(Gu, Projektbesuch im Workshoprahmen, 21.9)
Der IG Dresden ist seit 2005 auf seiner Fläche, die einst eine vermüllte Schutthalde war. Sie haben die Fläche gesäubert und urbar gemacht und Elbenaushuberde bekommen. 1/3 der Fläche ist Gemeinschaftsfläche, 2/3 sind Beete. Jeden März melden dich die GärtnerInnen und sagen, ob sie weitermachen wollen oder nicht. Bisher gab es immer eine Fluktauation von 10 – 20 %. Leute legen dann ambitioniert los und machen aber doch nicht weiter, was für die Leute auf der Warteliste doof ist, denen abgesagt wurde. Außerdem ziehen Leute weg, verändern sich beruflich oder ihre private Situation. Doch dieses Jahr ist mehr als in den letzten Jahren auffällig, dass Flächen nicht richtig bewirtschaftet werden, Leute nicht kommen. Sie hatten in 2014 viele Aktionen, z.B. haben sie im Hygienemuseum einen temporären Garten aufgebaut und auch in der tschechischen Botschaft in Berlin. Eventuell ist das insgesamt zu viel.
Sie haben auch keine Arbeitstreffen mehr, die sie früher 1x Monat hatten, um zusammen die Gemeinschaftsflächen in Schuß zu halten. Danach wurde immer gemeinsam gegessen. 2013/14 haben sie das nicht mehr gemacht und das fehlt. Es gibt aber noch immer alle 14 Tage ein Plenum. Sie hatten sogar eine Art Minijob, der von einer Frau besetzt war, die 1x Woche im Garten war und ansprechbar für alle Themen. Das wurde aber gar nicht angenommen. Sie sind 80 Mitglieder im Verein, ungefähr 10 Asylsuchende aktuell und es gibt 20 – 30 Beete und gestaffelte Mitgliedsbeiträge plus einen Beitrag der sich nach Beetgröße bemißt.
Die Fläche war einst städtisch, gehört nun dem Land und jetzt soll der Garten einem Parkplatz weichen. Vor ein paar Jahren wurde einfach ein Mobilfunkmast mitten in den Garten gepflanzt.
Sie haben – wegen des Parkplatzes – die Fläche gekündigt bekommen. Im Vertrag gibt es eine Monatsfrist, sie haben gut 1 3/4 Jahr Zeit bekommen. Die Stadt hat ihnen außerdem vier Ausgleichsflächen angeboten und für eine (gegenüebr vom Johannstadtgarten) haben sie sich entschieden. Sie fahren nun zweigleisi: sie bereiten einen Umzug vor, wollen eine Aufstellung machen, was die Sachen im Garten wert sind, was mitnehmbar ist und was verloren ginge, Kosten schätzen, auf der neuen Fläche entscheiden, welche Bäume bleiben sollen, was gebraucht und gemacht werden muss etc. Und sie kämpfen dafür, bleiben zu können. Sie Stadt weiß davon und hat Verständnis für die Parallelität. Sie hatten bis zu dem drohenden Umzug nie was mit der Stadt zu tun – sie müssen 1000 Euro Pacht zahlen und hatten immer wieder vergeblich versucht, die Stadt dazu zu bringen, dass ihnen die Pacht erlassen wird.