Gartenbahnhof Ehrenfeld: zweiter Anlauf Gärtnern mit Flüchtlingen und Kulisse für Krimi

(Gu aus Newsletter)

Gärtnern mit Flüchtlingen geht weiter

Bereits im letzten Jahr waren wir in der Geisselstraße aktiv und versuchten Flüchtlingen das Gärtnern näher zu bringen. Der Erfolg war gemischt: Lubica und eine georgische Familie hatten sich vom Gärtnern anstecken lassen, doch unsere Pflanzkisten wurden von Kindern heimgesucht. Pflanzen wurden ausgerissen, in die Kisten wurde gepinkelt und Farbe geschüttet. Aufgrund der Misserfolge pausierte das Geisselgärtnern und wir warteten auf bessere Rahmenbedingungen. Karmela nahm im Sommer erneut Kontakt zum Flüchtlingswohnheim auf. Es gibt nun einen Wohnheimleiter und neue Flüchtlinge, die Lust zum Gärtnern haben.

Im August ging es also mit dem Geisselgärtnern weiter: Zunächst machten sich Karmela, Katharina und Volker auf die Suche nach Mitstreitenden. Die waren schnell gefunden und so befreiten wir zunächst die Pflanzkisten von Müll und Beikräutern. Darüber hinaus füllten wir die Kisten mit weiterer Erde. Einiges Material war verschwunden und musste nachgefüllt werden. Während zwei weiteren Terminen pflanzten Karmela, Aniko und Katharina mit Flüchtlingen aus Syrien und Osteuropa verschiedene Kräuter von unserer Kräuterspirale, Himbeerableger und einen Sommerflieder aus dem Gartenbahnhof. Eingesetzt wurden ebenfalls Endiviensalat und Aloe Vera und sie säten außerdem Sonnenblumen. Für die meisten Pflanzkisten fanden wir erfreulicherweise Beetpaten. Zusätzlich säuberten wir den Grünstreifen an der Hofwand. Wir planen momentan auch noch den Bau eines großen Hochbeetes und sind deshalb gerade auf der Suche nach stabilen langen Brettern und vier Balken.

Die Syrerinnen Nora und Halil scheinen begeisterte Gärterninnen zu sein. Sie waren auch an unseren anderen Aktivitäten interessiert. Aus diesem Grund griffen beide uns tatkräftig am 27. August beim dritten Teilumzug unter die Arme. (ve)

Einsatz in Köln

Am 11. Februar 2016 bekam der Gartenbahnhof Besuch von einem großen Fernsehteam. Die Constantin Entertainment GmbH hatte an diesem sonnigen Tag den Gartenbahnhof als Location ausgewählt und Dreharbeiten für eine neue Kriminalserie für das Vorabendprogramm von Sat 1 durchgeführt. Mehr als 30 Leute waren vor Ort tätig und brachten etwa 13 Minuten Sendezeit in den Kasten. Es geht um einen Mord an einem Gemeinschaftsgärtner, der von einem Jugendlichen im Affekt erschlagen wird. Der Jugendliche hatte sich an der Gemeinschaftskasse im Garten zu schaffen gemacht und war dabei ertappt worden.

Von uns waren Maria, Katharina, Kosta, Carlo und Volker mit von der Partie. Wir begutachteten abwechselnd die Dreharbeiten und passten auf, dass unser Gemeinschaftsgarten keinen Schaden abbekam. Außerdem spendeten wir trockenes Feuerholz für ein ordentliches Feuer. In einer Szene unterhalten sich GärtnerInnen am Lagerfeuer und gehen schließlich im Streit auseinander. Zum Drehen wurde sogar unser Frühbeet eingesetzt. Wir legten eine Palette quer, flux war der Kameramann in Position und konnte das Geschehen von weiter oben filmen.

Interessant was alles für so einen Dreh aufgefahren werden muss. Es waren ein halbes Dutzend Darstellende und über 20 Mitarbeitende mit von der Partie. Wegen der Nachtszenen wurden Scheinwerfer installiert und es kamen Kameras auf Stativen zum Einsatz. Diese Folge mit dem Titel „Zurück zur Natur“ lief schließlich, wie wir erst jetzt durch Carlo erfuhren, am 06. April 2016 in Sat 1. Hier ist der Link zur entsprechenden Folge. (ve)