Kind bis zum Rentner, unterschiedlicher sozialer Schichten und
verschiedener Nationalitäten
Wie laufen die Arbeits–und Entscheidungsprozesse, wie können die Gärtner*innen
mitentscheiden? Wer bestimmt, was wo angebaut wird, wie laufen die Informationen?
Bei denregelmäßigenoffenen Gartentreffen wird sich über Pläne und Vorhaben ausgetauscht. Es
gibt einen Info–Schaukasten, der über Aktuelles informiert. Die Beetbepflanzung erfolgt first come
first serve. Mit Schildern oder Steinen wird markiert, dass die Fläche schon bepflanzt wurde. Ein paar
Mal im Jahr gibt es auch in der Lokalpresse angekündigte größereAktionen (z.B. Wildkräuterführung,
Beete winterfit machen, Barfußpfad anlegen usw.), bei denen auchstetsdas Prinzip und die Idee des
Gartens informiert wird.Da die Fläche derStadt Marbach gehört, werden größere Eingriffe und
Vorhaben immer auch mit der Stadt abgestimmt.
Wie bekommen Menschen mit, dass sie bei Garten dabei sein können?
Es gibt Flyer zum Mitnehmen in einer Infobox, Aushänge im Stadtgebiet, eine Facebook–Gruppe und–
Seite,Hinweise auf der städtischen Homepage,Lokalpresse, über das Gespräch mit Passant:innen
und Mund–zu–Mund–Propaganda.
Was an Infrastruktur gibt es im Garten?
Die angelegten Beete und Wege (mit Holzhackschnitzel), eine Sitzbank, Stühle und Tischeund eine
Gartenhütte. Eine Wasserversorgung findet über ein nebenan gelegenes Gebäude statt(über einen
Schlauch wird Wasser in die Fässer geleitet).
Was passiert noch, außer dem Gärtnern?
Der Garten hat von Anfang an wert auf Beisammensein und Austauschgelegt. Manche bringen
Kuchen mit und man stößt auf das Wochenende an. Außerdem gibt es Kooperationen mit anderen
Initiativen und Vereinen, z.B. wurden für eine Aktion des Stadtmarketings verwendete, im
Stadtgebiet aufgestellte Hochbeete zur Weiternutzungin den Garten gebracht.Ein wichtiger Aspekt
ist immer auch der Artenschutz. Es gibt eine separat angelegte Blühfläche, mehrere
Insektennisthilfen,Steinpyramiden und weitere wichtige Strukturen für biologische Vielfalt.
Wie finanziert sich der Garten?Zahlen die Gärtner*innen einen Beitrag?
Der Garten finanziert sich durch Spenden und Bewerbungen auf Förderausschreibungen. Es gibt
keinen Mitgliedsbeitrag o.ä.
Was passiert mit der Ernte?
Das Gartenteam hofft, dass es bei der Ernte fair zu geht, dass also vor allem die zugreifen, die auch
mitgeholfen haben–jeder erntet dann von jedem. Da der Garten aber frei zugänglich ist, gibt es
keine Kontrolle o.ä.
Wer kümmert sich um die Gartengeräte?
Bisher wurden die Gartengeräte wenn noch möglichin Eigeninitiativeder Gruppenmitglieder
repariert. Es waren meist ausrangierte Spenden, die ohnehin ihre beste Zeit schon hinter sich hatten
und dann der Witterung ausgesetzt waren. Die neu angeschafften Geräte könnten nun in der Hütte
stehen. Denkbar ist auch, dasMarbacher Repair–Café zu kontaktieren und bspw. eine gemeinsame
offene Aktion zur Pflege und Reparatur von Gartengeräte zu veran