Nürnberg: essbare Stadt Gemeinschaftsgärten

(Tel)
Aktive von Bluepingu/Ernährungsrat sind mit der Idee, Nürnberger Flächen für essbare Stadt Flächen zu nutzen, auf die Stadt zugegangen. Es wurde eine gemeinsame Fahrt nach Andernach organisiert und die Stadt hat dann sechs Flächen zur Auswahl gegeben für ein Jahr als Experiment. Bluepingue hat einen sehr guten Ruf bei der Stadt.
Die Aktiven haben zwei Flächen ausgewählt, sagen im Rückblick, dass das schon zu viel war, um zu starten. Sie wollten die Nachbarschaft von Anfang an dabei haben, doch ging eine Flyeraktion (über eine Firma) schief und so waren es bei den ersten Treffen hauptsächliche Bluepingue-Leute und wenige aus der Nachbarschaft. Die kleine Orgagruppe (zwei Menschen) musste neben der „Hands on“ Tätigkeit auf der Fläche, die vorher eine Hundewiese war, die Nachbarschaft gewinnen und Reporte an die Stadt schreiben. Die zweite Fläche (Egidienplatz) war vorher Parkplatz. Die Stadt möchte dieses Viertel perspektivisch autofrei machen und das sollte der Anfang sein. Parkplätze fielen weg und das traf nicht nur auf Gegenliebe.
Sie machten Workshops vor Ort, planten die Flächen und die Art der Zusammenarbeit. Auf der Jacobsplatzfläche hat sich eine Gruppe gefunden, für die Fläche Egidienplatz werden dringend mehr Leute gesucht, das hängt hauptsächlich an einer Person. Beide Flächen sind innerstädtisch und haben ein großes Müll- und Vandalismusproblem. Die Gärtner*innen müssen erst immer Müll aufsammeln, bevor sie loslegen können. Die Stadt stellt – aus Kapazitätsgründen, wie sie sagen – keine weiteren Mülleimer auf, sondern sagen den Gruppen: wenn ihr die Flächen habt und euch das stört, dann müsst ihr selber für Mülleimer sorgen und diese auch leeren.
Müll und Vandalismus führt z Frust bei den Gärtner*innen. In der Nürnberger Innenstadt gibt es ein Drogenproblem, es wird in den Gärten, da es dort auch Sitzmöglichkeiten gibt, auch konsumiert, es liegen Spritzen rum. An einem dieser Plätze bahnt sich die Kooperation mit Don Bosco, einer Anlaufstelle für junge Obdachtlose an. Ein Mitarbeiter wird regelmäßig auf dem Platz sein. Es gibt keine Plätze für die Konsument*innen, die Orgagruppe möchte sie nicht verdrängen, aber sie möchten auch keine Spritzen im Beet. Es ist ein Thema rund um öffentlichen Raum.
Auf anderen Plätzen läuft es besser. Zumal es inzwischen eine Kooperation mit SDGs go local gibt, bei der eine der beiden aus der Orgagruppe nun angestellt ist und auch hauptamtlich für das Projekt arbeiten kann. Sie haben sich beim Bundesprogramm Biologische Vielfalt beworben, die Skizze wurde akzeptiert und sie gehen davon aus, dass sie gefördert werden. Da die Arbeit die Möglichkeuten des ehrenamtliche Engagements überstieg, haben sie von der städtischen Förderung sich für einige Tätigkeiten zumindest die Übungsleiterpauschale ausgezahlt
Sie haben aus den ersten Gartenprojekten gelernt, dass sie nicht loslegen, wenn es keine Gruppe aus der Nachbarschaft gibt und es zu wenig Zeit für den Aufbau dieser Gruppe und die Gruppenprozesse gibt.
Für alle ihre Flächen bekommen sie 15.000 Euro p.a. In den Gärten arbeiten sie mit Rollen und „!Hüten“, so gibt es of eine Person, die für ÖA zuständig ist und eine für die Finanzen, die dann mit Bluepingue abrechnet.