(Gu, mail)
1) Freigärten Freiberg e.V.
Der älteste Gemeinschafts-/Bürgergarten in Freiberg liegt am Ende einer Gartenkolonie am Stadtrand nahe der Reichen Zeche an einem viel begangenen und (rad-)befahrenen Weg. Bilder und auch Eckdaten zur Gestaltung finden sie auf der Internetseite https://freigaertenfreiberg.wordpress.com/
Soweit ich es weiß waren hier etwa die Hälfte der Gründungsmitglieder NABU-Mitglieder, ansonsten war ein großer Gestalter und Vorantreibender in der Gestaltung Holger Lueg -Träger ist aber ein eigener Verein. Der Garten hat sich gut etabliert, vor allem die Biotope Teich und Umgebung, auch die Beete sind bunt, schön und vital. Bei der Errichtung der Gartenlaube unterstützten der Ableger der Ingenieure ohne Grenzen an der TUBAF maßgeblich. Die aktive Gemeinschaft hat sich soweit ich es aus sehr wenigen kurzen Nebenbemerkungen weiß auf einen harten Kern von drei bis fünf eingeengt, Neuzugänge oder Fluktuationen sind kaum vorhanden – aber da können Sie vllt. Auch nochmal direkt bei den Freigärtnern nachfragen. Der Teich ist zwar wunderbar aus unserer Sicht, allerding steht beinah‘ nur etwa ein Drittel der Fläche wirklich zum Gärtnern im Sinne von Beeten zur Verfügung, da auch noch ein großer Teil der Fläche Wiese und ‚Einfahrt‘ ist – wobei sich bei entsprechend Interessenten sicher neues Grabeland oder Hochbeetstandorte einrichten ließen. Mit dem Garten konnten wir erste gute Erfahrungen (Pflanzentauschbörse, was wächst in Freiberg wie gut, Gartenteich + Randbiotope) sammeln, und er hält sich stabil auch nach mehreren Jahren. Ein uns beschäftigendes Problem war der Umstand, dass in unseren naturnah gestalteten Tümpel Goldfische von Fremdem einfach eingeworfen wurden – das ganze war aber naturnah und damit als Amphibiengewässer gedacht. Fisch- UND Amphibienkleingewässer geht aber nicht, da die Fische die Amphibienlarven fressen. Und den letzten Fisch bekommen wir seit einem Jahr nicht raus, da wir den Teich nicht ablassen können – aber das wird zu defizil. Der Garten bietet Fläche für Garten- und Vernetzungsfeste und Tauschbörsen (Wie auch am 15.10. wieder) und ist ein guter gern genutzter Exkursionspunkt, für NABU-Exkursionen und bei Schülergruppen, die sich mit urban gardening oder naturnahem Gärtnern beschäftigen wollen (aktuelle Projekt mit der Montessori-Schule Freiberg). Fazit Freigarten: Ist gesetzt. (Aber vllt. Da nochmal direkt nachfragen)
Der zweite Gemeinschaftsgarten in Freiberg ist genuin NABU – weil er auf dem Gelände unserer Geschäftsstelle angesiedelt ist. Etwa ein Drittel ist mit dem Gebäude bestanden, eine weitere Drittel mit großen Bäumen (darunter wächst wenig) oder Parkplatzfläche – der Rest ist Garten. Mit Aufenthaltsrondell (zweistufig gemauert, vom Vornutzer Montessorischule übernommen), Gartenteichgruppe, Wiesenfläche und mehreren Beetstandorten. Wirklicher Kern des Gemeinschaftsgarten ist der Nutzgartenteil (seit zwei Jahren bearbeitet) mit entsprechender Beetaufteilung (s. Anhang). Die Gruppe wird von zwei, drei Hauptverantwortlichen geleitet/organisiert. Ansonsten kann jeder der mag ein Beet so bearbeiten wie er mag – momentan haben wir hier auch eine afghanische Familie einbezogen. Wir haben dieses Jahr auch noch ein 20 qm Beetfläche hinzugewonnen, da wir mit Erdmaterialreserven das ehemalige Sandkastenrondell verfüllten und eine Kompostmiete mit Starkzehrern bepflanzten. Die Gartengemeinschaft hier läuft durch die Hauptverantwortlichen gut, Werkzeug und Fläche wird eben vom NABU gestellt – die NABU-Mitgliedschaft ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, zwei der Hauptverantwortlichen konnte wir durch das schöne Projekt aber als Mitglieder gewinnen. Der Garten wird vielfach für die Umweltbildung genutzt – als Einsatzort oder Exkursionsstartpunkt und entwickelt sich mustergültig. Schwachpunkte hier ist ggf. die ÖA, wobei wir keinen Interessentenmangel haben, aber wir als NABU könnten den Garten natürlich als eines unserer Projekte besser kommunizierbar aufbereiten – dann müsst ich jetzt auch nicht so viel ad hoc schreiben. Das Gelände liegt versteckt aber relativ Uni-nah. Letztes Jahr hatten wir deswegen auch mindestens sechs Studenten dabei, die sind aber aus Interesse- oder Zeitwandel dieses Jahr wieder abgesprungen. Aber wie gesagt wir haben keine Probleme unsere Beete loszuwerden – es fanden sich andere, momentan ist also eine durchaus gewollte Fluktuation bei den Beetbewirtschaftern zu erkennen. Die Pflege der gemeinsamen Flächen inkl. Gießdienst klappt, soweit ich weiß. Zwei Probleme sind mir momentan geläufig: die Wasserversorgung und die Verwertung der anfallenden Biomasse (vor allem Laub der großen Bäume). Die Wasserversorgung mit Regenwasser klappt momentan noch nicht, wir haben zwar den Teich und zwei Regentonne an eine Dachrinne angeschlossen, aber das klappt nicht richtig oder ist bei weitem zu wenig – Momentan füllen wir eine Regentonne regelmäßig im Sommer mit Leitungswasser. Durch bessere Anschlüsse an die Fallrohre und vor allem erschließen der gesamten Dachfläche (bisher nur eines von vier Fallrohren angezapft) wird das hoffentlich noch. Es fallen Laubmassen auf unserem Gelände an – die werden bislang zu einem großen Teil per Container abgefahren, einfach weil wir keinen Platz oder Zeit für große (Laub-) Kompostmieten haben und Verbrennen geht ja auch gar nicht. Aber auch hier werden dieses Jahr neue Plätze für Kompostmieten geschaffen – im bisher wenig bearbeiteten Teil des Gartens um das gemauerte Rondell. Dieses Jahr haben wir auch Erfahrungen im Hochbeetbau sammeln können, die ersten drei kleinen stehen schon, Baumaterial für viele weitere wurde organisiert und steht zu Verfügung – falls jemand anderen welche bauen möchte. Die angesprochenen Montessori-Schülergruppe wird dieses oder nächstes Jahr zwei bauen für den dritten und neuesten Gemeinschaftsgarten. Fazit NABU-Garten: Läuft prächtig mit Ausbaumöglichkeiten.