Stadt Freiburg will Gesamtkonzept für gärtnerische Freiflächen aufstellen

(Gu aus alerts, 17.4.)
„Gärtnern ist beliebt: Die Kleingartenvereine in Freiburg haben lange Wartelisten. Das war bereits vor zehn Jahren so, weshalb die Stadt Freiburg sich damals das Ziel gesetzt hat, 15 Prozent neue Parzellen bis 2020 zu schaffen. Tatsächlich hat die Zahl der Kleingärten seither jedoch abgenommen. Nun soll ein neues Konzept Abhilfe schaffen. Es soll Potenziale für gärtnerische Nutzungen in Freiburg untersuchen und neue Flächen identifizieren. Dabei wird es aber nicht nur um Kleingärten gehen, sondern auch um neue Trends wie „Urban Gardening“.
2005 wurde der aktuelle Flächennutzungsplan (FNP) aufgestellt und mit ihm auch ein „Kleingartenentwicklungsplan“. Der kleine Bruder des FNP ist jedoch nie offiziell vom Gemeinderat verabschiedet worden – und seine Ziele gerieten im Laufe der Jahre immer mehr ins Hintertreffen. Statt mehrere hundert neue Gärten neu zu schaffen, sind allein in den vergangenen fünf Jahren 400 Parzellen weggefallen. Meistens stehen die Kleingartenanlagen in Konkurrenz zu neuen Bauflächen. Für das geplante Gebiet Gutleutmatten im Stadtteil Haslach mussten beispielsweise 222 Gärten weichen. Aktuell gibt es in Freiburg noch 3500 Kleingärten. Das Interesse daran ist riesig: Allein für die 413 direkt vom Rathaus verwalteten Parzellen gibt es mehr als 700 Anfragen.
Dennoch will die Stadtverwaltung nun keinen neuen Entwicklungsplan für Kleingärten aufstellen, sondern ein Konzept für gärtnerische Freiflächen überhaupt. Denn inzwischen, so erklärte Markus Liesen vom Stadtplanungsamt in der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Bauausschusses, sei das gärtnerische Treiben in Freiburg viel bunter geworden. So gibt es beispielsweise gut ein Dutzend Möglichkeiten für gemeinsames Gärtnern auf öffentlichen Grünflächen („Urban Gardening“). Auch Landwirte bieten inzwischen Äcker zum Bewirtschaften an.
Was genau jetzt schon vorhanden ist, darüber gibt es jedoch gar keine offiziellen Zahlen. Deshalb wird in dem Konzept, das ein externes Büro für 30 000 Euro bis 2016 erstellen soll, zunächst der Bestand untersucht. Dann soll der zukünftige Bedarf abgeschätzt werden und – das wird der schwerste Teil – es sollen neue Gebiete für verschiedenste Gartenformen gefunden werden.
„Flächen sind in Freiburg nun mal generell Mangelware“, so Liesen. Deshalb werde es auch darum gehen, sich alternative Möglichkeiten zu überlegen: Können Areale zeitlich begrenzt gärtnerisch genutzt werden? Wie gelingt es, die vorhandenen Kleingartenanlagen mehr zu öffnen, um sie einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen? Welche Potenziale bieten private Grünflächen und Hinterhöfe? Dabei werden die Planer auch Informationen aus dem Perspektivplan nutzen, der gerade erarbeitet wird und der die Zukunft Freiburgs für die nächsten 15 Jahre festlegen soll.
Die Idee eines neuen gärtnerischen Gesamtkonzepts für Freiburg stieß bei allen Gemeinderatsfraktionen im Bauausschusses auf viel Lob. Gut fanden die Stadträtinnen und Stadträte, dass auch die neuen Gärtnertrends mit einbezogen werden sollen. Keinesfalls, so sagte SPD-Fraktionschefin Renate Buchen, dürften Urban Gardening und Co jedoch zu Lasten der traditionellen Kleingärten gehen. Denn diese hätten nicht nur wichtige ökologische, sondern auch viele soziale Funktionen, etwa bei der Integration ausländischer Bürger.“

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/in-freiburg-vedraengen-baugebiete-die-kleingaerten-aber-urban-gardening-ist-in–103501025.html