Saarbrücken: Gemeinschaftsgarten auf Dachterrasse und im Hinterhof

(Antrag, Antworten)

Der Verein Parkbeet hat nun eine Fläche gefunden. Sie bauen auf der Dachterrasse und im Hinterhof eines Co-Working Anbieters einen GG auf.

  • Gehört die Fläche und das Gebäude mit der Dachterrasse dem Co-Working Unternehmen? Haben Sie eine vertragliche Vereinbarung über die Nutzung und ist diese befristet?
    • Ja, Eigentümerin des Grundstücks inkl. Gebäude ist die We Start Spaces GmbH. Geschäftsführer ist Herr Pohl, mit dem wir eine Vereinbarung über eine unbefristete Nutzung der Flächen. Die Vereinbarung kann ich bei Bedarf nachreichen.
  • Wie viele potentielle Mitgärtner*innen aus der Nachbarschaft sind denn schon mit dabei, planen und gestalten mit? Wer hat die bisherigen Planungen gemacht?
    • Wir sind vor einigen Wochen mit einem Kernteam von fünf Personen gestartet. Die fünf Personen stammen noch aus dem ursprünglichen Team von 2019, das sich in der Zwischenzeit immer mal wieder getroffen hatte und über den Verein weiterhin verbunden blieb.
    • Das Kernteam organisierte den Erstkontakt zu Herrn Pohl und kümmerte sich dann im nächsten Schritt um alles weitere, was für das Zustandekommen der Nutzungsvereinbarung notwendig war.
    • Parallel haben wir bei nebenan.de eine Projektgruppe gegründet, der mittlerweile 101 Mitglieder beigetreten sind. Damit gehört die Gruppe zu einer der größten bei nebenan.de registrierten Gruppen in ganz Saarbrücken.
    • Von den in der Gruppe registrierten Personen beteiligen sich allerdings nicht alle aktiv an den Planungen. Viele haben sich vermutlich nur interessenshalber in der Gruppe registriert und verfolgen im Hintergrund die Beiträge.
    • Etwa 20 der registrierten Personen beteiligen sich aktuell aktiv an den Gruppenbeiträgen (Terminabstimmungen und Terminvorbereitungen, Planungen und Ideenfindung, Information über bisherige Aktionen etc.).
    • Hieraus sind bislang drei größere Vor-Ort-Treffen resultiert, bei denen gemeinsam die nächsten Schritte festgelegt und die ersten Pflanzen in bereits vorhandene Hochbeete gepflanzt wurden. An den Treffen haben jeweils etwa 15 Personen teilgenommen.
    • Aktuell ist vorgesehen, dass wir uns einmal wöchentlich in der großen Gruppe treffen, um zu planen und den Gemeinschaftsgarten weiter aufzubauen.   
  • Gab es schon eine Informationsveranstaltung für die Nachbarschaft? Gibt es ein Schild oder eine Informationstafel am Coworking Space mit Hinweis auf den Garten und Mitmachmöglichkeiten?
    • Wir haben bislang in erster Linie über nebenan.de informiert und versucht, weitere Interessent*innen zu gewinnen. Zudem haben wir kleinere Beiträge von unseren bisherigen Treffen über private Facebook-Accounts verteilt. Eine Nachbarin hat zudem einen Beitrag auf der Seite der Saarländischen Dorfzeitung veröffentlicht.
    • Wir werden zudem von einer lokalen Aktivistin unterstützt, die unsere Treffen über ihren Nachhaltigkeitsverteiler verbreitet.
    • Im nächsten Schritt planen wir, sobald es in unserem Garten etwas mehr zu sehen gibt, die Durchführung eines nachbarschaftlichen Get-togethers auf der Dachterrasse mit Unterstützung der We Start Spaces GmbH. Herr Pohl wird hierzu dann auch in seinem Netzwerk (mit mehreren hundert Followern) werben und die Veranstaltung als Auftakt nutzen, um die in dem Coworking-Space ansässigen Unternehmen und Personen offiziell zum Mitmachen bei unserem Projekt anzuwerben. Hier ist seine Vorstellung, dass sich die Coworker nicht nur in den Pausen in dem Gemeinschaftsgarten aufhalten, sondern auch helfen zu hegen und zu pflegen, zu gießen und natürlich auch zu ernten. Eines der Unternehmen arbeitet zudem an einer App, die genutzt werden kann, um Pflanztöpfe zu überwachen und ein Signal an die Gärtner*innen zu senden, wenn die Erde zu trocken ist und gegossen werden muss.
    • Ein Schild oder eine Informationstafel gibt es bislang nicht – allerdings haben wir schon darüber diskutiert, dass dies ein nächster wichtiger Schritt sei. Wir denken darüber nach, ein großes Plakat an das Außengeländer der Dachterrasse anzubringen und zusätzlich natürlich auch ein Schild mit Informationen zur Nutzung des Gemeinschaftsgartens am Eingang anzubringen.
  • Wie zugänglich sind Hinterhof und Dachterrasse und die Toilette?
    • Die Dachterrasse ist über eine Außentreppe zugänglich, die (nachts und am Wochenende) mit einem Tor abgesperrt werden kann. In der Regel ist das Tor von montags bis freitags, jeweils von 7:00-19:00 Uhr geöffnet. Damit ist die Dachterrasse während der Öffnungszeiten für jede*n öffentlich zugänglich.
    • Außerhalb der Öffnungszeiten des Coworking-Spaces ist der Zugang nur mit einem Chip-Schlüssel möglich, sodass Nicht-Vereinsmitglieder in dieser Zeit keinen Zugang zur Dachterrasse haben. Vereinsmitglieder erhalten dagegen einen Chip-Schlüssel.
    • Für die Toiletten gilt das gleiche, wie für die Dachterrasse. Die Toilettenräume sind während der Öffnungszeiten öffentlich zugänglich, außerhalb nur mit Schlüssel.
    • Der Hinterhof ist im Gegensatz dazu grundsätzlich immer zugänglich, wobei es möglich wäre, das Hoftor abzuschließen. Allerdings ist dies nicht vorgesehen, sodass der Hinterhof rund um die Uhr öffentlich zugänglich ist.
  • Wie sind Hinterhof und Dachterrasse beschaffen? Ist der Hinterhof versiegelt? Wie groß sind die Flächen jeweils und wie viel Quadratmeter davon sollen „begärtnert“ werden?
    • Die Dachterrasse hat eine Fläche von etwa 150 qm, die mit rechteckigen Betonplatten ausgekleidet sind. Die Terrasse wird (und soll auch weiterhin) als Location für Get-together (Firmenveranstaltungen) sowie als Aufenthaltsraum für die Coworker genutzt werden. Daher kann nicht die gesamte Fläche bepflanzt werden. Dem Geschäftsführer ist es wichtig, dass auch noch größere Ansammlungen an Menschen auf der Terrasse Platz finden.
    • So haben wir uns darauf verständigt, verstärkt die Randbereiche zu bepflanzen und nach Möglichkeit flexible Module (z.B. Hochbeete auf bewegbaren Europaletten, oder rollbare Systeme) zu verwenden.
    • Eine Begrenzung der nutzbaren Fläche haben wir allerdings bewusst nicht festgelegt. Wir werden uns gemeinsam an die richtige Größe herantasten, ohne dass der sonstige Betrieb davon beeinträchtigt wird.
    • Der Hinterhof ist gepflastert. Er ist etwas kleiner als die Dachterrasse (etwa 125 qm). Die Fläche kann komplett von uns genutzt werden.
  • Wie viele Beete sind geplant, wer baut diese wann und wer wird dann dort gärtnern? Welche Rolle wird der Gemüseanbau spielen?
    • Wir (die oben genannten 20 Personen) haben bereits die ersten Beete und Pflanzkübel aufgestellt und bepflanzt. Geplant ist, einen Teil der zusätzlich geplanten Beete selbst zu bauen. Parallel werden wir aber auch versuchen, Fundstücke, z.B. über ebay Kleinanzeigen, zu ergattern und zu integrieren.
    • Der Garten soll nach und nach weiterwachsen. Daher haben wir zu Beginn noch keinen Gesamtplan – uns ist es allerdings wichtig, erst einmal loszulegen und weitere Mitstreiter*innen zu finden, die dann auch ihre eigenen Ideen mit einbringen können.
    • Der gestellte Antrag soll den Start finanzieren. Hierbei konzentrieren wir uns erst einmal auf die Dachterrasse, da die Fläche insgesamt sehr groß ist und es keinen Sinn aus unserer Sicht machen würde, an zwei Stellen parallel anzufangen. Vor dem Winter sollen noch ein paar erste größere Hochbeete aufgebaut werden – dann aber hauptsächlich der „richtige“ Start im Frühjahr vorbereitet, weitere Mitstreiter*innen akquiriert und Dinge wie Öffentlichkeitsarbeit (eigene Homepage etc.) angegangen werden. Bis zum Sommer im nächsten Jahr sollen (mit hoffentlich dann bereits mehr Mitstreiter*innen) die Beetfläche weiter vergrößert und ggfs. erste Schritte im Hinterhof unternommen werden.
    • Der Anbau von Gemüse bzw. Nutzpflanzen spielt für uns eine wichtige Rolle. Natürlich wollen alle auch am Ende etwas Essbares ernten. Gleichzeitig wollen wir es auch bunt und schön haben mit vielen Blühpflanzen.
    • Zur Zielgruppe gehören in erster Linie die Anwohner*innen aus den umliegenden Wohngebieten bzw. aus dem Stadtteil St. Johann. Daneben versuchen wir auch die vorhandenen Coworker einzubeziehen (siehe oben). Grundsätzlich soll der Garten für jede*n offen sein, mitzumachen.
  • Wie wird der Garten organisiert? Ist geplant, alles gemeinschaftlich zu machen oder soll es Patenschaften oder individuelle Beete geben?
    • Der Garten wird durch den Verein organisiert. Bislang werden Entscheidungen nach Möglichkeit gemeinschaftlich festgelegt – oder im Einzelfall durch den bisherigen Vereinsvorstand gefällt. Bei einer zunehmenden Vereinsgröße sollen Arbeitsgruppen festgelegt und damit Verantwortlichkeiten delegiert werden.
    • Da wir uns hinsichtlich der Pflege einzelner Hochbeete noch nicht einig sind, werden wir voraussichtlich verschiedene Modelle ausprobieren und gerne auch von Ihren Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Gemeinschaftsgärtner*innen profitieren.
  • Was für Bäume sollen in die Kübel gepflanzt werden?
    • Wir haben bereits eine kleine Birke und eine Eberesche eingetopft und auf der Terrasse aufgestellt. Wir haben uns zwecks Auswahl weitere Bäume noch nicht final abgestimmt, präferieren aber zu Früchten tragenden Bäumen, wie z.B. Zwergapfelbäumen. Wir werden uns hierzu noch beraten lassen.
  • Wofür wird der Rindenmulch verwendet?
    • Der Rindenmulch soll zum Abmulchen von Beetflächen und Töpfen verwendet werden, um das Austrocknen der Erde zu verhindern. Hierfür werden allerdings nur kleinere Mengen benötigt, sodass wir den Rindenmulch in dem Förderantrag nur der Vollständigkeit wegen unter der Position Erde mit aufgelistet haben. Vermutlich werden hier nur zwei bis drei Säcke benötigt.
  • Wo kommen die Bänke und die Pergola hin und wer baut diese?
    • Bänke und Pergola sollen ebenfalls auf der Dachterrasse platziert werden und aus Holz selbst gebaut werden. Da die Dachterrasse nicht überdacht ist, soll so ein kleiner Abschnitt der Terrasse mithilfe der Pergola überbaut werden. An der Pergola sollen Rankpflanzen, evtl. Wein, wachsen und ein Schattendach bilden.
  • Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten?
    • In der Vereinssatzung ist ein Jahresbeitrag festgelegt, den jedes Mitglied zu entrichten hat. Um niemanden auszuschließen, wurde der Mitgliedsbeitrag mit 30 Euro pro Jahr allerdings sehr niedrig festgelegt. Zugleich besteht die Möglichkeit, zusätzliche Geldbeträge an den Verein zu spenden.