Havlegarten bekommt Zeitzeichen N Preis

(Gu, vom Vernetzungstreffen im Oktober)
Der Havelgarten hat den Nachhaltigkeitspreis „Zeitzeichen N“ in der Kategorie Initiativen bekommen:
Preisträger:

Havelgarten in Brandenburg an der Havel

prämiert für den interkulturellen Garten

»Der Weg ist das Ziel« (Konfuzius). Dies ist der Leitsatz der Ideenträger des Havel-

gartens. Auf einer seit dreißig Jahren ungenutzten Industriebrache direkt neben

dem Übergangswohnheim für Geflüchtete gibt es Platz zum Säen, Pflanzen und

Ernten. Zum gemeinsamen Essen, Feiern und voneinander lernen. Hier finden

Menschen, die aus landwirtschaftlich geprägten Krisengebieten stammen, eine

kleine Heimat fern ihrer Familien.

Im Herbst 2015 wurde der Vertrag mit der Stadt Brandenburg/Havel geschlossen,

die die Brache in Wassernähe unentgeltlich zur Verfügung stellt, inklusive kosten-

loser Müllentsorgung und Garage als Geräteschuppen. Noch im Winter wurde mit

den ersten Aufräumarbeiten begonnen. Das Einpflanzen von gespendeten Früh-

lingsblumenzwiebeln noch im November, war eine Wintergartenarbeit, die für

die mitwirkenden Geflüchteten vorerst nicht verständlich war, doch im folgenden

Frühjahr zum Aha-Erlebnis beitrug, als alles grünte und blühte.

Seit März 2016 treffen sich jeden Samstag Ehrenamtliche und Geflüchtete zu Auf

räumarbeiten, zum Bau von bislang fünfzehn Hochbeeten für den Anbau von

Gemüse und Kräutern, zum Anlegen von Blumenbeeten, Sandkastenbau und

gemeinsamen Essen. Alle Arbeiten erfolgen ehrenamtlich. Sachspenden werden

durch interessierte Menschen der Nachbarschaft und Mitglieder des Flüchtlings

netzwerkes gezielt eingeworben. Ca. fünfzig Geflüchtete beteiligen sich derzeit

aktiv an der Gartenarbeit.

Kontakt:

Auszug aus der Laudatio:

Laudator: Dr. Edgar Göll | IZT – Institut für Zukunftsstudien und

Technologiebewertung gGmbH

Menschen brauchen einander und sie brauchen Gemeinschaft. Dafür werden Orte

der Begegnung benötigt. Ein Garten, in dem etwas wächst und gedeiht scheint

dazu genau der richtige Ort zu sein. Besonders, wenn der Garten erst angelegt

werden muss, und zwar gemeinsam. Die Geflüchteten des Übergangswohnhei-

mes in Brandenburg an der Havel haben die Ruinen ihres Lebens hinter sich ge-

lassen und stehen vor einem Neuanfang in einem völlig fremden Land. Genauso

ist es um den Havelgarten bestellt. Für Anpflanzungen müssen die Ruinen der

Industriebrache erst einmal weggeräumt werden. Es braucht viel Fantasie, Ge-

duld und auch Mut, den Weg von der Brache zum Havelgarten zu gehen. Auf dem

gemeinsamen Weg werden wie beiläufig Erfahrungen und Hoffnungen ausge-

tauscht, Sprach- und Alltagskompetenzen erworben und vielleicht auch die eine

oder andere Wunde geheilt. Gemeinsam wird ein neuer Ort der Hoffnung und ein

neues Leben gebaut.

Betriebe vor Ort spenden für das Projekt, beim gemeinsamen Kochen sind auch Spitzenköche dabei. Es kommen auch Frauen und Familien. Einen Zaun gibt es nicht