(Antrag, Antworten)
Am Stadtrand Magdeburgs, mitten im Herrenkrugpark, liegt die ehemalige Parkgärtnerei.
Das Grundstück wurde 2012 durch die Vitopia-Genossenschaft gekauft und inzwischen
sind ein gemütliches, familienfreundliches Café, eine Herberge und selbstverwalteter
gemeinschaftlicher Wohnraum entstanden. Auf dem Außengelände befindet sich der
Gemeinschaftsgarten mit Gemüsebeeten, altem Baumbestand, sowie Gartenbereiche
rund um das Café mit Plätzen, die zum Austauschen und Verweilen einladen, wie ein
Pavillon und die Lagerfeuerstelle. Das Wohnhaus wurde mit viel ehrenamtlicher Mithilfe
nach ökologischen Gesichtspunkten saniert und beispielsweise Trocken-Trenn-Toiletten
eingebaut, um perspektivisch Kreisläufe durch ein Kompostkonzept besser schließen zu
können. Ökologische und soziale Projekte sind für die über 100 Mitglieder der
Genossenschaft, des Kultopia-Vereins und der Wohngemeinschaft wichtige
Anknüpfungspunkte, um sich gemeinsam für eine lebenswertere Zukunft einzusetzen und
in die Gesellschaft zu wirken.
GG
Der Vitopia-Garten ist von Anfang an durch viele Hände mitgestaltet worden. Neben den
etwa 15 Menschen aus der Wohngemeinschaft bringen sich Mitglieder aus Verein und
Genossenschaft ein. Es haben schon mehrere BFD-Freiwillige (u.a. aus Syrien) Projekte
umgesetzt und es finden immer wieder auch Menschen ohne vorherige Berührungspunkte
zu uns und machen mit. Mit der Zeit hat sich der Garten sehr entwickelt. Es gibt nun eine
große Fläche für den Anbau von Gemüse und über das Grundstück verteilt zahlreiche
Obstbäume, Beete, Ecken und Nischen, die gestaltet und gepflegt werden. Auch ein Imker
hatte hier schon seine Bienen stehen
Bisher haben wir in mehreren kleinen Behältern kompostiert, um das anfallende Material,
wie Gemüse- und Pflanzenabfälle und Schnittgut vom ganzen Gelände, wieder zu
vererden. Diese stoßen inzwischen an ihre Grenzen und wir haben uns entschlossen,
einen neuen Kompostplatz zu bauen. Dafür hat sich eine Arbeitsgruppe von vier Personen
ausgiebig informiert und beraten lassen.
Ein Studierender der Hochschule, der hier fleißig mitgärtnerte, hat seine Masterarbeit über
für uns geeignete Kompostierungsverfahren geschrieben, sodass perspektivisch – in
Kooperation mit der Hochschule – sogar unsere Komposttoiletten in den Kreislauf
eingebunden werden können. Ein Verfahren mit mehreren Kompostierungsstufen und
möglichst hohen Temperaturen soll am Ende, nach ca. zwei Jahren, die hygienische
Sicherheit gewährleisten. Diesen Plan möchten wir nun umsetzen.
Um den Kompostplatz langfristig nutzen zu können und – mit Blick auf die
denkmalgeschützten Gebäude – schön zu gestalten, möchten wir die Komposter aus
Ziegelsteinen mauern. Diese können wir von mehreren Abriss-Baustellen recyclen, wofür
wir schon Zusagen haben. Den Transport und die Aufarbeitung der Steine organisieren wir
ehrenamtlich. Ebenfalls versuchen wir, Materialien für die Überdachung des Komposts
wiederzuverwenden, indem wir die Unterkonstruktion aus Holzresten bauen.