Hildesheim: freigärtner*innen wollen Gemeinschaftsplatz ausbauen

(Mail, Antworten)

aus dem Antrag:
Der freigarten ist: Mehrere Kleinst-Gärten, die von einem ehrenamtlichen Gartenteam vorbereitet werden
und zur freien Nutzung durch die Freigärtner*innen vergeben werden. Neben der Arbeit im
„eigenen“ Garten stehen gemeinschaftliche Aktivitäten im Vordergrund (Garten-Kaffee,
Bau-Aktionen, Schulungen und Vorträge).
beantragt wird:
Ausbau des Gemeinschaftsbereichs rund um den vorhandenen Ahornbaum mit einem
kleinen ökologischen, umweltfreundlichen Gartenschuppen (ca. 4 x 3 Meter) und einem
Sitzbereich als Treffpunkt.
Selberbau durch die Gartengruppe mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer der
Stadtteilinitiative und der Kirchengemeinden.

Wem gehört die Fläche und ist die Nutzung befristet? Muss eine Pacht bezahlt werden?

Die Fläche gehört der kath. Pfarrgemeinde St. Mauritius, Hildesheim. Die Fläche wird dem Projekt Freigarten unentgeltlich zur Verfügung gestellt. 

Wie sind die „Kleinst-Gärten“ aufgebaut? Gibt es Zäune zwischen diesen Gärten, haben alle ihren eigenen Wasseranschluss? Gibt es einzelne Häuschen auf diesen 

Flächen und wie groß sind diese Kleinst-Gärten?

Jede Freigärtner*in kann selbst entscheiden, wie der Garten gestaltet wird. Topinambur darf nicht eingepflanzt werden. Der Anbau, die Pflege und Ernte von giftigen, illegalen und/oder halluzinogenen Pflanzen, Kräutern und/oder Pilzen ist verboten. Es gibt 20 cm hohe Staketenzäune oder einfach nur Holzstangen oder Bindfäden zwischen den Gärten. Alle Freigärten nutzen einen gemeinsamen Wasseranschluss. Hierbei handelt es sich um einen Regenwasser-Container, der bei Wassermangel durch Leitungswasser aufgefüllt werden kann. Es gibt keine Gartentore und keine Häuschen auf den Flächen. Die Gartenfläche beträgt pro Garten 30-50 Quadratmeter. 

Wo befindet sich die Gemeinschaftsfläche auf dem Gelände?

In der Mitte rund um einen Ahorn-Baum zwischen den Gärten. 

Können die Gärtner*innen das ganze Jahr über auf die Fläche/in „ihre“ Gärten?

Ja, die Gärten können ganzjährig genutzt werden. Zu jeder Zeit, sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Für das gesamte Gartengrundstück hat jede Freigärtner*in einen Schlüssel für das Gartentor.

Gibt es befristete Nutzungszeiten pro Garten oder können die Gärtner*innen „ihre Gärten“ auch jahrelang nutzen? Was wird angebaut (Gemüse oder auch Obst, Blumen?) und wie groß sind die Beetflächen?

Der Freigarten wird für eine Saison überlassen. Die Saison endet Ende November. Wenn die Freigärtner*in dabeibleiben möchte, kann ein Vornutzungsrecht gegenüber Interessent*innen ausgeübt werden, die noch keinen Garten haben. Der Garten kann jederzeit zurückgeben werden – auch während der laufenden Saison. Es wird hauptsächlich Gemüse angebaut. Es gibt ein paar Blumeninseln, Erdbeer-Beete und Beerensträucher. Ab 2023 sollen erste Obstbäume angepflanzt werden.

Wie viele dieser Gärten gibt es und wie viele Gärtner*innen?

5 Freigärten mit 9 Freigärtner*innen (Erwachsene) sowie 10 Kinder (1 – 12 Jahre)

Zusätzlich 3 Freigärtner*innen, die nur 3 Hochbeete nutzen. 

Wieso bereiten die Gärtner*innen die Gärten nicht mit vor?

Die vorbereitenden Bodenarbeiten werden von älteren Menschen als zu schwer und von Familien als zu große (Termin-)Verpflichtung angesehen. Gleichzeitig finden sich immer wieder engagierte Menschen, die keinen eigenen Freigarten haben möchten, aber gerne bei der Vorbereitung der Gärten, der Pflege des Gemeinschaftsteils und bei Bau-Aktionen helfen möchten. 

Zahlen die Gärtner*innen einen Beitrag/wie beteiligen sie sich an den Kosten?

Die Freigärtner*innen zahlen keinen Beitrag. Kosten für Saatgut / Pflanzen müssen selbst übernommen werden.  

Wer organisiert Garten-Kaffee , Schulungen und Vorträge und wie oft findet was statt? An wen richten sich die Angebote?

Das Garten-Kaffee organisieren die Freigärtner*innen. Schulungen und Vorträge werden von der Kirchengemeinde und der Stadtteilinitiative organisiert. Es werden 4 Angebote pro Jahr angestrebt. Themenplanung für 2023: Terra preta-Workshop, Wurmkistenbau, Heilkräuter-Vortrag, Basteln für den Igelschutz. Die Angebote richten sich an alle Einwohner*innen des Stadtteils.

Wie offen ist der freigarten? Können auch Menschen, die nicht gärtnern, die Fläche nutzen? Wie kann man mitmachen?

Der Garten darf von 2 Familien mitgenutzt werden, die im Pfarrzentrum wohnen (Geflüchtete). Der Garten ist offen für den im Pfarrzentrum stattfindenden Spielkreis sowie von allen Mitgliedern der Gemeinde bzw. Nutzern des Pfarrzentrums. Der Garten ist für diesen Nutzerkreis offen zugänglich.

Wie werden Entscheidungen getroffen?

Es gilt das Konsent-Prinzip. Wenn keiner einen schwerwiegenden Einwand zu einem Vorschlag hat, kann der Vorschlag umgesetzt werden. Schwerwiegende Einwände gab es z.B. gegen Bienenhaltung. Die wurde dann nicht gemacht.

Was wird in dem Gartenschuppen gelagert werden und wir groß soll dieser werden?

Gartenwerkzeug, Gartenkleidung, Saatgut / Pflanzen, Spielzeug. Der Gartenschuppen soll 3 x 4 Meter groß sein inkl. Schleppdach.

Wieso sollen Schuppen und Bank leicht auch wieder abbaubar sein?

Wir müssen in den nächsten 5 – 10 Jahren damit rechnen, dass das Grundstück anders genutzt wird (z.B. für ein Mehrgenerationenhaus) und der Freigarten z.B. auf eine Ersatzfläche umziehen muss. Möglicherweise stehen Schuppen und Bank dann an der falschen Stelle. 

Wie läuft die Kooperation des Fördervereins mit der Kirche? Wie beteiligt sich die Kirche an den Kosten bzw. warum nicht? Wenn es sich, wie Sie schreiben, irgendwie Teil der Kirche ist?

Das Freigartenprojekt ist ein Teil der kirchlichen Stadtteilinitiative GEMEINSAM IN OCHTERSUM (GiO). In GiO engagieren sich christliche Menschen, nicht Institutionen. GiO ist nicht konfessionell gebunden, rechtlich von der Kirche unabhängig und spricht auch Menschen im Stadtteil an, die nichts mit der Kirche zu tun haben bzw. haben wollen. Die finanzielle Unterstützung des Freigarten-Projektes durch die offizielle Kirche besteht in dem Verzicht auf eine Pacht, die kostenfreie Nutzung von Leitungswasser und die kostenfreie Mitnutzung von Gartenmaschinen (Rasenmäher, Heckenschere etc.), der Toilette und der Küche im Pfarrzentrum. Der Förderverein kann gem. Satzung Spenden zweckgebunden annehmen und mit Zweckbindung an die Kirchengemeinde zur Verwendung in einem GiO-Projekt weitergeben.

Haben Sie Kontakt zu den anderen Gemeinschaftsgärten in Heidelberg Hildesheim ? Gibt es eine Ansprechperson bei der Stadt? Wie unterstützt die Kommune die Gärten?

Wir haben Kontakt zum Gemeinschaftsgarten in der Nordstadt sowie zum Godehardgarten in der Innenstadt. Eine Ansprechperson bei der Stadt Hildesheim ist mir nicht bekannt. Eine besondere Unterstützung durch die Kommune existiert meines Wissens ebenfalls nicht.

Wie viele Menschen können und sollen sich an den Bauaktionen beteiligen? Wer wird diese anleiten?

Bei dem Aufbau werden sich alle Freigärtner*innen beteiligen. Auf Grund der teilweise geringen handwerklichen Erfahrungen, des Alters der Freigärtner*innen und der zeitlichen Möglichkeiten soll der Gartenschuppen in Elementbauweise entstehen. Die Anleitung übernimmt ein erfahrener DIY-Experte (Rentner).