Berlin: Wasserversorgung für Die essbare Straße

(Antrag, Antworten)

Der verkehrsberuhigte Abschnitt der Swinemünder Straße liegt zwischen Rügener Straße im Norden und Bernauer Straße im Süden und erstreckt sich über eine Länge von ca. 800 m.
Die Straße ist geprägt durch einen ca. 15 m breiten Mittelstreifen, der im Wechsel aus befestigten Flächen und Grünflächen besteht. Begleitet wird der Streifen von locker gesetzten, hohen Bäumen und verschiedenen Sträuchern. Der Pflegezustand des Mittelstreifens ist schlecht und die Flächen werden kaum genutzt.

Inhalt

Die Swinemünder Straße bietet Raum für ein neues Nutzungskonzept: “Eine essbare Straße“ für Mensch und Tier. Gebaut und gestaltet von den Menschen die hier wohnen. Das Thema “Essen“ birgt verbindendes Potenzial für neue Gemeinschaften. Und es regt an, sich aktiv und selbstbestimmt an der Gestaltung der Gärten zu beteiligen. Die Straße wird zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs.

Eingebunden in den Alltag einer verkehrsberuhigten Straße inmitten der Stadt, zeigt der Gemeinschaftsgarten modellhaft auf, wie essbare, soziale und ökologische Lösungen in bestehende Strukturen integriert werden können. Dabei können z.B. verschiedene Anbaumethoden erprobt, insektenfreundliche Pflanzen kennen gelernt, das Sammeln von Regenwasser praktiziert, der Bau von Hochbeeten erlernt werden u.v.m..

Projektstand

Im September 2022 hat die Stadträtin Frau Dr. Neumann das geplante Projekt vor Ort besucht und ihre Unterstützung zugesagt. Entsprechend hat das Straßen- und Grünflächenamt den Bau eines Gemeinschaftsgartens in einem ersten Abschnitt (Swinemünder Str. Ecke Lortzingstr.) genehmigt. Die Genehmigung beinhaltete das Aufstellen von 13 Hochbeeten auf versiegelten Flächen und die Umgestaltung einer großen Rasenfläche in eine gebietsheimische Wildblumenwiese.

Der Bau von 12 Hochbeeten und die Anlage der Wildblumenwiese wurden im vergangenen Oktober-November bereits realisiert. Das Baumaterial mit Zubehör wurde größtenteils aus Mitteln des Aktionsfonds des Quartiersmanagement Brunnenstraße finanziert.

Die zuständigen Sachbearbeitenden des SGA haben signalisiert, dass bei Einhaltung bestimmter Kriterien (wie z.B. Versorgungs- und Sicherheitsabstände) dem weiteren Ausbau des Gemeinschaftsgartens nichts im Wege steht.

Derzeit sind wir etwa 10 aktive Gärtnerinnen.

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Im jetzt einsetzenden Gartenjahr 2023 fehlt uns GärtnerInnen an der Ecke Lortzingstraße und am Diesterbeet in erster Linie der Zugriff auf Wasser. Die kurzfristige Lösung ist mehrere IBC-Wasser-Container aufzustellen, und sie bei Bedarf mit Stadtwasser zu füllen. Es handelt sich dabei um Zuwasser, das mit einem geliehenen Standrohr über einen Hydranten der Berliner Wasserbetriebe erschlossen werden kann. Die Genehmigung des SGA für das Aufstellen der IBC-Container und den Bau weiterer Hochbeeten haben wir gerade erhalten!

Ergänzend streben wir mittelfristig an (s.u.), die ansässige Wohnungsbaugenossenschaft DEGEWO für ein Regenwassermanagement zu gewinnen. Dann könnte das Dachwasser über Fallrohre gesammelt (z.B. ebenfalls in IBC-Containern) und für die Gärten genutzt werden. Vom Quartiersmanagement der DEGEWO wurde bereits Interesse und Unterstützung signalisiert.

  1. Habt ihr einen Vertrag? Ist die Nutzung befristet? Wie sind dazu die Vereinbarungen mit dem Grünflächenamt?
    Der Vertrag  ist zunächst auf 2 Jahre befristet, kann aber unkompliziert / nahtlos verlängert werden, solange wir uns keine groben Fahrlässigkeiten erlauben. Laut der Sachbearbeitenden des SGA sind Projekte wie diese politisch gewollt und deshalb zu fördern.
  2. Was baut ihr in den Beeten an? Sind die einzelnen Gärtner*innen/Gruppen zugeordnet oder gärtnert ihr gemeinschaftlich?
    Da wir diese Frühjahr erst beginnen  mit der ersten Gartengruppe, können wir das noch nicht genau beantworten. Angebaut werden soll essbares (Salat, Kräuter, Tomaten, Beeren …). Die Struktur und Regeln werden wir erst noch entwickeln. Jetzt am Anfang gärtnern wir auf jeden Fall gemeinschaftlich.
  3. Dürfen „alle“ ernten oder versucht ihr mit Schildern, die Ernte für die zu haben, die gärtnern?
    Jetzt am Anfang dürfen alle ernten, auch die Passanten 😉
  4. Wie sieht es mit Vandalismus bei euch aus?
    Was den neuen Gartenabschnitt betrifft wissen wir das noch nicht. Am Diesterbeetgarten wurde gerne mal die ein oder andere Pflanze geklaut.
  5. Wo sind die Gartengeräte und wie sind die für alle Mitmachenden zugänglich?
    Größere Gartengeräte sind für alle im Keller des Vereins untergebracht (über Schlüssel zugänglich), und im Keller einer anwohnenden Gärtnerin. Diese Geräte wurden bisher nur für größere Bauaktionen benötigt. Kleingeräte (Handschaufel, Schere) bringt jeder selbst mit. Gießkannen wollen wir an einem Zahlen-Schloß anleinen.
  6. Wären die IBC-Wasserversorgung dann auch für den Diesterbeetgarten? (Von denen kenne ich die Problematik sehr gut).
    Ja, das Diesterbeet soll inkludiert sein und endlich Wasser bekommen.
  7. Wo kommt das Wasser für die IBCs dann her? Habt ihr einen Brunnen/eine Pumpe bei euch in der Nähe oder wollt ihr das mit dem Leihen eines Standrohrs machen?
    Das Wasser erhalten wir über ein geliehenes Standrohr (Berliner Wasserbetriebe), einen nahe gelegenen Hydranten und einen Schlauch.
    Ein Brunnen liegt leider nicht in der Nähe.
    Die IBC-Container können mittel- oder langfristig auch für die Sammlung von Regenwasser genutzt werden.
  8. Wer kümmert sich um das Auffüllen und habt ihr dann einen Gießplan?
    Das Auffüllen wollen wir im Turnus erledigen. Einen Gießplan gibt es (noch) nicht.
  9. Wer baut die Hochbeete?
    Bisher  haben alle mitgebaut die Lust dazu hatten und es lernen wollten. Künftig stellen wir es uns so vor, dass Neuankömmlinge beim Aufbau immer von einer erfahrenen Person betreut werden.