Beetinchen: erster Garten in Berlin-Reineckendorf

(Gu, Projektbesuch, 20.8.)

Auf der Brache einer rückgebauten Schule ist im Märkischen Viertel im April diesen Jahres das Beetinchen eröffnet worden. Ein sehr großer Garten mit 30m² großen individuellen Parzellen, Wasser und Stromanschluss, Toiletten, auch einem Behinderten WC (wird alles reihum geputzt), einer Küchenzeile, einem Gerätehaus mit Gartengeräten, einer Wiese (müssen die GärtnerInnen mähen), einem Kompost und einem Naturerfahrungsraum für Kinder. Finanziert wurde all das aus Stadtumbau West Gelder. Insgesamt sind 300.000 Euro in das Projekt eingeflossen.

Es gibt einen großen Zaun um das Gelände, die Tür ist auf Wunsch der PächterInnen immer abgeschlossen – wegen der Kinder, damit diese nicht auf die Straße rennen können. Die Leute zahlen 20 Euro/Monat, haben bisher nur ihr Saatgut selber gezahlt. Das Gartenprojekt ist als ein Ergebnis eines Planungsprozesses rund um die Zukunft der Brache entstanden. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt dann ganz ohne die Leute, die da gärtnern. Laut Frau Altmüller, die das Projekt als Mitarbeiterin der Wohnungsbaugesellschaft betreut, sind die Leute sehr uneigenständig und fragen bei allen auch Kleinigkeiten sie. Außerdem gibt es durch die Luxusausstattung eine Art Anspruchshaltung. Sie geht in 3 Jahren in Rente und bis dahin muss das Projekt von den Leuten selber getragen werden. Es gibt regelmäßige Treffen und es gibt etliche kleinere Konflikte unter den Leuten (die Pflanze verschattet mein Beet; seine Parzelle ist zu unordentlich; das viele Grillen stört mich…), die alle an sie herangetragen werden. Sie hat festgestellt, dass die Kinder mit dem Naturerfahrungsraum (einfach ein wild gelassener Teil) nix anfangen können, sie wissen nicht, was sie hier spielen können.

Vor der Gartengründung hatte sie sich den IG Lichtenberg und den IG in Marzahn angeguckt.

Insgesamt wirkt der Garten wie ein Schrebergarten ohne hohe Zäune

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